Das neue Testzentrum öffnet am Donnerstag. (Symbolfoto) Foto: Gambarini/dpa

Auch wenn die Inzidenz sinkt, werde man auf das Testen nicht so bald verzichten können, prognostizierte Bürgermeister Gerd Hieber in der Gemeinderatssitzung unter dem Punkt "Bekanntgaben". Man werde beobachten, wie sich die Nachfrage entwickle, und dann entsprechend reagieren.

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Sulz - In dieser Woche wird die Stadt mit der Unterstützung der Ehrenamtlichen im Kursaal-Gebäude (KMZ) in Glatt ein kommunales Testzentrum einrichten, das vorerst von Donnerstag bis Sonntag, jeweils 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet sein soll, kündigte Hieber an.

Auch wenn die Testpflicht für viele Bereiche weggefallen sei, so benötige man sie immer noch in einigen Bereichen, etwa in der Innengastronomie, bei Feiern, bei Sportaktivitäten in Hallen, in Fitnessstudios, Tanzschulen, Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen, bei Kulturveranstaltungen, in der Kosmetik, bei Ausstellungen und bei der Rückreise aus Risikogebieten.

Finanzieller Aspekt spielt untergeordnete Rolle

Auf Nachfrage von Gabriele Brucker (GAL) erklärte Hauptamtsleiter Hartmut Walter, dass man als Gemeinde pro Test 18 Euro abrechnen dürfe. Der finanzielle Aspekt spiele dabei aber eine untergeordnete Rolle, betonte Bürgermeister Hieber. Mit der Organisation und der Entschädigung von Ehrenamtlichen komme man, wenn alles gut laufe, bei null heraus.

Testzentren ordentlich zu betreiben, erfordere viel Aufwand, meinte er mit Blick auf den missglückten Start des privaten Testzentrums in Glatt. Noch am Tag der Eröffnung war dieses aufgrund von festgestellten Mängeln vom Gesundheitsamt wieder geschlossen worden.

Bedenken bezüglich der Zertifizierung der Tests und des Desinfektionsmittels sowie der Übermittlung von Daten wurden als Gründe angeführt. Testzentrums-Besucher hatten zudem die Nicht-Einhaltung der Hygieneverordnung bemängelt.

So etwas soll im kommunalen Testzentrum nicht geschehen. Man dürfe private Testzentren nicht schlechtreden, meinte Bürgermeister Hieber. Es sei schließlich darum gegangen, gemeinsam ein Testangebot auf die Beine zu stellen, für das man sehr dankbar sei.

Deshalb habe man auch keine Miete für die Nutzung städtischer Räume verlangt, sagte er auf eine entsprechende Nachfrage von Gabriele Brucker. Heinrich von Stromberg (CDU) fand das nicht korrekt. "Die machen dort ja Gewinn", sagte er. In Glatt sei es aufgrund der Vorkommnisse ein Sonderfall, meinte Hauptamtsleiter Walter. Generell sei man froh, dass Tests vorgenommen würden.

Viele private Testzentren würden derzeit spontan schließen, weil die Inzidenzzahlen fallen, sagte Bürgermeister Hieber. Das Gute an kommunalen Testzentren sei, dass dort die allgemeinen Anforderungen im Fokus stünden und nicht das Finanzielle. Somit werde es auch weiterhin Möglichkeiten für Tests geben.

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