Der Bräunlinger Gemeinderat vergrößert sich. Jede Fraktion, außer der SPD, erhält ein weiteres Mandat.
Im Sport nennt man das ein totes Rennen. In der Kommunalpolitik spricht man eher von einem unveränderten Kräfteverhältnis. Vergleicht man die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in Bräunlingen von 2019 und 2024, ändern sich zwar die Gesichter und Namen der Gewählten, die Stimmenanteile verschieben sich jedoch nur minimal. Der erneute Wahlgewinner CDU legt bei 33,8 Prozent 0,4 Prozentpunkte zu, die Gruppe 84 gewinnt ebenfalls 0,4 Prozentpunkte dazu und kommt auf 28,1 Prozent, und die SPD wächst um 0,2 auf 10,3 Prozent. Verluste, wenn auch in geringem Maß, fährt die FDP ein. Sie landet mit einem Minus von einem Prozentpunkt bei 27,9 Prozent und liegt nun knapp hinter der Gruppe 84.
Daraus folgt: Die Verteilung der Mandate hätte sich nicht verschoben, wenn der Wahlmodus nicht drei Ausgleichsmandate ins Tableau gepackt hätte. Das Gremium wächst dadurch um drei Sitze auf 22. Von diesem Zuwachs profitieren die Gruppe 84 mit zwei und die FDP mit einem zusätzlichen Mandat. Die CDU führt mit acht Sitzen die Ratsrunde an. Es folgen die Gruppe 84 und die FDP mit jeweils sechs Mandaten. Die SPD bleibt bei zwei Sitzen.
Bekannte Köpfe
Die CDU versammelt bekannte Köpfe am Ratstisch. Ihre Wiederwahl souverän geschafft haben Stimmenkönig Michael Gut (2558 Stimmen), Thomas Held, Christian Stark aus Döggingen und Simone Burgert. Sie haben die meisten Stimmen gesammelt. Wiedergewählt wurden auch Michael Hall aus Bruggen und Oliver Mahler aus Mistelbrunn. Neu am Ratstisch sind Jennifer Lautemann und Stephan Demattio aus Unterbränd.
Als Fraktion im Umbruch stellt sich die Gruppe 84 dar. Angeführt wird sie von den wiedergewählten Philipp Hofacker und Ursula Gehringer, die auch die meisten Stimmen innerhalb der Fraktion einsammelten. Es folgen Roman Murr, der 2016 schon einmal in den Rat nachgerückt war, sowie Benjamin Glunk als Vorsitzender der Gruppe 84, Elias Schürmann und Corina Hummel, die allesamt erstmals kandidierten. Berthold Geyer und Harald Straub traten nicht mehr an.
Ein Zuwachs, sonst nichts Neues
Lediglich einen Zuwachs, aber keine sonstigen Veränderungen meldet die FDP-Fraktion. Ihr gehört jetzt auch Boris Dold an. Ihre Mandate behalten Siegbert Wernet – mit 1791 Stimmen auch bester Stimmensammler –, Armin Ewald, Georg Baum, Rainer Haug und Horst Kritzer. Ohne Verschiebungen kommt die SPD aus. Für sie nehmen erneut Peter Ebnet und Clemens Fahl am Ratstisch Platz.
Die Wahlbeteiligung hat zugenommen. Lag sie 2019 bei 64,2 Prozent, machten bei der Gemeinderatswahl 2024 4597 Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 66,2 Prozent. In der Kernstadt machten drei CDU-Räte das Rennen unter sich aus: Michael Gut (2181 Stimmen) landete vor Thomas Held (1972) und Simone Burgert (1863).
Stimmenkönige
In Bruggen bekam Michael Hall (73) die meisten Stimmen, vor Armin Ewald und Philipp Hofacker (jeweils 49). In Döggingen setzte sich Christian Stark (612 Stimmen) vor Georg Baum (591) und Elias Schürmann (513) durch. In Unterbränd lag Ortsvorsteher Stephan Demattio (125) an erster Stelle, gefolgt von Sven Moreira de Azevedo (FDP, 114) und Sebastian Köpfer (Gruppe 84, 79). In Mistelbrunn machte Philipp Hofacker (49) knapp das Rennen vor Oliver Mahler (48). Es folgt Thomas Held (36).
In Waldhausen holte Horst Kritzer mit 152 Stimmen die Top-Position vor Armin Ewald (78) sowie Philipp Hofacker und Thomas Held (je 74).