Wie schon vor fünf Jahren treten auch diesmal in Schömberg mit der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), der Liste Mensch, Umwelt Zukunft (MUZ) und der CDU zur Gemeinderatswahl am 9. Juni drei Listen an.
Zwei von drei dieser Gruppierungen haben es geschafft, den Wählern eine volle Liste zu präsentieren.
Unabhängige Liste
Im bestehenden Gemeinderat ist die UWV mit acht Sitzen die stärkste Fraktion. Zunächst hatten alle drei Fraktionen sechs Sitze. Doch im April 2022 sorgten Michael Nothacker und Steffen Linder für einen Paukenschlag und wechselten von der CDU zur UWV. Die Christdemokraten hatten damit nur noch vier Sitze im Gremium. Nothacker und Linder treten erneut für die UWV an. In ihren Reihen gibt es mit Udo Bertsch noch einen Altbekannten. Er schied 2022 nach eigener Auskunft aus familiären und beruflichen Gründen aus. Bis dahin war er in der CDU-Fraktion.
Der UWV gehe es nicht um parteipolitische Interessen, sondern um Schömberg und seine Bürger, macht Nothacker deutlich. Deshalb habe sie leichter Menschen von sich und ihrer Arbeit überzeugen können. Erneut für die UWV treten Helmut Schray und Michael Wernecke an. Noch nicht im bisherigen Gemeinderat sind Annegret Schönhardt, Benedikt Teufel, Clemens Bohnenberger, Joana Bolten, Maik Ochs, Martin Maisenbacher, Matthew Strom, Maximilian Buchholz, Nils Bott, Roman Gründer, Ronny Ragg, Ruben Peußer und Thomas Maier.
Nothacker machte deutlich, dass es bei der UWV keinen Primus inter pares gebe: „Wir wollen Fraktionsarbeit auf Augenhöhe.“ Die UWV habe eine gute Mischung an jungen und erfahrenen Kandidaten aus allen Schichten der Bürgerschaft mit einem breiten Spektrum an Erfahrung und Kompetenz.
Und für welches Ziel oder Projekt will sich die UWV in den nächsten Jahren besonders einsetzen. Da legt sich Nothacker nicht fest und nennt gleich mehrere Stichpunkte wie Verbesserung der Infrastruktur, energetische Maßnahmen, angefangene Projekte fertigstellen, die Energieversorgung verbessern, das Quartierskonzept der Wärmeversorgung vorantreiben, das bürgerschaftliche Engagement fördern und den Tourismus fördern. Interkommunale Zusammenarbeit will die UWV dort, wo es sinnvoll sei. Außerdem will die UWV die Ortschaftsräte stärken.
Nothacker weiß, dass die Haushaltslage sehr angespannt ist. Deshalb möchte die UWV von der Verwaltung rechtzeitig mehr Transparenz über die finanziellen Folgen zu Entscheidungen. Den Hauptgrund für die angespannte Situation sieht die UWV darin, dass die Kommunen immer mehr Aufgaben von Kreis, Land und Bund erfüllen müssten.
Mensch, Umwelt Zukunft
Angesichts knapper Kassen will die Liste Mensch, Umwelt, Zukunft (MUZ) keine Versprechen machen. Die größte Herausforderung liege darin, eine gute Balance zwischen sparsamem Haushalten und dem Erhalt der Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeit zu finden, macht Susanne Ring deutlich: „Finanzen und Haushalt dürfen uns nicht lähmen. Es braucht kluge, kreative und weitsichtige Entscheidungen, damit Schömberg für seine Bürgerinnen und Bürger attraktiv bleibt.“ Man werde sich vielleicht von dem einen oder anderen Liebgewonnenen trenne müssen.
Und was ist das größte Projekt, das die MUZ in den nächsten Jahren angehen will? Da hat die MUZ ein Ziel: Schömbergs Energieversorgung ökologisch und nachhaltig aufstellen. So müssten die gemeindeeigenen Gebäude energetisch saniert werden. Die Ergebnisse des Quartierskonzepts seien umzusetzen. Regenerative Energien müssten optimal genutzt werden. Dadurch werde nicht nur viel Energie gespart, sondern auch jede Menge Geld.
