Im Hechinger Rathaus wird gespannt auf das Ergebnis der Gemeinde- und Ortschaftsratswahlen gewartet. Foto: Stopper

In den Hechinger Stadtteilen Weilheim und Schlatt haben die Listen, auf denen die amtierenden Ortsvorsteher angetreten sind, die Mehrheit geholt. In den weiteren Stadtteilen gab es lediglich eine Liste, sodass es wenige Überraschungen gab.

Die Einwohner der acht Hechinger Stadtteile konnten am Wahlsonntag zusätzlich zu Europaparlament, Kreistag und Gemeinderat auch noch den Ortschaftsrat wählen. Besonders spannend war es in Schlatt und Weilheim, wo den Wählern zwei Listen als Wahlvorschlag unterbreitet wurden. In jedem Ortschaftsrat gibt es sieben Sitze. Ein Überblick über die Ergebnisse. Hinweis: Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse. Teilweise sind noch Losentscheide nötig.

 

Ortschaftsrat Beuren

Beuren In Beuren – der kleinste Hechinger Stadtteil – wurde Tanja Sailer zur Stimmenkönigin gewählt. Sie erhielt 95 Stimmen vor Jens Bogenschütz (86) und Diana Chiaramonte (85). Dort angetreten war die „Beurener Liste“ mit sieben Kandidaten, die alle gewählt wurden. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,81 Prozent. 553 Stimmen (98,57 Prozent) entfielen auf die „Beurener Liste“, acht Stimmen wurden in der „freie Zeile“ vermerkt. Ortsvorsteher Peter Gantner stand zwar nicht auf der Liste, hatte aber vor der Wahl angekündigt, unter bestimmten Kriterien nochmals das Amt auszuführen.

Ortschaftsrat Weilheim

Weilheim In Weilheim haben sich den Wählern zwei Listen für den Ortschaftsrat beworben. Die Liste „Wir für Weilheim“ mit Ortsvorsteher Gerd Eberwein hat vier Sitze (Gerd Eberwein, Viviane Kopf, Manuel Diaz Garcia, Ewald Schneider) geholt, die Liste „Richtungswechsel für Weilheims Zukunft“drei (Michael Zinnebner, Timo Wolf, Josef Wolf). Absoluter Stimmenkönig ist Eberwein mit 38,4 Prozent der Stimmen. Entsprechend erleichtert ist er im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich will den eingeschlagenen Weg für Weilheim weitergehen.“ Er betont: „Die Weilheimer wollen keinen so großen Richtungswechsel.“

Er spricht damit auf die konkurrierende Liste „Richtungswechsel für Weilheims Zukunft“ an. Michael Zinnebner hat mit 312 Stimmen (26,46 Prozent) auf ebenjener Liste am besten abgeschnitten. Nicht geschafft in den Ortschaftsrat haben es Michael Keppler und Ingrid Riester (Richtungswechsel für Weilheims Zukunft) und Sven Dieringer, Diane Ludwig und Alice Endreß („Wir für Weilheim“). Eberwein möchte nun erstmal seinen Erfolg feiern und in den kommenden Woche auf Vertreter der konkurrierenden Liste zugehen.

Josef Wolf von der Liste „Richtungswechsel für Weilheims Zukunft“ erklärt: „Der Bürger hat entschieden. Wir müssen das Wahlergebnis akzeptieren.“ Das Hauptproblem sei gewesen, dass lediglich fünf Kandidaten auf der Liste angetreten seien. Trotzdem: „Das Ergebnis ist nicht so schlecht. Wir müssen nun gemeinsam ehrlich miteinander sprechen und gut zusammenarbeiten“, so Wolf kurz nach der Veröffentlichung der Wahlergebnisse.

Die Wahlbeteiligung in Weilheim lag bei 76, 36 Prozent. Ungültig waren 18 Stimmzettel, was immerhin 4,29 Prozent entspricht. Gelegen haben kann dies auch am geltenden Verhältniswahlrecht mit zwei Listen für einen Ort.

Ortschaftsrat Schlatt

Schlatt Auch in Schlatt hatten die Wähler eine Auswahl zwischen zwei Listen. Die Oberhand behielt dabei die „Bürger-Union Schlatt“ von Ortsvorsteher Jürgen Schuler mit fünf Sitzen und 70,31 Prozent (Enrico Milioto, Jürgen Schuler, Rick Schuler, Martin Schuler und Nina Leimgruber) vor der „2. Liste für Schlatt“ mit zwei Sitzen und 29,69 Prozent (Markus Schuler, Karolin Aulwurm).

