Kinofans können aufatmen, auch die künftige Wirkungsstätte des „KoKi“ kann ordentlich verdunkelt werden – auf Kosten der Stadt.
Ursprünglich war vorgesehen und auch zwischen Stadt und Verein ausgehandelt, dass sich die Stadt (mit 50 000 Euro) und das kommunale Kino Trossingen (mit 15 000 Euro) die Kosten für einen Baldachin teilen. Doch auf Empfehlung von Bürgermeisterin Susanne Irion stimmte der Gemeinderat für eine volle Kostenübernahme.
Von den rund 55 Veranstaltungen, die jährlich insgesamt stattfinden, würden bei 17 einen Baldachin nutzen. „Deshalb schlage ich vor, dass wir den Baldachin kaufen, er stünde dann auch der Hochschule zur Verfügung“, sagte Bürgermeisterin Susanne Irion.
Allerdings sind zwei Personen notwendig, um den Baldachin aufzubauen, sie benötigen eineinhalb Stunden für diese Arbeit – also insgesamt drei Arbeitsstunden, was Personalkosten von rund 220 Euro zur Folge hätte. Nachteil des Baldachins: Wir verlieren zehn bis zwölf Plätze, weil der Baldachin verankert werden muss, für die Vorrichtung“, so die Bürgermeisterin weiter.
Offene Decke und Akustik das Problem
Die offene Deckenstruktur des Raumes führt zu akustischen Einschränkungen, zudem lässt sich der Raum ohne Baldachin nicht ausreichend verdunkeln, was besonders bei Kinofilmvorführungen problematisch ist.
Die Musikhochschule lässt bei jeder Veranstaltung durch die Trossinger Veranstaltungstechnikfirma GSB von Steffen Gareis den dicken Baumwollbaldachin aufwendig auf- und abbauen, um die Akustik zu verbessern. Nun soll ein mobiles Satteldach aus schwer entflammbarem Moltonstoff (Baumwolle) angeschafft werden.
Verbesserung in vielen Bereichen
Das System reduziert Nachhall und verbessert die Sprachverständlichkeit, sorgt für eine gute Abdunklung des Raumes und ermöglicht so die Durchführung von Filmvorführungen des Kinos, Hochschulveranstaltungen sowie anderer Events, die eine akustische Optimierung oder Lichtkontrolle erfordern. Das Satteldach kann bei Bedarf installiert werden, ohne bauliche Eingriffe vorzunehmen. Stadtrat Andreas Anton (FDP) brachte es auf einen Nenner: „Der Baldachin wertet das Kesselhaus auf“.
Die Alternative wäre eine Lösung, wie sie bei einer Terrassenabdeckung angewendet wird. „Dann müssten wir Schienen einbauen und das würde dem Raum nicht gerecht werden“, so Sandra Kurz von der Hochbauabteilung im Bauamt.
Das Satteldach aus Stoff würde knapp 30 000 Euro kosten, mit Gestänge, Haltevorrichtung und Zusatzarbeiten (Montage von Haltevorrichtungen) dann 40 000 Euro.
Für jede Nutzung entstehen ungefähr knapp 300 Euro Mehrkosten bei den Betriebskosten, die dann den Veranstaltern zusätzlich zur Miete in Rechnung gestellt werden sollen. Beim kommunalen Kino würde sich dadurch die Förderung durch die Stadt erhöhen, denn der Verein hat bereits eine Erhöhung der städtischen Förderung wegen der höheren Mietkosten gegen über dem Saal des Gasthauses Linde um 4000 Euro pro Jahr beantragt. Für die 35 Aufführungen fallen dann weitere 7700 pro Jahr für die Anbringung des Moltons an Kosten an.
In der Summe kämen zu den notwendigen 40 000 Euro für die einmalige Anschaffung auch noch 11 700 Euro zusätzlich benötigter Förderung pro Jahr für das kommunale Kino hinzu. Da der Molton für alle Veranstaltungen zur Verfügung steht, mache es auch Sinn, die Anschaffung komplett durch die Stadt zu finanzieren. Der Gemeinderat folgte diesem Vorschlag einstimmig.