Und mit welchen Personen im Gemeinderat will die MUZ das schaffen? „Anfangs dachten wir, es wäre nicht leicht. Aber offensichtlich hat die Arbeit unserer Fraktion in den letzten fünf Jahren viele überzeugt, sowohl was die Inhalte für Mensch, Umwelt und Zukunft angeht, als auch was unseren Teamgeist betrifft“, so Ring. So habe die MUZ als erste Gruppe in Schömberg eine komplette Liste für die Gemeinderatswahl vorgestellt.
Mit Catherina Haessler, Andreas Karcher, Susanne Ring, Jörg Krax, Ulrike Wankmüller, und Jan Neuweiler treten alle bisherigen Gemeinderäte der MUZ erneut an. Bereits im Gemeinderat ist auch Tino Bayer – allerdings für die UWV. Jetzt tritt er für die MUZ an.
Sie wollen die angeschobenen Projekte voranbringen, so Ring. Sie erinnert daran, dass die MUZ 2019 als neue Liste auf Anhieb stimmenstärkste Fraktion im Gemeinderat geworden sei: „Dieser große Vertrauensvorschuss hat bei keinem von uns Zweifel an einer erneuten Kandidatur aufkommen lassen.“ Die aktuelle MUZ-Fraktion habe sich immer als Team verstanden, so Ring. Nicht im jetzigen Gremium sind Katja Rathfelder, Luisa Schypulla, Uwe Mayer, Rupert Balle, Armanda Diener, Dominik Karst, Andreas Bönisch, Christina Rentschler, Bernhard Reisch, Florian Roth und Sabina Bombosch-Rentschler. Stolz sei die MUZ auf die fast paritätisch besetzte Liste mit acht Frauen und zehn Männern, so Ring.
CDU
Den größten Umbruch gibt es bei der CDU-Fraktion. Von der alten Garde tritt nur noch Fraktionschef Friedbert Stahl an. Den Christdemokraten ist es im Gegensatz zu UWV und MUZ nicht gelungen, eine volle Liste aufzustellen. Das habe die Suche erschwert, da die CDU mehr Kandidaten benötigt habe als die anderen Listen, gibt der CDU-Ortsverbandsvorsitzende von Schömberg, Guido Sturm, zu bedenken. Zudem seien immer weniger Menschen bereit, ein Ehrenamt anzutreten, bedauert er. „Ein weiterer sehr wichtiger Grund ist, dass die CDU als Partei gewisse Werte und Vorstellungen vertritt, die durch unsere Kandidaten optimal repräsentiert werden“, so Sturm. Kandidaten hätten exzellente Expertisen. Dies gelte vor allem für die Finanz-, Wirtschafts-, Technologie-, Medizin- und Sozialkompetenz. Obwohl es nicht gelang, eine volle Liste zu präsentieren, sei man positiv überrascht gewesen, eine herausragende Liste aufzustellen mit einer homogenen Gruppe von Kandidaten sowie gleichen Werten und Vorstellungen. Sie bildeten einen exzellenten Querschnitt durch die Schömberger Bürgerschaft.
Neben Stahl und Sturm treten treten Bastian Hinz, Christoph Eck, Jan Hempel, Katja Grözinger, Klaus Kaufhold, Marcus Siebert, Matthias Stecker, Rosario Moser, Simone Rothfuß, Stefan Bacher, Tino Miandoabi, Uwe Kirmse und Volker Lehmann an.
Als größte Herausforderung sieht die CDU die Konsolidierung des Haushalts. Die Gründe lägen in der Bundes- und Landespolitik. „Zum Beispiel führt die nicht ausreichend gesteuerte Migration zu Engpässen im Wohnungsmarkt, in den Kindergärten, in den Schulen sowie im Gesundheitswesen“, so Sturm: „Ein gutes Netzwerk über die Kreis- und Landespolitik bis hin zur Bundespolitik, wie sie der CDU-Ortsverband aktuell pflegt, hilft die Belange der Kommunalpolitik auf höheren Ebenen vorzutragen und entscheidend zu beeinflussen.“
Welches Projekt ist für die CDU besonders wichtig? Hier legt sie sich nicht fest. Sie nennt den Erhalt, Ausbau und die Stabilisierung der Schule, der Kindergärten, der Feuerwehr, des Notarztstandortes, der Nahversorgung, des Gesundheitswesens und des Einzelhandels. Arbeitsplätze müssten gesichert werden. Wichtig seien zudem zukunftsorientierte Energie- und Wärmekonzepte.