Rund 120 „Schuremer“, darunter auch einige „Trossinger“ waren ins vollbesetzte Gemeindehaus zur Bürgerversammlung gekommen
Schura zeigte sich wie immer bei den Haushaltsplanungen bescheiden. Lediglich 140 000 Euro sind für den Ausbau des Feldweges von der Christian-Burgbacher-Straße bis zum Brandgraben für das Jahr 2026 geplant, sowie 10 000 Euro für die Beschaffung von Hinweistafeln eines Rundweges, der im Rahmen von 1175 Jahre Schura angelegt werden soll.
Eine weitere große Feier ist nicht geplant. Weiterhin stehen 12 900 Euro als Pauschale für die Ergänzung von Schulausstattung für die Kellenbachschule auf der Liste, insgesamt also 162 900 Euro. Im Jahr 2025 waren es 190 000 Euro. Wie hoch die Kosten für Schura sind, die von der Stadt Trossingen getragen werden, zeigte der Ortsvorsteher auf.
Die Kosten pro Schüler (insgesamt sind es 267) beträgt pro Jahr aktuell mehr als 1450 Euro, für den Kindergarten Schura mit 68 Kindern nach Abzug der Elternbeiträge sogar 5463,23 Euro pro Kind. An einem Schaubild konnten sich die Bürger ein Bild aller investiven Maßnahmen in der aktuellen und mittelfristigen Finanzplanung für Schura machen.
Investitionen in Schura
„Das Schaubild zeigt alle größeren Maßnahmen, von denen wir zukünftig profitieren, ungeachtet der verschiedenen Investoren, die alles finanzieren“, betonte Wolfgang Schoch, „angefangen von der NetCom für das Glasfaser (rund 3,5 Millionen Euro), über die Telekom für den Funkmast, die Wohnbau Trossingen für die Sanierung im Zentrum bis zur Stadt Trossingen für den Schulstandort Schura. Insgesamt ein Invest von 18 Millionen Euro. Hinzu komme eine Summe von rund 15 Millionen Euro des Zweckverbands „Neuen“ für das gemeinsame Gewerbegebiet von Trossingen und Durchhausen.
Informationen der Bürgermeisterin
„Wir überziehen unser Girokonto im Jahr 2026 mit 1 157 980 Euro“, sagte Bürgermeisterin Susanne Irion mit Blick auf den Ergebnishaushalt. „Das wird auch die nächsten Jahre so bleiben.“ Sollte die Kreisumlage wie schon angekündigt, erhöht werden, ergebe es ein negatives Ergebnis von rund 2,2 Millionen Euro. „Wir müssten dann über fünf Jahre lang fünf Millionen an Krediten aufnehmen.“
Sollte die Unterstützung durch Bund und Land von 40 bis 50 Euro pro Einwohner kommen „dann verbessert sich das Ergebnis aber nur um etwa ein Prozent“. Von einer Streichung der sogenannten „Freiwilligenausgaben“ für Kultur und Bildung, Gesundheit, Erholung und Sport, sowie Bauen, Umwelt und Wirtschaft, die mit insgesamt rund 300 000 Euro zu Buch schlagen, hält die Bürgermeisterin aber gar nichts.
Einrichtungen nicht einfach schließen
Man könne doch nicht einfach die Museen, die Stadtbücherei oder die Troase schließen, um nur einige Beispiele zu nennen. „Das wäre die politisch total falsche Diskussion – wir kommen aus soliden Zeiten und kommen da auch wieder hin“, zeigt sie sich überzeugt.
Eine Ansage erwarte sie aus Berlin „es braucht wieder eine Agenda 2010“, so Susanne Irion und „wir machen unsere Hausaufgaben und machen sie ordentlich. Sie sei der Meinung „wir kommen miteinander durch diese Finanzkrise und für das Jahr 2026 muss man sagen – Augen zu und durch“.
71 Prozent jünger als 60 Jahre
Schura hat derzeit 1708 Einwohner, etwas weniger als vor fünf Jahren, als erstmals die 1700-er Marke überschritten wurden. „Davon sind 805 männlichen und 729 weiblichen Geschlechts, der Ausländeranteil beträgt rund zehn Prozent und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt der Stadt Trossingen, des Landkreises und dem Landesdurchschnitt“, erläuterte Ortsvorsteher Wolfgang Schoch.
Schura sei „jung“, denn 71 Prozent der Einwohner sind jünger als 60 Jahre. Im zurückliegenden Jahr gab es 16 Geburten, im Jahr zuvor 20. Die älteste Einwohnerin ist 98 Jahre alt. „Die klassische Alterspyramide ab dem 60. Lebensjahr ist bei uns noch stimmig.“
Verkehrssituation beleuchtet
Traditionsthema in Schura sei die Verkehrssituation, meinte der Ortsvorsteher. Ob der Wunsch aus der Bevölkerung nach einer Fußgängerampel in der Trossinger Straße verwirklicht werden kann, steht aktuell noch in den Sternen. Grünes Licht gibt es aber für den südlichen Teil der Lange Straße zwischen Rathaus und den beiden Ortsenden nach Durchhausen und Tuningen, die in sehr schlechtem Zustand ist. Nachdem eine generelle Sanierung des Kanals nach Überprüfung vorerst nicht notwendig wird, steht der Ortsvorsteher nun mit dem Straßenbauamt in Kontakt, um eine Verbesserung der Straße mit einer lärmgeeigneten Deckschicht zu erreichen. Weitere Themen, die den Schuraer Ortschaftsrat über Jahre hinweg immer wieder beschäftigen, reichen von Wilder Müllablagerung über die Schäden durch den Biber bis hin zum Mobilfunkmast, der jetzt östlich des Friedhofs in einer Senke erbaut werden soll.
Bebauung und Glasfaser
Bebauungssituation
Es wurden über 15 Bauanträge, konkret Befreiungsanträge vom gültigen Bebauungsplan beraten. Einerseits fehlen Bauplätze, um den Bedarf der Nachfrage zu decken, andererseits gibt es in Schura derzeit rund 40 voll erschlossene Bauplätze, die im Zuge der Innenverdichtung sofort bebaut werden könnten, die aber als Spekulationsobjekte zurückgehalten werden. „Zur Deckung des Wohnungsbedarfs für die nächsten 15 Jahre sehen wir im kommenden Flächennutzungsplan rund zwölf Hektar Außenbereichsfläche vor“. Zur Entwicklung des Dorfkerns sei die ehemalige Bäckerei Pfründer von der Wohnbau Trossingen gekauft worden „Nach Abriss des Gebäudes soll ein Wohngebäude mit einem Ladengeschäft im Erdgeschoss errichtet werden“, berichtete der Ortsvorsteher. Für die Erweiterung des „Gewerbegebietes Held“ in der Weigheimer Straße wurden kürzlich die entscheidenden Weichen gestellt.
Glasfaser
Beim Ausbau des Glasfasernetzes steht Schura in den letzten Zügen, 291 von 357 Gebäuden sind bereits am Netz. Auf dem Friedhof sollen Bäume für künftige Baumgräber gepflanzt werden. Für die Kinderspielplätze in Schura sei in den letzten beiden Jahren ein fünfstelliger Betrag für Spielgeräte investiert worden. Der bereits im Jahr 2018 gefasste Beschluss, zwischen dem Ortsende von Schura in Richtung Tuningen bis zur Firma MS XTEC einen Gehweg zu bauen, soll voraussichtlich im nächsten Jahr stattfinden. „Bauherr ist nicht die Stadt, sondern der Zweckverband Neuen, der auch für die Kosten aufkommt“, so der Ortsvorsteher.