Enrico Milioto hat mit 372 Stimmen die meisten in Schlatt geholt. Ortsvorsteher Schuler betont im Gespräch mit unserer Redaktion: „Einmal kandidiere ich noch als Ortsvorsteher. Dafür bin ich angetreten.“ Dass zwei Kandidaten der konkurrierenden Liste im Ortschaftsrat Schlatt vertreten sind, wundert Schuler nicht. „Das kommt nicht überraschend.“

Nicht ins Gremium gekommen sind Markus Löffler, Christoph Fikus (Bürger-Union-Schlatt) und Manfred Biffar, Sven Spindler, Nadine Jagric, Steffen Riescher, Maik Saliger (2. Liste für Schlatt). Die Wahlbeteiligung lag bei 69,84 Prozent. 13 ungültige Stimmzettel (2,91 Prozent) wurden erfasst.

Ortschaftsrat Stein

Stein In Stein ist nur eine Liste – die „Steinemer Bürger“ – mit acht Kandidaten zur Ortschaftsratswahl angetreten. Manuel Riecher hat mit 352 Stimmen (14,38 Prozent) die meisten Wähler überzeugt. Mit im Ortschaftsrat sitzen Harald Oesterle, Karl-Anton Weinreich, Ortsvorsteher Harald Kleindienst, Simon Merk, Michael Braun und Martin Pilat. Nicht dabei ist Erkan Wölk.

Insgesamt sind 49 Stimmen und der Kategorie „Freie Zeile“ vermerkt, was 1,96 Prozent entspricht. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,94 Prozent.

Ortschaftsrat Bechtoldsweiler

Bechtoldsweiler Stimmenkönig in Bechtoldsweiler ist Ortsvorsteher Bernd Zimmermann, der unserer Redaktion bereits im Frühjahr mitgeteilt hat, dass er weitermachen will. Zimmermann holte 369 Stimmen, was 16,77 Prozent entspricht. In Bechtoldsweiler angetreten war ledigliche die Liste „Bürgerforum Bechtoldsweiler“ mit sieben Kandidaten für sieben Sitze. Mit dabei sind neben Zimmermann, Otto Wolf, Thomas Ling, Jonas Keßler, Rainer Reiber, Elke Jaumann und Sonja Oesterle.

Die Wahlbeteiligung lag in Bechtoldsweiler bei 73, 03 Prozent. 34 Stimmen (1,52 Prozent) entfielen auf die „Freie Zeile“.

Ortschaftsrat Boll

Boll In Boll hat die „Bürgerunion Boll“ das Wahlergebnis ausgeglichen gestalten. Alle sieben Bewerber haben es in den Ortschaftsrat geschafft, sechs davon über 500 Stimmen erhalten. Ortsvorsteherin Meta Staudt, die im Amt bleiben möchte, steht an der Spitze mit 589 Stimmen ( 16,19 Prozent). Mit im künftigen Gremium sitzen Annette Hähn, Bernd Hoch, Jörg Schumacher, Lisa Kohler, Armin Hähn und Peter Hermle. In die „Freie Zeile“ haben die Bollemer 72 Kandidaten (1,94 Prozent) eingetragen, die nicht auf dem Wahlzettel standen. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,82 Prozent.

Ortschaftsrat Stetten

Stetten In Hechingens größtem Stadtteil Stetten hatte die Liste „Bündnis Stetten hat Zukunft“ zehn Kandidaten ins Rennen um die sieben Sitze geschickt. Ortsvorsteher Otto Pflumm, der weiter machen will, hat mit 700 Stimmen (14,43 Prozent) das beste Ergebnis der Kandidaten eingefahren. Simone Bulach, Uwe Stegmeier, Dr. Rolf Frankenberger, Hannes Reis, Albrecht Raible und Marc Wieder vervollständigen das Gremium. Nicht in das Gremium haben es André Rosch, Thomas Bierbaum und Sven Neinhaus. Auf die „Freie Zeile“ sind 59 Stimmen (1,20 Prozent) entfallen. In Stetten lag die Wahlbeteiligung bei 63,63 Prozent.

Ortschaftsrat Sickingen

Sickingen In Sickingen sind lediglich sieben Kandidaten für die sieben Sitze angetreten, die allesamt auch gewählt wurden. Am meisten Kreuze haben die Wähler bei Roland Löffler mit 372 Stimmen (15,59 Prozent) gemacht. Ortsvorsteher Siegbert Schetter, der sein Amt behalten möchte, holte auf der „Sickinger Liste“ Platz drei (14,63 Prozent). Dabei sind auch Stefan Beilard, Andrea Bogenschütz, Andreas Bogenschütz, Andreas Willemßen und Gebhard Daiker. 54 Stimmen (2,21 Prozent) gingen an weitere Kandidaten in der „Freien Zeile“. In Sickingen war die Wahlbeteiligung mit 58,35 Prozent am geringsten im Vergleich mit den übrigen Hechinger Stadtteilen.

Die Ortschaftsräte sind damit neu gewählt. Die konstituierenden Sitzungen folgen in den kommenden Wochen.