Zahlreiche Stimmzettel für die Kommunalwahl landen in den Wahlurnen – etwa in der Robert-Gerwig-Schule. Foto: Marc Eich

Um eine Fraktion reicher ist der Gemeinderat nach der Kommunalwahl: Die Initiative für St. Georgen (IfStG) schafft auf Anhieb den Sprung ins Gremium. Einbußen muss besonders die SPD hinnehmen.

So richtig spannend wurde es nach der Wahl am Sonntag dann am Montag – und wer sich für die Wahlergebnisse in St. Georgen interessierte, musste etwas Geduld aufbringen: Bereits am Vormittag trudelten die ersten Schnellmeldungen ein, schlussendlich dauerte es aber bis am späten Nachmittag, bis das vorläufige Ergebnis der Kommunalwahl feststand.

 

Als klarer Sieger gehen die Freien Wähler aus der Wahl hervor: Die Fraktion kann ihre sieben Sitze im St. Georgener Gemeinderat halten, bleibt damit stärkste Kraft und legt prozentual in der Wählergunst sogar leicht auf 31,3 Prozent zu. Die Sensation gelang Bernhard Lobmeier, der 2019 noch nicht für den Gemeinderat kandidiert hatte. Mit 5529 Stimmen schaffte er nicht nur auf Anhieb den Sprung an den Ratstisch – er wurde sogar Stimmenkönig der Bergstadt.

Zusammen mit ihm ziehen am Ratstisch bereits bekannte Gesichter erneut ins St. Georgener Gremium ein: Kai Noel, Hans-Peter Rieckmann, Karola Erchinger, Jörg Zimmermann, Hedwig König und Gerd Haas können ihr Mandat verteidigen.

Initiative für St. Georgen auf Anhieb im Rat

Grund zur Freude hat ob des Ergebnisses auch die neu formierte Initiative für St. Georgen (IfStG), die sich auf Anhieb einen Sitz im Gemeinderat sichert. Lothar Schwarz zieht für die Wählervereinigung ins neue Gremium ein.

Die CDU verzeichnet mit 19,5 Prozent leichte Einbußen im Vergleich zu 2019, kann sich aufgrund der Konstellation aber dennoch fünf Sitze im Gremium sichern – das ist einer mehr als bisher. Damit wird die Fraktion zweitstärkste Kraft. Ernst Laufer, Beate Rodgers und Markus Schwarzwälder ziehen wieder ins Gremium ein; Bernd Karsten Rieger und Stefan Rosenfelder kommen neu hinzu.

SPD büßt zwei Sitze ein

Die Sitze, die IfStG und CDU neu für sich beanspruchen, büßt die SPD ein: Sie verliert im Vergleich zu 2019 Wählerstimmen, kommt nur noch auf knapp 15 Prozent, was drei Sitzen im Gremium entspricht. Oliver Freischlader, Guido Santalucia und Peter Fichter werden wiedergewählt.

FDP und Grüne Liste weiter zu dritt

Bei Grüner Liste und FDP bleibt die Zahl der Sitze im Gremium gleich. Die Grüne Liste kann trotz minimaler Einbußen auf 14,2 Prozent ihre drei Sitze im Gremium halten. Einmal mehr ziehen Kirsten Heinzmann und Dirk Schmider in den Gemeinderat ein. Hinzu kommt Hartmut Breithaupt. Die FDP ist mit Georg Wentz, André Müller und Jochen Bäsch in gleicher Besetzung am Ratstisch vertreten. Sie sichert sich mit 14,7 Prozent einige Stimmen mehr als noch 2019 und wird viertstärkste Kraft.

Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 Prozent und damit ziemlich genau im Bereich von 2019. Im Vergleich zur vorherigen Gemeinderatswahl nutzten mehr St. Georgener die Möglichkeit, ihre Stimme per Briefwahl abzugeben. Gut ein Drittel Prozent der Wähler stimmte auf diese Art und Weise ab.