Es kann losgehen mit dem Aufbau einer Krippeneinrichtung in direkter Nachbarschaft zum städtischen Haigerlocher Kindergarten. Ende dieses Monats soll das Gebäude entkernt werden.
Nachdem die dafür erforderlichen Abbruch- und Rohbauarbeiten ausgeschrieben worden waren, vergab der Haigerlocher Gemeinderat in seiner Sitzung in der vergangenen Woche den Auftrag dafür an die Firma Berger aus Meßstetten zu einem Angebotspreis von rund 246 700 Euro. Insgesamt hatten sich vier Firmen für die Ausschreibung interessiert.
In Haigerloch fehlen Krippenplätze
Vor fast genau einem Jahr, Ende Mai 2024, hatte das Architektenbüro Eppler und Bühler aus Meßstetten dem Haigerlocher Gemeinderat entsprechende Umbaupläne für das Gebäude vorgestellt, um aus dem Wohn- und Geschäftshaus des 2019 verstorbenen Haigerlocher Architekten Hermann Sauter eine Kinderkrippe zu machen.
Dass diese dringend benötigt wird, ist, hat schon der 2024 im Gemeinderat vorgestellte und immer noch aktuelle Kindergartenbedarfsplan der Stadtverwaltung festgestellt. Laut ihm liegt die Versorgungsquote (die Zahl der Betreuungsplätze in der Kindertagespflege miteinberechnet) bei den unter Dreijährigen (U3) im Stadtgebiet bei 28,7 Prozent. Viel zu wenig: Der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) empfiehlt eine Quote von mindestens 42,6 Prozent – also deutlich mehr. Das bisherige Wohn- und Geschäftshaus bietet Platz für zwei bis drei U3-Gruppen.
Bauantrag eingereicht, mit Planern gesprochen
Inzwischen wurde der Bauantrag eingereicht, notwendige Abstimmungsgespräche mit Fachbehörden geführt und die Fachplaner für Statik, Elektrotechnik, und Heizung, Lüftung und Sanitär (HLS) beauftragt. Damit der ursprünglich eingeplante Speiseaufzug entfallen kann, wurden nochmals kleinere Umplanungen am Grundriss vorgenommen.
Außerdem fordert das Landratsamt zur Herstellung von Barrierefreiheit in dem zweistöckigen Gebäude einen außenliegenden Plattformlift, der Zusatzkosten in Höhe von 60 000 Euro brutto verursacht.
Fertigstellung im Herbst 2026 anvisiert
Mittlerweile hat das Architektenbüro auch die Kostenschätzung überarbeiten. Im vergangenen Jahr wurden sie noch ziemlich genau auf 1,7 Millionen Euro geschätzt, mittlerweile ist von 1,93 Millionen Euro die Rede. Allerdings wurde für das Projekt aus dem ELR-Förderprogramm des Landes ein Zuschuss in Höhe von 635 000 Euro bewilligt. Die Stadt versucht zusätzlich an Fördergeld aus dem Ausgleichsstock des Landes zu kommen – hier steht die Bewilligung noch aus, eine vorzeitige Baufreigabe ist aber erteilt.
Nachdem die Entkernung des Gebäudes Ende Mai, Anfang Juni starten. Die Fertigstellung der Krippeneinrichtung ist dann für den Herbst 2026 geplant.