Am kommenden Montag soll der Startschuss im Dunninger Testzentrum fallen. Die meisten Kommunen im Landkreis wollen sich ebenfalls Testmöglichkeiten anbieten, um die Pandemielage, die sich in den vergangenen Tagen deutlich verschärft hat, besser einschätzen zu können. Foto: AdobeStock

Massentests sollen helfen, die Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung schärfer zeichnen zu können. Die Kommunen des Landkreises Rottweil nehmen die geforderten Testungen jetzt selbst in die Hand. Dunningen richtet ein Testzentrum in der Turn- und Festhalle ein.

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Dunningen - Die Gemeinde will ab kommenden Montag, 8. März, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sowie dem DRK-Ortsverein Dunningen – zunächst befristet bis 31. März – mit seinem kommunalen Testzentrum in Betrieb gehen. Das Land habe kostenlose Antigen-Tests zur Verfügung gestellt, so Bürgermeister Peter Schumacher auf Nachfrage. Es handele sich hierbei um Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden. Der Abstrich werde aus dem Nasenrachenraum (Nasopharynx) entnommen. Das Ergebnis liege innerhalb von 15 Minuten vor.

Besserer Schutz

Der Bürgermeister geht davon aus, dass mit diesem zusätzlichen Angebot neben den bestehenden Testmöglichkeiten – auch mit Blick auf die Virusmutationen – ein noch besserer Schutz für besonders gefährdete Personengruppen geschaffen wird. Es richte sich vorrangig an Personen in Kontakt mit vulnerablen Personengruppen wie zum Beispiel pflegende Angehörige, Haushaltsangehörige von Schwangeren, Angehörige von Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf besteht sowie Personen, die ein hohes Expositionsrisiko im beruflichen oder privaten Umfeld haben, zum Beispiel im Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Rahmen der Hilfen zur Erziehung und in der Kinder- und Jugendarbeit. Zur gemeinten Gruppe gehören auch Polizeibeamte, Gerichtsvollzieher, Beschäftigte in der Justiz, im öffentlichen Personennahverkehr, in Flüchtlingsunterkünften, Schüler sowie deren Eltern, Beschäftigte in der Jugendhilfe oder, jetzt aktuell, Wahlhelfer.

Die Zugehörigkeit zu einer der genannten Personengruppen muss im Testzentrum jedoch nicht nachgewiesen werden. Eine Anmeldung für eine Testung ist ebenfalls nicht notwendig. "Wer einen Test will, kann kommen", fasst Schumacher zusammen.

Allerdings werden, so betont er, ausschließlich symptomlose Personen getestet, die das 14. Lebensjahr vollendet haben.

Dunningen wird zunächst mit 2000 Test-Sets starten, kann allerdings noch mehr beschaffen. Das richte sich nach der Nachfrage, so Schumacher: "Wir wissen halt nicht, ob wir überrannt werden oder es eher schleppend losgeht." Immerhin stehen in der Festhalle rund 40 Helfer bereit, die über das kommende Wochenende geschult werden.

Nach der Bekanntmachung des Landes am Freitag habe man in den Kommunen "die Ärmel aufgekrempelt". Innerhalb von vier Tagen habe die Logistik in Dunningen gestanden, so der Bürgermeister nicht ohne Stolz. Das habe schon mit der Beschaffung der notwendigen Schutzkleidung, von Brillen und Handschuhen begonnen. Dunningen liege in der Organisation kreisweit ziemlich vorn, so Schumacher. "Wir sind gleich in die Vollen gegangen."

Schumacher hält den Weg über die Städte und Gemeinden für richtig: "So etwas schnell zu organisieren, das können die Kommunen."

Kreis hat andere Aufgaben

Die Kreisverwaltung sei nicht beteiligt. Der Landkreis lasse die Kommunen machen. "Wir haben auch nicht gefragt", räumt der Bürgermeister ein. Der Landkreis habe die Pläne der Städte und Gemeinden "zur Kenntnis genommen".

Brigitte Stein vom Landratsamt sieht beim Landkreis andere Aufgaben angesiedelt. Dieser komme bei einer positiven Testung ins Spiel. Bei der Meldung eines Positiv-Tests greife die übliche Automatik. Nach einer Nachtestung durch einen PCR-Test im zentralen Testzentrum in Rottweil oder in einer Schwerpunktpraxis veranlasse das Kreisgesundheitsamt eine Quarantäne und die Kontakt-Nachverfolgung.

Wichtig sei, ein Angebot vor Ort zu machen, damit die Menschen für einen Test nicht "durch die Weltgeschichte" fahren müssten, sagt Peter Schumacher mit Blick auf das Dunninger Testzentrum. Am Samstag werde es in der Dunninger Turn- und Festhalle eingerichtet, am Montag könne man starten, verspricht der Schultes.

Dornhans Bürgermeister Markus Huber, Kreisvorsitzender des Städte- und Gemeindetages und in der Pandemie einer der Koordinatoren bei der Umsetzung der Landesverordnungen, bestätigt Schumachers Aussagen auf Nachfrage.

Die allermeisten Kommunen des Landkreises bauten Testmöglichkeiten auf, sagte Huber im Gespräch mit unserer Zeitung. Nicht gerade jede mit einem ausgewachsenen Testzentrum wie Dunningen, kleinere Gemeinde setze eher auf die enge Zusammenarbeit mit Apotheken und niedergelassenen Ärzten. "Da muss jede Kommune ihren Weg finden", so Huber.

Auch er erwartet durch eine möglichst breite Testung ein "klareres Bild" der Pandemielage. Huber betont, dass man den Menschen durch die verfügbaren Tests Sicherheit geben wolle. Wer zum Beispiel einen Besuch bei einer vulnerablen Person plane, dem gebe ein negativer Test eine Beruhigung. Auch für die Psyche sei gerade in den Risikogruppen ein negativer Test durchaus Balsam. Huber geht davon aus, dass das Angebot rege angenommen werden wird. Er erwartet eine "lebhafte Nachfrage".

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