Die Geschäftslage der IHK-Mitgliedsunternehmen verbessert sich leicht, aber nicht grundlegend. (Symbolfoto) Foto: © Marco2811 – stock.adobe.com

Die Wirtschaft in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg erholt sich zum Herbst leicht. 22 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut. 

Laut aktueller Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg melden 22 Prozent der Unternehmen gut laufende Geschäfte. Weitere 49 Prozent sprechen von einer befriedigenden Lage. Rund 30 Prozent bewerten ihre Situation weiterhin als schlecht.

 

Das konjunkturelle Klima bleibt damit leicht unter dem Landesdurchschnitt. Die Dynamik nimmt jedoch zu. Die Auftragsbücher füllen sich und die Geschäftserwartungen steigen leicht.

15 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Zwei Drittel erwarten Stabilität. Die Ertragssituation bleibt weiterhin angespannt. 35 Prozent bezeichnen sie als schlecht. Die Hälfte bewertet sie wiederum als befriedigend.

„Wir sehen erste Lichtblicke – aber noch keinen Sonnenaufgang“, sagt IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos. „Die Unternehmen kämpfen sich durch. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind aber nach wie vor zu schwach, um echten Rückenwind zu erzeugen.“

Investitionen bleiben defensiv

Die Exporttätigkeit hat sich stabilisiert. Das jedoch auf niedrigem Niveau. Jedes fünfte Unternehmen hofft auf eine Belebung seiner Auslandsgeschäfte. Die Investitionsbereitschaft im Inland nimmt leicht zu, bleibt aber defensiv. Vorrangiges Motiv ist die Deckung des Ersatzbedarfs, gefolgt von Digitalisierung und Rationalisierung.

Nur wenige Unternehmen planen Kapazitätserweiterungen. Dies ist ein klares Zeichen für die anhaltende Unsicherheit. „Die Unternehmen investieren – aber nicht in Wachstum“, so Hakenjos. „Sie sichern das Bestehende. Sie modernisieren, wo nötig. Aber sie gehen nicht in die Offensive. Dafür fehlt die Perspektive.“

Geschäftsrisiken bleiben hoch

71 Prozent der Betriebe sehen die schwache Inlandsnachfrage als größtes Risiko. Die Zurückhaltung der Verbraucher angesichts geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit trifft die Unternehmen direkt. „Die Unsicherheit ist Gift für Investitionen und sie lähmt den Konsum“, warnt die IHK-Präsidentin. „Was wir jetzt brauchen, ist ein wirtschaftspolitischer Befreiungsschlag.“

Fachkräftemangel und Arbeitsmarkt unter Druck

Der Fachkräftemangel bleibt ein strukturelles Problem: Knapp die Hälfte der Unternehmen kann offene Stellen nicht besetzen. Besonders betroffen sind Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Gleichzeitig steigt die Arbeitslosenquote in allen Teilen der Region. Dies sei ein weiteres Warnsignal. „Die Fachkräftelücke ist eine Wachstumsbremse – und das mitten in einer Phase, in der wir eigentlich durchstarten müssten“, so Birgit Hakenjos.

Wirtschaft fordert politischen Rückenwind

„Die Wachstumsagenda der Bundesregierung enthält gute Ansätze. Papier allein schafft jedoch keine Jobs. Jetzt braucht es Tempo, Verlässlichkeit und Mut zur Umsetzung.“

Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg sieht die Ergebnisse der Umfrage als klaren Handlungsauftrag an die Politik. „Unsere Unternehmen sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Aber sie brauchen endlich Rückenwind statt Gegenwind aus Berlin und Brüssel“, betont Hakenjos. „Um dem in den letzten Jahren entstandenen Vertrauensverlust der Unternehmen in die Politik entgegenzuwirken, brauchen die Firmen dringend ein entschlossenes und zügiges Gegensteuern. Infrastrukturinvestitionen, Regulierungsabbau und die Verringerung der Sozialabgaben- und Steuerlast gehören dringend auf die Wachstumsagenda.“