Anders als in Tuttlingen gilt in Villingen-Schwenningen kein Konfettiverbot. Wir haben mit mehreren Narrenzünften über Umgang, Regeln und die Reinigung nach den Feiern gesprochen.
In den vergangenen Wochen sorgte das Thema Konfetti für Diskussionen: Die Stadt Tuttlingen verhängte ein Verbot für die Fasnet, da die anschließende Reinigung zu aufwendig sei.
In Villingen-Schwenningen gilt ein solches Verbot noch nicht – ob sich das in Zukunft ändern wird, bleibt unklar. Wir haben mit drei Zünften aus der Doppelstadt gesprochen.
Ein wirkliches Verbot hat die Stadt Villingen-Schwenningen nicht verordnet, denn die Verantwortung liege bei den jeweiligen Narrenzünften. Einer dieser Vereine ist die Historische Narrozunft Villingen.
Zunftmeister Anselm Säger sieht das Tuttlinger Verbot eher kritisch: „Konfetti gehört einfach zur Fasnet dazu. Jeder Narrenzunft sollte die Menge selbst regulieren und verantwortungsvoll damit umgehen.“
Nur weißes Konfetti
Während sein Verein keine Konfetti wirft, sind die Südstadt-Clowns in Villingen dafür bekannt. Man habe mit den Clowns eine Einigung, dass man nur weißes Konfetti werfen darf. Der Hauptgrund seien die weißen Krägen der Narren, so Säger. „Sollten die Krägen nass werden und buntes Konfetti dazukommen, dann verfärben diese sich“, erklärt er.
Jürgen Kern, der erste Vorstand der Südstadt-Clowns, äußert sich ebenfalls skeptisch gegenüber dem Tuttlinger Verbot. Für den 53-Jährigen wäre die Fasnet ohne Konfetti nur eine halbe Sache. „Alle Menschen in unserem Verein gehen pflichtbewusst mit dem Konfetti um. Beispielsweise werden Fotografen oder Narren, die gerade essen, nicht abgeworfen“, erklärt Kern die Regeln seines Vereins.
Florian Schütze, Zunftmeister der Schwenninger Narrenzunft, nimmt eine neutralere Haltung zu der Thematik ein. Da seine Zunft kein Konfetti werfe, tangiere ihm so ein Verbot gar nicht.
Ein klarer Entsorgungsplan
Mit oder ohne Konfetti bringt die Fasnet eine Verschmutzung der Stadt mit sich. Zwar übernehmen die Technischen Dienste Villingen-Schwenningen (TDVS) die gesamten Reinigungskosten, doch nach der Fasnet muss der öffentliche Straßenbereich von den Narrenzünften freigeräumt werden – andernfalls darf dieser Bereich nicht genutzt werden.
Die Doppelstadt möchte es den Tuttlingern nicht gleich machen – ein Konfettiverbot oder eine Reglementierung sei auch zukünftig nicht in Planung. Die Stadt hat aber einen klaren Entsorgungsplan entwickelt: Die TDVS sammeln alle Abfälle und transportieren die gesamte Menge zu einem Entsorgungsfachbetrieb mit regionaler Niederlassung in Schwenningen.
„Dort werden die Materialien fachgerecht sortiert und nach den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes getrennt. Die einzelnen Müllarten werden dem Recycling oder der Verwertung zugeführt“, erklärt der Pressesprecher der Stadt Villingen-Schwenningen Patrick Ganter hinzu.