Albert M. Kraushaar und seine Familie sitzen in Dubai fest. Hoffnung macht ihnen, dass inzwischen wieder Passagierflugzeuge abheben. Er schildert, wie er die Situation erlebt.
Albert M. Kraushaar ist viel unterwegs: Er berichtet für unsere Redaktion über Feuerwehrhauptversammlungen genauso wie über den Sport im Landkreis Calw, über Baustellen oder die Kreishandwerkerschaft. Dieses Mal allerdings berichtet der freie Journalist aus Bad Liebenzell über sich selbst – und nicht wie sonst aus dem Nordschwarzwald. Nach einem Urlaub mit seiner Familie in Dubai sitzt er dort fest.
Eigentlich hätte Kraushaar am Montagmittag zurückfliegen sollen, wie er uns am Dienstag geschrieben hatte. Doch wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran und dessen daraus resultierende Gegenangriffe auf arabische Nachbarstaaten, ist der Luftverkehr im Nahen Osten vielerorts zum Erliegen gekommen. Kraushaar berichtete von hörbaren Detonationen, von Kampfjets und einer Rauchwolke im Hafen. Allerdings schrieb der Bad Liebenzeller auch, dass die Urlauber dennoch bei 30 Grad den Strand genießen. „Ich persönlich mache mir keine Sorgen, ich fühle mich auch sicher“, hatte er am Dienstag erklärt.
Innerhalb kurzer Zeit starten sieben Maschinen
Am Mittwoch schickte Albert M. Kraushaar unserer Redaktion per E-Mail ein Update. Noch immer aus Dubai. Darin heißt es: Wer in der Einflugschneise eines Flughafens wohne, der dürfe das vermutlich anders sehen. Aber „im Krisengebiet Naher Osten, und hier insbesondere in Dubai, hat sich der Lärm von startenden und landenden Maschinen zum Hoffnungsträger entwickelt“, schrieb er. Und schickte hinterher: „Vorausgesetzt, es handelt sich dabei nicht um Raketen, Luftabwehr oder Kampfjets.“
Angst bestimme das Tagesgeschehen in der bisherigen Glitzerwelt Dubai. „Abertausende harren in den Hotels aus und hoffen auf eine baldige Rückkehr in die Heimat.“ Für sie sei der um 14.52 Uhr am Mittwoch am Flughafen Dubai einsetzende Fluglärm ein erster Hoffnungsschimmer. „Innerhalb von zwölf Minuten hoben sieben Maschinen ab, kurz danach war wieder Ruhe.“
Laut Kraushaar war es am Mittwoch ohnehin ruhig. Denn bei Fluglärm richteten sich die Blicke der Menschen an den Stränden gen Himmel, „zumal von Dienstag auf Mittwoch einige heftige Detonation zu hören waren“.
Familie versucht, das Beste aus Situation zu machen
Manchen Touristen, so schilderte es der Bad Liebenzeller, beschäftigen neben der Sorge um Angriffe noch andere Fragen: Etwa, ob er sie in ihrem Hotel bleiben können oder was aus dem Flug wird. Oder, wie sie das alles bezahlen sollen: denn bei Preisen um die zehn Euro für ein Getränk, das deutet Albert M. Kraushaar an, geht die unfreiwillige Verlängerung des Urlaubs für manchen ins Geld.
Die Frage nach dem Heimflug indes stellt sich auch den Kraushaars. „Wir sitzen weiter fest“, schreibt unser freier Mitarbeiter am Donnerstagvormittag. „Kein Rückflug in Sicht.“ Doch es gehe allen gut. Bis 11. März kann die Familie auf jeden Fall noch in ihrem Hotel bleiben. Der Reiseleiter indes sei „völlig fertig“. Diesen erreichen offenbar „Tausende von Mails und Anfragen“, und er hänge selbst in der Luft und sei frustriert.
Ein wenig besser haben es da die Urlauber aus Bad Liebenzell. „Wir liegen aktuell am Strand und versuchen das Beste aus der Situation zu machen“, schreibt Albert M. Kraushaar am Donnerstag abschließend.