Damit hat Monakams Ortsvorsteherin Beatrice Gottschalk nicht gerechnet. Sie bekam eine Einladung zum Bundespräsidenten in Schloss Bellevue in Berlin. Das ist der Grund für diese Ehre.
Dieser Anruf von der Körber-Stiftung hat Monakams Ortsvorsteherin Beatrice Gottschalk mehr als überrascht. Sie wurde zu Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue in Berlin eingeladen. Die Körber-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung, die gesellschaftliches Engagement fördert.
Die Stiftung lud zusammen mit dem Bundespräsidenten 100 Bürgermeister, darunter auch Ortsvorsteher, aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer zweitägigen Veranstaltung nach Berlin ein. Damit würdigte der Bundespräsident das Engagement der Kommunalpolitiker. Am ersten Tag der Veranstaltung war zunächst einmal ein Demokratieforum zur Kommunalpolitik angesagt. Am Tag darauf empfing Bundespräsident Steinmeier die Kommunalpolitiker in seinem Amtssitz in Schloss Bellevue. Dieses Schloss sah Gottschalk bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal innen.
Auf dem Programm standen ein Podiumsgespräch sowie ein Erfahrungsaustausch unter den Bürgermeistern und mit dem Bundespräsidenten. Letzterer mischte sich unter die Besucher. Am Ende habe die Veranstaltung sogar länger gedauert, als ursprünglich vorgesehen. Schließlich habe der Bundespräsident sonst einen getakteten Zeitplan.
Vesperbrettle überreicht
Auch Gottschalk bekam die Gelegenheit sich mit dem Bundespräsidenten zu unterhalten. Sie überreichte ihm ein Vesperbrettle aus der Marzipanmanufaktur in Bad Liebenzell und überbrachte dem Staatsoberhaupt Grüße aus der Kurstadt im Nordschwarzwald. „Er hat sich gefreut“, stellte Gottschalk zufrieden fest. Die Atmosphäre fand Gottschalk „mega schick“. Sie fand es toll, dass ihre Arbeit als Ortsvorsteherin so gewürdigt werde. Es sei wichtig gewesen, mit anderen Bürgermeistern ins Gespräch zu kommen. Das sei „ganz klasse“, so Gottschalk im Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei machte die Monakamer Ortsvorsteherin deutlich, welch große Finanzprobleme die Stadt Bad Liebenzell habe. Die Kurstadt hat unter allen Kommunen in Baden-Württemberg inzwischen die höchste Pro-Kopf-Verschuldung.
„Mega schick“
Doch trotz der „Riesenprobleme“, wie Gottschalk das nannte, gebe es in der Kurstadt eine „Aufbruchstimmung“. Sie nannte die Fördervereine, die nun in der Stadt gegründet worden seien. Dabei nahm Gottschalk viele positive Eindrücke aus Berlin mit. So gebe es auch anderswo Schwierigkeiten und nicht nur in Bad Liebenzell. „Alle haben die gleichen Probleme“, stellte Gottschalk angesichts der leeren Kassen in vielen Kommunen fest: „Alle kochen nur mit Wasser. Überall fehlt das Geld.“
Jetzt gehe es darum, mit möglichst wenig Mitteln, so viel wie möglich zu erreichen, machte Gottschalk deutlich. Dass dies möglich ist, zeigt sich in Monakam. Seit 2014 ist Gottschalk dort Ortsvorsteherin und bis 2029 als solche gewählt. In den nächsten drei Jahren will sie mit „größtem Engagement“ dieses Amt weiter ausfüllen: „Ich mache es sehr gerne.“ Wenn Gottschalk auf ihre bisherige Zeit als Ortsvorsteherin zurückblickt, denkt sie besonders gerne an den Bau der Sport- und Freizeitanlage im Gebiet Hähren in Monakam zurück.
Im vergangenen Jahr haben Ehrenamtliche in gerade einmal zwei Monaten, vom Spatenstich im Mai bis zur Einweihung im Juli, aus einem alten, verrotteten Tennisplatz diese Sport- und Freizeitanlage geschaffen.