Weil der Bedarf nach Betreuungsplätzen für Kinder von ein bis drei Jahre zunimmt, muss die Gemeinde bei Betriebsform und Betriebserlaubnis wie hier im Kindergarten Locherhof flexibel reagieren können. Foto: Herzog

Die Gemeinde Eschbronn kann im laufenden und kommenden Kindergartenjahr genügend Plätze für Kinder ab drei Jahre (Ü3) zur Verfügung stellen. Bei den unter Dreijährigen (U3) ist aber jetzt schon die Kapazitätsgrenze erreicht.

Eschbronn-Mariazell - In der Sitzung des Gemeinderats legte Bürgermeister Franz Moser die Bedarfsplanung 2021 für die beiden Kindergärten in Mariazell und Locherhof vor. Die jährlich gleiche Prozedur im Frühjahr sei wichtig, um festzustellen, ob die Gemeinde den Bedarf decken könne. Bis zum Ende des aktuellen Kindergartenjahres werde sich die Anzahl der Ü3-Kinder auf 58 erhöhen, vorausgesetzt, alle Kinder in der Gemeinde besuchten bis Ende Juli eine Einrichtung.

Diese Zahl verringere sich ein Jahr später auf 55 Kinder, um dann in 2022/2023 auf 63 Kinder anzusteigen. Hinzu kämen in diesem Zeitraum zwischen sieben und neun Kinder von eins bis drei Jahre. In den Zahlen seien aufgrund der schwierigen Ermittlung Zu- und Wegzüge nicht berücksichtigt. Ebenfalls unberücksichtigt sei die Vorverlegung des Einschulungsdatums um einen Monat ab dem Kindergartenjahr 2022/2023, wodurch vier Jahrgänge im Ü3-Bereich und Kinder, die im Juli das sechste Lebensjahr vollenden, zur Bedarfsermittlung herangezogen werden müssten. Letztere Kinder könnten für ein weiteres Jahr in der Einrichtung verbleiben.

Steigender Bedarf an U3-Plätzen

Nicht zuletzt wegen der fortschreitenden Bebauung des Wohngebiets "Hoberten IV" müsse damit gerechnet werden, dass sich die Engpässe im Kindergartenjahr 2021/2022 fortsetzten und die Nachfrage nach Plätzen für U3-Kinder in den Folgejahren weiter steigt, räumte der Bürgermeister ein. Basierend auf den bestehenden Betriebserlaubnissen könnten im Kindergarten Locherhof 37 Kinder und in der Einrichtung in Mariazell 43 Kinder von einem Jahr bis Schuleintritt betreut werden.

Um dem steigenden Bedarf an U3-Plätzen nachzukommen, brauche es deshalb eine gewisse Flexibilität. "Das betrifft die Bereitschaft, Kindergarten-Angebote in einem anderen Teilort anzunehmen. Um dies besser steuern zu können, werden wir die Vergabe von Kindergartenplätzen für die beiden Einrichtungen ab dem neuen Kindergartenjahr zentralisieren", gab Moser die Vorgehensweise bekannt und begründete dies auch damit, dass die Aufteilung von bedarfsgerechten Angeboten auf zwei Standorte eher hinderlich sei.

Prognostizierte Zahlen stimmten nicht

So lasse sich beispielsweise eine Kinderkrippe ungeachtet der räumlichen, organisatorischen und personellen Anforderungen nicht einrichten, ohne ein ausreichendes Angebot von Ü3-Betreuungsplätzen im jeweiligen Ortsteil zu gefährden. "Bei Engpässen haben wir bisher die Betriebsform und Betriebserlaubnis erfolgreich verändert. Eine erneute Anpassung prüfen wir derzeit. Allerdings zieht das jedes Mal ein aufwendiges Verfahren mit dem Landeskommunalverband nach sich, selbst wenn alles wie vor der Änderung ist", informierte der Bürgermeister.

Die aktuelle Kindergartenbedarfsplanung müsse auch im Kontext zur Diskussion um die geplante Zusammenlegung der beiden Einrichtungen gesehen werden, die noch vor der Sommerpause angestoßen werden soll. Ein wesentlicher Aspekt für dieses Vorhaben sei die Zahl und Art der künftigen Gruppen, schilderte Moser.

Gemeinderat Christoph Meyer-Sander sprach von einem schwierigen Unterfangen. Wiederholt müsse er feststellen, dass die prognostizierten Zahlen vom Vorjahr kaum stimmten. Das bedeute, die Gemeinde müsse äußerst flexibel ausgerichtet sein, um bei Bedarf schnell reagieren zu können, unterstrich das Ratsmitglied. Moser zeigte sich für diesen Hinweis dankbar.

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