Bürgermeister Thomas Miller wirft einen Blick darauf, was für die Stadt im laufenden Jahr alles ansteht – nicht nur bei Investitionen und Pflichtaufgaben.
Thomas Miller ist seit 2004 Bürgermeister in Rosenfeld. Trotzdem ist für ihn keineswegs alles Routine.
Zusammenhalt nötig Es gelte, den Zusammenhalt zu stärken, nennt Miller als aus seiner Sicht in diesem Jahr wichtigstes Thema: „Durch Corona ist das in den Hintergrund getreten. Viele schauen nur noch auf sich.“ Man müsse an die Zeiten anknüpfen, in denen die Gemeinschaft noch mehr im Mittelpunkt gestanden habe. Statt einer „Vollkaskomentalität“ bedürfe es stärkerer Eigenverantwortung. Dieses Problem betreffe aber nicht nur Rosenfeld.
Doch was kann die Stadt da machen? Man wolle versuchen, bei Gesprächen darauf hinzuwirken und das Thema stärker ins Bewusstsein rücken.
Ein Beispiel: Die Personaldecke in den städtischen Kindertagesstätten sei dünn. Wenn weitere Mitarbeiterinnen ausfielen, etwa in Krankheitswellen, müssten die Öffnungszeiten eingeschränkt oder Gruppen zeitweise zugemacht werden. Dann brauche man das Verständnis der Eltern für diese Situation. Anders als früher sei kein Puffer mehr da, um Ausfälle zu kompensieren.
Fachkräfte: Mangelware Das Beispiel zeigt: Der vielfach beklagte Fachkräftemangel hat auch Rosenfeld erreicht. In der Kinder- und Jugendarbeit wird sich das noch verschärfen, denn ab 2026 besteht ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter.
Auch darum muss sich die Stadt kümmern, „aber mit welchem Personal?“, fragt sich der Bürgermeister. „Das ist der gleiche Pool an Personen wie in den Kitas.“ Bereits in diesem Jahr müsse man deshalb mit dem Planen und Vorbereiten beginnen.
Bauamt vakant Der Personalmangel trifft weiterhin auch das Stadtbauamt: Seit Bernhard Müller vor anderthalb Jahren in den Ruhestand gegangen ist, hat Rosenfeld keinen Nachfolger für die Leitungsposition gefunden. „Diese Man- oder Woman-Power fehlt“, bedauert Miller. Derzeit könne nicht alles abgearbeitet und koordiniert werden, was eigentlich geplant sei. Das war unlängst auch im Gemeinderat Thema.
Konstruktive Politik Apropos Gemeinderat: Bei den Wahlen am 9. Juni ist ein Wechsel absehbar. Altgediente Mitglieder treten nicht mehr an, etliche neue, auch junge Kandidaten, werden auf dem Wahlzettel stehen. Rosenfelds Bürgermeister freut sich, dass trotz anfänglich schwieriger Suche die Listen genügend neue Kandidaten gefunden haben und wer sich alles kommunalpolitisch beteiligen will.
„Das Gremium setzt sich so zusammen, wie die Wähler stimmen“, betont er, hofft aber darauf, dass auch die künftigen Gemeinderäte die Stadt gemeinsam voranbringen wollen: „Konfrontativ funktioniert es nicht.“ Für die noch Amtierenden und die Neugewählten gleichermaßen sei der Haushaltsplan der „Arbeitsauftrag“.
Viele Veranstaltungen Nach dem Auftakt mit der Fasnet kommt bald der Frühling und übers Jahr wird es wieder einige wohlbekannte Veranstaltungshöhepunkte geben: Rosenmarkt, Klassiktag und die Märkte in Leidringen, nennt Miller als Beispiele. Doch das Vereins- und Gemeindeleben in allen Ortsteilen ist vielfältig: „Bei uns gibt es fast kein Wochenende, an dem nichts los ist.“
Kann der Bürgermeister da überhaupt mal eine Auszeit nehmen und Urlaub machen? Ja, könne er, aber feste Pläne habe er nicht, sagt Miller: „Einfach rumfahren und gucken“, wolle er. „Ich bin neugierig und erkunde gerne die Umgebung.“