Eine der letzten großen Veranstaltungen der Musikfreunde: der 14. Musiksommer dieses Jahr. Foto: Göpfert

Der Vorstand der Musikfreunde Ettenheim will geschlossen zurücktreten.

Ettenheim - Dass die "13" für die Musikfreunde Ettenheim nicht zur Unglückszahl wurde, lag letztendlich an einer Vereins- und Satzungsformalie. Bei der 13. Mitgliederversammlung im 15. Jahr des Bestehens des eingetragenen Vereins erklärten alle Vorstandsmitglieder – Paul Jensen, Bernd-Volker Harting und Eugen Weber – übereinstimmend, dass sie sich für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stellen wollen. Altersgründe (der Altersdurchschnitt der Vorstandsmitglieder liegt deutlich über 75) einerseits, drastische Rückgänge bei den Besucherzahlen der hochkarätigen Konzerte andererseits wurden offen als Beweggründe für die Entscheidung genannt.

Dass die überschaubar besuchte Mitgliederversammlung die vom Vorstand angestrebte Auflösung des Vereins dann nicht sofort beschließen konnte, lag an der formulierten Tagesordnung, wo unter Punkt 7 eine "Diskussion über den Fortbestand des Vereins" angekündigt war. Eine Auflösung indes verlangt, wie Jörg Seibert als Gast-Teilnehmer erläuterte, eine konkrete Formulierung wie "Auflösung des Verein". Eine Mitgliederversammlung mit einer derart formulierten Tagesordnung wurde dann für Freitag, 20. Januar, 19 Uhr, festgelegt. Bis dahin verbleiben die bisherigen Vorstandsmitglieder kommissarisch in ihren Ämtern.

Wunsch nach neuen Verantwortlichen

Die vom Vorstand genannten Gründe wurden von allen Anwesenden respektiert. Die Wunschvorstellung, dass sich neue Verantwortliche zur Vereinsführung bereit erklären und Wege für eine Fortführung der Konzerte suchen und finden könnte, wurde nicht nur von Erika Salomon aus den Reihen der Mitglieder artikuliert. Um entsprechende, positive Signale aus der Mitte des Vereins in dieser Richtung wussten die Verantwortlichen – indes, personell vertreten waren die diesbezüglichen Optimisten bei der aktuellen Mitgliederversammlung nicht. Sollten sie bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar belegen können, dass ihren Worten auch Taten folgen, dass sie sich nicht nur "in Wolkenkuckucksheim bewegen", wie es Eugen Weber drastisch formulierte, könnte der Verein, der sich mit dem renommierten Musiksommer oder den ansprechenden Neujahrskonzerten einen hervorragenden Ruf erworben hat, einer Zukunft entgegen sehen.

Der Rückblick auf die letzten drei Jahre stand naturgemäß auch stark im Zeichen der Corona-Pandemie. "Atemberaubend" nannte Bernd-Volker Harting diese Zeit, sinnbildlich auf den Maskenzwang anspielend, der teilweise auch mit komplettem Ausfall der Veranstaltungen verbunden war. Dass der Verein dank finanzieller Rücklagen, bemerkenswertem Sponsoring, den Jahresbeiträgen seiner 67 eingetragenen Mitglieder, dem Entgegenkommen der Künstler und Unterstützung durch die Stadt vor größerem Schaden in der Kasse verschont blieb, war dem Rechenschaftsbericht von Eugen Weber zu entnehmen.

Sämtliche Formalitäten einer Mitgliederversammlung wurden zügig und unbeanstandet abgewickelt. Dem 20. Januar darf nun mit Spannung entgegen gesehen werden.