Die auf ein Fahrzeug aufmontierte Flugwindkraftanlage. Foto: Bartel©Enerkíte

Der Gemeinderat Haigerloch stimmt der Erprobung einer Flugwindkraftanlage durch die Firma Enerkíte aus Brandenburg zu. Es ist ein neuartiges Projekt zur Stromgewinnung.

Die im brandenburgischen Eberswalde beheimatet Firma Enerkíte will bekanntlich auf einer Anhöhe zwischen Owingen und Stetten in Kooperation mit der Wacker Chemie AG eine Art Lenkdrachen (Kite) testen, der an Seilen gebunden in bis zu 300 Metern Höhe fliegt und die dortigen Windverhältnisse zur Energieerzeugung nutzt.

 

Wenn der Drachen in achterförmigen Kreisen am Himmel segelt, wird die Energie, die durch die Zugkräfte an den Seilen entsteht, auf eine Bodenstation übertragen, wo sie einen Strom-Generator antreibt.

Zwei Ortschaftsräte in die Diskussion einbezogen

Der Ortschaftsrat Stetten hatte zu diesem Projekt sofort Ja gesagt, der Ortschaftsrat Owingen hingegen brauchte mehr Bedenkzeit. Inzwischen, so berichtete es der Owinger Ortsvorsteher Karl-Heinz Binder im Haigerlocher Gemeinderat, seien aber „alle Bedenken ausgeräumt“. Damit stand einer Zustimmung zu diesem Projekt nichts mehr im Wege. Lediglich Gemeinderat Kurt Biegelmaier (Freie Wähler) stimmte dagegen.

Jetzt wird der optimale Standort gesucht

Die Erprobung kann also starten und die aus Eberswalde per Videokonferenz der Sitzung zugeschaltete Enerkíte-Geschäftsführerin Nicole Allgaier freute sich über die für sie positive Entscheidung. Die Firma will nun im neuen Jahr einen genauen Standort in dem etwa 400 Meter vom Salzbergwerk entfernten Gewann neben der B 463 suchen und die notwendigen Genehmigungsverfahren einleiten, damit vermutlich 2027 die Erprobungsphase beginnen kann. Der Testzeitraum wurde per Gemeinderatsbeschluss auf sechs Monate begrenzt, außerdem soll eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit stattfinden.