Auf dem früheren Lauffenmühle-Gelände soll ein nachhaltiges Gewerbegebiet in Holzbauweise entstehen. Foto: Kristoff Meller

Weg von der reinen Flächennutzung, hin zu impulsgebenden Arbeits- und Lebensorten: Das war Thema der fünften Lörracher Nachhaltigkeitskonferenz.

Knapper werdende Flächen, steigende Anforderungen an Energie- und Ressourceneffizienz, Bürokratie sowie der Wunsch nach lebendigen, attraktiven Gewerbestandorten und Quartieren als Arbeits- und Lebenswelten stellen Kommunen, Unternehmen und Fachpersonen aus der Planung und Projektentwicklung immer wieder vor große Herausforderungen. Diese waren unter anderem Thema der 5. Lörracher Nachhaltigkeitskonferenz am Freitag im Werkraum Schöpflin.

 

Neben einer Vielzahl an Vertretern von Städten und Gemeinden, Banken, Energieversorgern, Bauleuten und Verbänden beteiligten sich an der Konferenz zahlreiche Referenten, die mit Themen zur nachhaltigen Quartiersentwicklung, Visionen von Arbeits- und Lebenswelten, regionalen Planungen sowie nachhaltigem Bauen zukunftsweisende Einblicke gewährten.

Holz und Sonne als DNA

Mit dabei waren darüber hinaus Berater aus der Holzbranche, Vertreter, die Gewerbebauten in Holz als wirtschaftliche Alternative präsentierten sowie der Projektleiter Burkhard Jorg und sein Team für das „Lauffenmühle-Areal in Lörrach.

Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic Foto: Heinz Vollmar

Hier wird das erste klimaneutrale Gewerbegebiet in Deutschland entwickelt, wo Holz und Sonne als DNA für die Arealentwicklung im Mittelpunkt stehen, so die Werbung der Stadt Lörrach für das Projekt. Das betonte auch Rina Gashi, Bauassessorin der Stadt Lörrach, die über dieses Thema referierte, während Petra Lautner von der Projektgruppe Dietenbach über einen sozial-ökologisch und damit lebenswerten Stadtteil für die Zukunft sprach.

Als wirtschaftliche Alternative präsentierte Klaus Wehrle, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft Carré Gutach im Breisgau, Gewerbebauten in Holz. Für eine mögliche Zertifizierung nachhaltiger Projektentwicklungen sprach sich Stephan Anders, Abteilungsleiter Netzwerk und Beratung von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, aus.

Holznutzung macht Sinn

Er sagte, dass gerade die Ressource Holz in Deutschland nach wie vor in ausreichendem Umfang vorhanden sei; daher mache es auch Sinn, wie beim Gewerbegebiet Lauffenmühle in Lörrach Holz für die Arealentwicklung einzusetzen. Bestätigung fanden seine Aussagen bei Berater Paul Schneider vom Unternehmen Drees & Sommer, einem führenden Ingenieurbüro für nachhaltige und innovative Entwicklungen im Bereich Hochbau.

Nach den Impulsreferaten trafen sich die Referenten zu einer kurzen Podiumsdiskussion, die – wie die gesamte Veranstaltung – von Claus-Heinrich Daub, Dozent für nachhaltige Unternehmensführung an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und der Universität Basel, moderiert wurde. Er stellte die Frage, was die Referenten denn überhaupt von der Nachhaltigkeitskonferenz mitnehmen konnten.

Neue Perspektiven

Einig waren sich alle Beteiligten, dass sich für sie in vielerlei Hinsicht neue Perspektiven eröffneten, wenn es um die Planung und Umsetzung sozialökonomischer und ökologischer Arbeits-und Lebenswelten im Sinne der Nachhaltigkeit geht.

Verifizierend warf Petra Lautner von der Projektgruppe Dietenbach in Freiburg jedoch ein, dass man anstatt des Begriffs der „Nachhaltigkeit“ viel lieber den Begriff „ressourcenschonend“ verwenden solle, wobei die entsprechende Ressource sehr genau zu bezeichnen sei.

Greenwashing ist Thema

Thematisiert wurde darüber hinaus das Phänomen des „Greenwashings“, das bewusst darauf abzielt, einem Unternehmen ein umweltfreundliches Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine Grundlage gibt.

Dankesworte richtete die Lörracher Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic an die Referenten und das Publikum. Gleichzeitig erinnerte sie an die zurückliegenden Nachhaltigkeitskonferenzen und daran, dass sich in dieser Zeit nicht allzu viel verändert habe. Dies wertete sie als positiv, denn man spreche noch immer über Nachhaltigkeit, was soviel bedeute, ökologische, ökonomische und soziale Ziele miteinander in Einklang zu bringen, was man auch im Lörracher Lauffenmühle-Gewerbegebiet anstrebe.