Im Lahrer Gemeinderat – hier bei seiner konstituierenden Sitzung am 22. Juli 2024 – engagieren sich elf Frauen, bei einer Gesamtgröße von 32 Mandatsträgern. ­ Foto: Schabel

In den Gemeinderäten im Altkreis Lahr sitzen durchschnittlich 27,6 Prozent Frauen, das sind 0,2 Prozent mehr als der Landesschnitt. Eine Auswertung unserer Redaktion zeigt, wie unterschiedlich der Frauenanteil in den Kommunalparlamenten von Schuttertal bis Schwanau ausfällt.

Frauen sind in der Kommunalpolitik deutlich unterrepräsentiert: Nach den Kommunalwahlen 2019 betrug der Anteil in Baden-Württemberg laut statistischem Landesamt mit 26,8 Prozent weiblichen Gemeinderäten erstmals über ein Viertel. Bei den Wahlen 2024 stieg der Anteil im Land nochmals um 0,6 Prozentpunkte auf 27,4. Im Altkreis Lahr ergibt sich ein ähnliches Bild, wie eine Auswertung unserer Redaktion zeigt: Vor der Kommunalwahl 2024 gab es dort eine durchschnittliche Frauenquote von 26,3 Prozent, nach der Wahl stieg sie auf 27,6 Prozent. Den Posten des Bürgermeisters besetzen in allen 13 Kommunen ausnahmslos Männer.

 

Lahr: Von den insgesamt 32 Räten in Lahr sind elf Frauen, womit das Gremium auf eine Frauenquote von 34,4 Prozent kommt und damit deutlich über dem Landesschnitt liegt. Vor der Kommunalwahl 2024 lag der Frauenanteil dort jedoch noch bei 37,5 Prozent, womit der Lahrer Rat als Spitzenreiter unter den Gemeinden im Altkreis hervorging. Diesen Platz nimmt nun mit 41,7 Prozent jedoch Ettenheim ein. Konkret sitzt in Lahr nun eine Frau weniger im Rat als vor der Wahl im vergangenen Jahr.

Seelbach: Zehn Männer und vier Frauen entscheiden im Seelbacher Gemeinderat über Vorhaben der Verwaltung. Mit einer Frauenquote von 28,6 Prozent liegt der Rat leicht über dem Landesschnitt und hat eine Frau mehr in den eigenen Reihen als noch nach der Kommunalwahl 2019 (Quote: 21,4 Prozent).

Schuttertal: Von den insgesamt 15 Gemeinderäten in Schuttertal sind drei weiblich. Die Frauenquote liegt mit 20 Prozent unter dem Landesschnitt, hat sich jedoch bei der Wahl 2024 um 5,7 Prozentpunkte erhöht (Quote vor der Wahl: 14,3 Prozent). Im Vergleich zur vorherigen Amtsperiode sitzt nun insgesamt eine Person mehr im Rat (vorher waren es 14), zudem ist eine Frau hinzugekommen.

Friesenheim: In Friesenheim liegt die Frauenquote im Rat bei 36,4 Prozent, also über dem Landesschnitt. Von den insgesamt 22 Räten sind acht Frauen. Vor der Kommunalwahl 2024 war es noch eine Frau weniger (Quote: 31,8 Prozent).

Schwanau: Der Schwanauer Rat weist mit lediglich zwei Rätinnen bei einem 18-Personen-Gremium und einer Quote von nur 11,1 Prozent den niedrigsten Frauenanteil auf. Vor der Wahl 2024 waren es noch sechs Frauen (Quote: 33,3 Prozent). Dagmar Frenk, Ortsvorsteherin von Nonnenweier und eine der beiden Rätinnen, kann sich den niedrigen Anteil nicht erklären. Sie vermutet: „Den Wählerinnen und Wählern war die Konsequenz ihres Wahlverhaltens nicht bewusst. Viele Wählerinnen zeigten sich nach den Wahlen bestürzt über das Ergebnis.“

