Auch die Gemeinde Straßberg hat das Thema kommunale Wärmeplanung vor der Brust. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Der Gemeinde Straßberg machte den ersten Schritt bei der verpflichtenden kommunalen Wärmeplanung. Dafür beauftragte der Gemeinderat die Energieagentur Zollernalb.

Die Einführung zu diesem komplexen Thema machte Bürgermeister Markus Zeiser. Er informierte den Gemeinderat am Dienstagabend, dass mit Inkrafttreten des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) zum 1. Januar 2024 sowie des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg (KlimaG BW) für alle Kommunen die Verpflichtung besteht, bis spätestens 30. Juni 2028 eine kommunale Wärmeplanung (KWP) durchzuführen.

 

Als finanziellen Ausgleich erhalten die Kommunen Konnexitätszahlungen vom Land. Für Straßberg wird diese von 2025 bis 2030 voraussichtlich rund 48 000 Euro betragen. Ins Detail ging dann Matthias Schlagenhauf, Geschäftsführer der Energieagentur Zollernalb. Die kommunale Wärmeplanung sei eine strategische, rechtlich unverbindliche Fachplanung, die aufzeige, wie die Wärmeversorgung der Kommune mittel- und langfristig umweltfreundlich gestaltet werden kann.

Bei einer Wärmeplanung werde untersucht, was in den jeweiligen Kommunen möglich sei; sprich zu schauen, wo ein Wärmenetz Sinn macht und wo nicht, erläuterte Schlagenhauf. Er stellte den kommunalen Wärmeplan in sechs Schritten vor. Dazu gehört eine Bestands- sowie eine Potentialanalyse, das Zielszenario 2040 und die Umsetzungsstrategie.

Schornsteinfeger seien verpflichtet, Zahlen für die Energie- und Treibhausgasbilanz zu liefern, Revierförster würden mit ins Boot geholt. „Ein Wärmenetz im ländlichen Gebiet ist immer eine Herausforderung“, betonte der Energieberater. Ziel sei zu prüfen, ob in Straßberg fünf bis zehn Maßnahmen umgesetzt werden könnten.

Bürgermeister hebt Nutzen für Kommune hervor

Bürgermeister Markus Zeiser zeigte aus seiner Sicht auf, welchen Nutzen die Gemeinde von der kommunalen Wärmeplanung neben der gesetzlichen Erfüllung haben könnte. Dazu zähle eine solide Datenbasis durch Erhebung der Energiedaten des Strom- und Wärmeverbrauchs, Anteile erneuerbarer Energien und Potenziale samt Planungssicherheit für Kommune, Unternehmen und Privatpersonen. Aus seiner Sicht würden Schwerpunkte auf kommunale Gebäude gelegt, beispielhaft erwähnte der Schultes die Schmeienhalle mit dem benachbarten Kindergarten.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans für Straßberg und Kaiseringen. Der Auftrag ging gemäß dem Angebot von 37 699,20 Euro an die Energieagentur Zollernalb.