Im Gewann „Breitholz II“ oberhalb von Killer gibt es noch Möglichkeiten zur Entwicklung eines Baugebiets. Foto: Matthias Badura

Dem Ortschaftsrat lag ein Entwurf vor, demzufolge im Gebiet „Breitholz II“ in „verdichteter Bauweise“ 14 Gebäude mit 42 Wohneinheiten entstehen könnten.

Auch auf dem Land herrscht Wohnraumnot – wenn es um „bezahlbaren“ Wohnraum geht. Mietwohnungen sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden und selber bauen kostet inzwischen ein „Vermögen“. Zugleich wird es aufgrund gesetzlicher Bestimmungen zunehmend schwieriger, zusammenhängende Flächen zu erschließen.

 

Killer genießt hier den Vorteil, dass „Breitholz II“ schon lange im Flächennutzungsplan eigens für Wohnbebauung ausgewiesen ist. Ortschaftsrat und Verwaltung wollen das Areal nun bestmöglich nutzen. ​

An das Planungsbüro Fritz und Großmann/Balingen wurde in einer zurückliegenden Sitzung des Ortschaftsrates und nach der Zustimmung durch den

Gemeinderat der Auftrag vergeben, für „Breitholz II“ einen Plan mit „verdichteter“ Bebauung zu erarbeiten.

Mehrheit im Rat gefällt der Plan

Diesen Plan legte Tristan Laubenstein, Mitarbeiter des Büros, dem Ortsgremium in der vergangenen Woche vor. Zunächst handelt es sich erst um einen Entwurf.

Der fand jedoch den Gefallen der Mehrheit. Sieben Mitglieder der Ratsrunde stimmten dafür, in diese Richtung weiterzuplanen. Ein Rat enthielt sich des Votums, ein weiterer war als Anwohner befangen. Er durfte an der Abstimmung nicht teilnehmen.

Der Entwurf sieht auf dem 1,24 Hektar umfassenden Gelände 14 Ein- und Mehrfamilienhäuser vor. Entstehen könnten demnach 42 Wohneinheiten, wie der ebenfalls anwesende Burladinger Bauamtsleiter Ulrich Ziermann erläuterte.

„Hätte hier nicht gebaut“

Gar keinen Gefallen fand eine Anwohnerin daran, dass dem Entwurf zufolge in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein Sechsfamilienhaus mit drei Geschossen ausgewiesen ist. Das sei Wahnsinn, beschwerte sie sich, wenn sie gewusst hätte, so etwas vor die Nase gesetzt zu bekommen, hätte sie ihr eigenes Haus nicht im unmittelbar angrenzenden Gebiet „Breitholz I“ errichtet.

Ziermann, Bürgermeister Davide Licht und Ortsvorsteher Gerd Schäfer betonten, es handle sich zunächst ja „nur“ um einen Entwurf, Einsprüche und Anregungen seien im Verlauf des erst beginnenden Verfahrens möglich. Sie wiesen aber ebenso auf die Notwendigkeit von Wohnraum hin, der die Grundlage für die Entwicklung einer Gemeinde darstelle. Hier müssten die Interessen – Gemeinnutz und Eigennutz – abgewogen werden.

Die Anwohnerin fragte sich daraufhin, warum die Kommune auf die Erschließung von Plätzen im Außenbereich des Ortes hinarbeite, statt auf die von ihr selbst immer wieder propagierte „Innenentwicklung“ hinzuwirken.

Man tue beides, erwiderte Bürgermeister Licht. Es sei jedoch schwer oder schrittweise möglich, an brachliegende Baugrundstücke heranzukommen. Schlicht, weil die Besitzer sie nicht verkaufen wollen.

Etliche Lücken wären frei

Die Zahl solcher Plätze und Lücken in Altbaugebieten wurde im Jahr 2021 von der Stadt ermittelt. Sie stammen aus Zeiten, in denen noch kein Bauzwang erhoben wurde. In Killer waren es damals 35 Stück. Zugleich stehen viele Häuser leer – die aber ebenfalls nicht veräußert werden. Einen Verkaufsanreiz für ungenützte Grundstücke könnte die Grundsteuer C schaffen. Die Eigentümer müssten dann für ihre Vorratshaltung tiefer in die Tasche greifen und wären eventuell eher bereit, die Plätze zu veräußern. Doch bisher ist diese Steuer in Burladingen nicht eingeführt.