Die Beteiligung an dem Bürgergespräch von PRO-Brigachtal war überschaubar, da sich schon einige Kandidaten und viele Bürger im Urlaub befanden, trotzdem wurde es ein Interessanter Abend mit lebhaften Gesprächen.
Die Flyer sind gedruckt und an die Bürger und Bürgerinnen in der Gemeinde verteilt, die Nominierungsversammlung war, jetzt suchten die Kandidaten der Liste PRO-Brigachtal den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern im Café im Dorf.
„Wir gestalten die Zukunft“ hat sich die Liste auf die Fahne geschrieben, dazu gehören Themen wie „Verkehrsführungskonzepte, die den Innen - Ort entlasten“ oder „Solide und nachhaltige kommunale Finanzpolitik durch eine ausgewogene Balance von Einnahmen und Ausgaben“.
Besuch Landrat Befragt, wie sie sich das vorstellen, antwortete Josef Vogt: „Wir können nur die Instrumente nehmen, die wir haben, nicht das, was oben entschieden wird“. Dazu erklärte er auch, dass Landrat Sven Hinterseh am 12. Juni der Gemeinde einen Besuch abstattet. „Dann sollten wir da sein, wir von Pro-Brigachtal haben drei Fragen an ihn: Wie gedenkt der Kreis sich einzubringen, wenn es darum geht, Brigachtal verkehrstechnisch zu entladen?“ Dann geht es um das Thema „Ausgewogene Einnahmen und Ausgaben zu der Aufgabe, Flüchtlinge aufzunehmen und Unterkünfte zu schaffen.“ Und eine Frage wird sein: „Wie schafft es der Kreis, die Kreisumlagen zu senken? Die Kreisumlage koste die Gemeinde die Hälfte der Gewerbesteuereinnahmen“, bemängelte Vogt.
Flüchtlinge „Müssen wir so viele Flüchtlinge aufnehmen?“ lautete eine Frage, und Vogt antwortete: „Von oben nach unten wird delegiert, wie viele Flüchtlinge das Land, der Kreis und dann die Kommunen aufnehmen müssen“. Das dazu notwendige Geld würde aber von oben nicht mitgeliefert. „Die müssen ein Dach über dem Kopf haben, dafür haben wir gesorgt, wir haben zwei Häuser gebaut, bauen ein drittes, haben Wohnungen gemietet und schaffen jetzt wieder neuen Wohnraum an der Bahnhofstraße.
Senioren Ursula Hollas, ehemalige Schulrektorin, bezog sich auf die älteren Bürger im Ort und betonte, die Gemeinde habe sehr gute Gebäude für Betreutes Wohnen geschaffen, das habe sie toll gemacht. Hierzu antworteten die Vertreter der Liste Pro-Brigachtal, die Senioren hätten ein Arbeitsleben lang dafür gesorgt, dass die Gemeinde floriere, die hätten es auch verdient, dass die Gemeinde sich für sie einsetze. „Hoffentlich wird die Anlage nicht an einen Investor verkauft“, kommentierte Ursula Hollas.
Jugendliche und Kinder Jörg Schaaf, Kandidat auf der Liste, erklärte, er hoffe, dass die Klein- und Schulkindbetreuung erhalten bleibe, er wünsche sich eine Förderung der Vereinsarbeit, insbesondere im Jugendbereich. Sein Vorschlag lautete, dass Vereinsvertreter die Schule besuchen sollten, sich den Schülern vorstellen und sie dafür begeistern sollten, in Vereine einzutreten.
Jetzt kam die Frage auf, was mit Jugendlichen sei, die in keinen Verein eintreten möchten. Hierzu erklärte Ulrike Brückner, ebenfalls als Kandidatin auf der Liste, sie habe vor kurzem Jugendliche gefragt, was sie denn so in ihrer Freizeit so machen?
Die Antwort habe gelautet: „Wir treffen uns unter der Brücke“. Das halte sie nicht unbedingt für eine gute Lösung. Hierauf antwortete Albrecht Sieber, eine Freie Jugendarbeit benötige ein Konzept, eine Person, die aufpasse und Verantwortung übernehme, mit einem bereitgestellten Raum sei es nicht getan.
Weitere Themen Es wurde noch lange diskutiert, unter anderem zu einem „Zukunftsorientierten Energieversorgungskonzept“. Das sei nicht so einfach, meinte ein Kandidat: Für die Elektromobilität benötige man Ladestationen für Autos. Der Bund fordere auf, man solle mitteilen, wie viele Stationen benötigt werden, dazu müsse die Kommune nachweisen wie viele E-Autos sie habe, schnell gehe da nichts.
Ein großes Problem sei die Infrastruktur, so Vogt. Die Gemeinde habe einen Stau von fünf Millionen Euro für die Kanalisation, die Gemeinde habe Straßen, die nicht mehr grundsaniert seien.
Jörg Schaaf wünschte sich, dass das Steinbruchareal in den nächsten Jahren renaturiert sei. Der Steinbruch gehöre nicht der Gemeinde, so Pro-Brigachtal, der Besitzer möchte renaturierte Flächen natürlich zu einem hohen Preis an die Gemeinde verkaufen, das könne sich noch lange hinziehen.