Zudem hätten sich auch weniger Frauen um einen Gemeinderatssitz beworben. „Die Chance als männlicher Kandidat gewählt zu werden, war doppelt so groß wie als weibliche Kandidatin“, erklärt sie. Dabei gebe es mehr weibliche Wahlberechtigte in der Gemeinde als männliche. „Vor diesem Hintergrund ist das Sinken des Frauenanteils von sechs auf zwei mehr als beunruhigend und alles andere als zeitgemäß.“

Meißenheim: Im Gemeinderat in Meißenheim sind von den 14 Mitgliedern drei weiblich. Der Rat liegt mit einer Frauenquote von 21,4 Prozent unter dem Landesschnitt und auch unter der eigenen Quote nach der Wahl 2019 (26,7 Prozent). In den vorherigen vier Jahren saßen noch insgesamt 15 Menschen im Rat, vier davon waren Frauen.

Der Frauenanteil in den Kommunalparlamenten Foto: Geitlinger

Neuried: Die Frauen im Neurieder Gremium machen genau ein Viertel aus: Die Quote dort liegt bei sechs weiblichen Mitgliedern von insgesamt 24. Vor der Wahl 2024 war es noch eine Frau weniger (Quote: 20,8 Prozent).

Kippenheim: Der Gemeinderat in Kippenheim hat eine Frauenquote von 21,4 Prozent. Von den insgesamt 14 Räten sind drei Frauen. Die Kommunalwahl im Vorjahr hat an der Verteilung nichts geändert.

Mahlberg: Die selbe Quote wie Kippenheim weist auch der Mahlberger Rat auf (21,4 Prozent). Vor der Kommunalwahl 2024 gab es dort nur zwei Frauen (Quote: 14,3 Prozent), nun sind es drei.

Ettenheim: Mit zehn Frauen bei insgesamt 24 Gremiumsmitgliedern kommt der Ettenheimer Rat auf eine Frauenquote von 41,7 Prozent. Nach der Wahl 2019 lag sie noch bei 30,8 Prozent. Damit hat die Kommune den höchsten Frauenanteil im Altkreis Lahr und liegt deutlich über dem Landesschnitt. „Der Gemeinderat sollte die Bevölkerung repräsentieren, deshalb sind Frauen (und Männer) entsprechend dem Bevölkerungsanteil sehr wichtig, damit auch alle Anliegen der Bevölkerung Gehör finden“, betont Marion Fleig, Fraktionsvorsitzende der Freien Liste Ettenheim (FLE). Einen großen Anteil an der hohen Frauenquote habe ihre Fraktion.

„Seit 2014 hat sie den höchsten Frauenanteil im Rat. Das liegt zum einen an den engagierten Frauen, die für die FLE kandidieren und zum anderen an den Themen, für die sich die FLE stark macht“, erklärt sie. Frauen könnten Themen aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachten und in die Diskussion andere Argumente miteinbringen, weil ihre Lebenswirklichkeit sich oft von denen der Männer unterscheide – etwa in Bezug auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Kappel-Grafenhausen: Vier der 14 Räte in Kappel-Grafenhausen sind weiblich. Mit einer Frauenquote von 28,6 Prozent liegt die Gemeinde somit leicht über dem Landesschnitt und auch leicht über dem eigenen Schnitt der vorherigen Amtsperiode (26,7 Prozent).

Ringsheim: Mit 40 Prozent Frauen im Gemeinderat hat Ringsheim das Gremium mit den zweitmeisten Frauen nach Ettenheim. Von zehn Räten sind vier weiblich. Nach der Wahl 2019 waren es noch nur drei Frauen (30 Prozent).

Rust: Im Ruster Rat hat der Frauenanteil im Vergleich zur vorherigen Periode abgenommen – von 33,3 Prozent auf 28,6 Prozent. Die Gemeinde liegt damit jedoch noch immer über dem Landesschnitt. Vier der 14 Gemeinderäte sind weiblich. Vorher waren es zwar auch vier Frauen, jedoch gab es insgesamt nur zwölf Räte.