Mit dem Umbau des ehemaligen Farrenstalls und derzeitigen Bauhofs zum Dorfgemeinschaftshaus nimmt die Gemeinde Dunningen das nächste Großprojekt ins Visier. Nicht alle Vereine finden dort jedoch Unterschlupf.
Der Startschuss für das Gemeinschaftsvorhaben im Kernort fällt, sobald die Bauhofmitarbeiter ihr neues Domizil im Industriegebiet „Kirchöhren-Nord“ bezogen haben. Bis Ende des Jahres soll der neue Bauhof fertig sein. Im April könnten dann die Sanierungsarbeiten beginnen, hofft Architekt Harald Ganter.
Er stellte dem Gemeinderat in jüngster Sitzung die Planung vor. Diese wurde vom Gremium bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gebilligt.
Dieser Tagesordnungspunkt hatte viele Besucher angelockt. Sogar im Vorraum mussten noch etliche Zuhörer Platz nehmen.
Es folgt der Bauantrag
Nach der Absegnung durch die Ratsrunde darf der Architekt nun den Bauantrag erstellen und die Ausschreibung vorbereiten. Im Dorfgemeinschaftshaus sollen der örtliche Musikverein (Proberaum und Vereinsraum), der Turn- und Sportverein (TSV), der Ortsbauernverein und die Ortsgruppe des DRK unterkommen. Die Besprechungsräume des TSV und des DRK sind im Erdgeschoss untergebracht. Das Obergeschoss enthält die Räumlichkeiten des Musikvereins und des Ortsbauernvereins. Dazu kommen Abstellräume. Bis auf das DRK waren diese Vereine bisher im alten Gemeinschaftsgebäude oberhalb des Bauhofs untergebracht.
Da im Sanierungsgebäude nur begrenzte Raumkapazitäten zur Verfügung stünden, habe man sich auf diese Vereine konzentriert und keine allgemeinen Anfragen gestartet, erklärte Bürgermeister Peter Schumacher in der Bürgerfragestunde. Simone Heinz vom Tischtennis- und Badmintonverein Schmetterball hatte bemängelt, dass der aktuelle Entwurf keine allgemeinen Gemeinschaftsräume beinhalte.
Begrenztes Platzangebot
Ursprünglich hätten im neuen Dorfgemeinschaftshaus, so Heinz, auch das Museum und ein Reparaturcafé Platz finden sollen. Dies sei anfangs so angedacht gewesen, räumten Schumacher sowie Ratskollege und Vereinsringvorsitzender Wolfgang Gerst ein. Doch davon sei man aufgrund des begrenzten Platzangebots nach mehreren Gesprächen mit den betroffenen Vereinen wieder abgekommen. Das Museum wolle außerdem im Rathaus bleiben. Vom Verein Schmetterball sei niemand im Rathaus gewesen, „das finde ich schade“, bedauerte Schumacher.
Für exakte Zuweisung
Ratsmitglied Wolfgang Mauch nahm in der Beratung den Ball wieder auf. Er plädierte dafür, die für den Musikverein und den Ortsbauernverein vorgesehene Räumlichkeiten als allgemeine Räume, die also auch von anderen Vereinen genutzt werden könnten, auszuweisen.
Bürgermeister Schumacher („Das bringt jetzt alles durcheinander“) sprach sich für eine exakte Zuweisung der Räume an die Vereine aus. Auch Gemeinderat Rainer Pfaller sah dies so. Bei Bedarf, so unterstellte der Rathauschef, „würden der Musikverein und der Ortsbauernverein ihre Räume öffnen“. Andreas Wilbs („Ich vertraue auf die Vereine“) sah diesbezüglich ebenfalls kein Problem. Bei einer Abweichung von der bisherigen Planung müsste man nochmals mit den Vereinen sprechen, das führe zu einer Verzögerung, warnte der Schultes.
Antrag scheitert
Mauch beharrte jedoch auf seinem Standpunkt und formulierte dazu einen Antrag. Dieser fand bei der Abstimmung allerdings keine weiteren Unterstützer.
Die Kosten für die Sanierung belaufen sich nach den Berechnungen von Ganter auf 1,76 Millionen Euro. Die Gemeinde kann für die Schaffung der Gemeinbedarfseinrichtung im Sanierungsgebiet voraussichtlich mit Fördermitteln in Höhe von 874 000 Euro rechnen.