Die Gemeinderatskandidaten der LBU haben ihre Ziele für die kommende Legislaturperiode im Hüfinger Gemeinderat auf besondere Weise vorgestellt: Zuerst gab es einen Rundgang durch die Altstadt, dann eine Diskussion in Gabis Cafele. Ziele verfolgt die LBU ganz klare.
Die Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU) ist neu im kommunalpolitischen Angebot der Stadt Hüfingen und hat sich zum Ziel gesetzt, als kommunale Wählervereinigung in den Gemeinderat einzuziehen. In Gabis Cafele lud sie Besucher auf einen Kaffee ein. Gespräche über ihre kommunalpolitischen Vorstellungen lockerte die LBU mit einer Begehung der Altstadt auf, bei der sich Gemeinderat und Städteführer Peter Albert als profunder Kenner der Hüfinger Geschichte erwies.
Seine Devise auf dem Rundgang durch die Altstadt lautete, die Geschichte mit Geschichten verbinden. Erste Station war die Kirche St. Verena und Gallus. Albert lenkte den Blick der Teilnehmer unter anderem auf das überdimensionale Kunstwerk hinter dem Hochaltar. „Das in seiner Höhe von 4.20 Meter und Breite von zwei Metern eingerahmte Altarbild ist ein Dank des Meßkircher Künstlers J. B. Seele an die Hüfinger Bürger. Einst verbrachte er hier seine Kindheit.“
Starkregen beeinträchtigte Altstadtrundgang
Albert berichtete, dass die Gabe die Stadt beinahe in den Ruin getrieben hätte. Sie war für die Übernahme der Spesen in Höhe von umgerechnet drei Millionen Euro zuständig, die für den Transport des Kunstwerks in die Bregstadt anfielen. Der Stolz der Hüfinger habe es damals nicht zugelassen, das Geschenk des Künstlers abzulehnen, ergänzte Albert.
Die archäologischen Grabungen im Vorfeld der Erschließung von Neubaugebieten auf Hüfinger Gemarkung skizzierte er als Fortsetzung einer Tradition, die bereits Mitte des 16. Jahrhunderts unter der Regie von Hans dem Gelehrten von Schellenberg begann. Als weiteres Beispiel bekannter Hüfinger Bürger nannte er den Behlaer Alois Hirt, welcher als einer der ersten Professoren die Universität Berlin mitbegründete. Der Altstadtrundgang führte aufgrund des Starkregens über die Sennhofstraße und die Zehnscheuer wieder zurück in Gabis Cafele.
Gemeinderat soll auf Bürger eingehen
Dort erläuterte Wiltrud Siegbert die Vorstellungen und Ziele der LBU zu einem zukunftsfähigen Hüfingen, die man verfolgen wolle, wenn man in den Gemeinderat einziehe. Ganz hoch stufte sie dabei ein, die Bevölkerung intensiver in die Themen einzubeziehen, die der Gemeinderat diskutiert. „Der Gemeinderat sollte verstärkt auf den Bedarf der Bürger eingehen, aber auch erläutern, weshalb und wo die Grenzen sind“, betonte Siegbert.
Beim sozialen Bereich gab sich die LBU überzeugt, dass es dringend neuer Modelle hinsichtlich Wohngemeinschaften im Alter, Schaffung von Generationenhäusern in der Stadt wie auch in den Ortsteilen bedarf. Albert bezeichnete zudem als Chance, sich für eine Kombination von Kindergarten und Senioreneinrichtungen einzusetzen, in welcher beide Generationen voneinander profitieren.
LBU hofft auf Ärztehaus-Gründung
Um die Zunahme an Leerständen in der Innenstadt zu stoppen, hält die LBU die Gründung eines lokalen Versorgungsangebotes für realistisch. Auf Unterstützung der Verwaltung und der andren Fraktionen hoffen die LBU-Gemeinderatskandidaten auch bei ihrem Engagement zur Gründung eines Ärztehauses. „Momentan konzentrieren wir uns auf die Kommunalwahlen am 9. Juni“, bemerke Albert auf die Frage, weshalb keine Bürgermeisterkandidaten an der LBU-Veranstaltung teilnehmen.
19 Kandidaten
Die Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU) tritt zu den Kommunalwahlen am 9. Juni mit elf Kandidatinnen und acht Kandidaten aus Hüfingen sowie den Ortsteilen Mundelfingen, Sumpfohren, Fürstenberg und Behla an. Eine Mitarbeit von Hüfinger Bürgern ist ganzjährig willkommen. E-Mail: info@lbu-huefingen.de oder Telefon: 0771 61439.