Nina Weiß von der Badenova und Bürgermeister Erik Weide unterzeichneten den Vertrag zur kommunale Wärmeplanung. Foto: Bohnert-Seidel

Der Vertrag zwischen Gemeinde und Badenova ist unterzeichnet: In Friesenheim beginnt damit eine erste Bestandsanalyse in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung.

In zwei Unterschriftsmappen liegen die Verträge zwischen Badenova und der Gemeinde Friesenheim bereit. Für Bürgermeister Erik Weide ist die Unterzeichnung der Verträge zur ersten kommunalen Wärmeplanung der Gemeinde Friesenheim eine gute Sache, weil sie die Gemeinde in der Klimaneutralität weiterbringen wird. Etwas länger gedauert habe es – ganze zwei Jahre –, weil die Gemeinde auf Fördergelder zur Finanzierung angewiesen ist. Die kommunale Wärmeplanung mit dem Vertragspartner Badenova kostet die Gemeinde Friesenheim 70 000 Euro. Der Startschuss kommt zeitgleich mit der Zusage eines Förderungspakets des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 80 Prozent. Zwei Jahre auf Halde mussten sein und hätten sich gelohnt, erklärte Bürgermeister Weide im Pressegespräch.

 

Dass aus der Bevölkerung verstärkt eine kommunale Wärmeplanung gefordert wurde, machte Bürgermeister Weide unmissverständlich klar. Gefühlt wurde der Bürgermeister in jeder zweiten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats von der Bürgerschaft angefragt, wann die kommunale Wärmeplanung endlich komme.

Gemeinde konnte sich Vertragspartner aussuchen

Für die Energieversorger sei die Planung ebenso bedeutend. Das Vorhaben sei wichtig für Deutschland, weil Klimaschutz mittlerweile zur Pflichtaufgabe geworden sei. In den Vergaberichtlinien war die Gemeinde Friesenheim relativ frei von der Bindung an Vertragspartner und ist froh über die Vertragspartnerschaft mit dem Energieversorger Badenova, selbst entscheiden zu dürfen. Das Unternehmen plane selbst den Ausstieg aus der Gasversorgung.

Nina Weiß von Badenova betonte: „Die Badenova nimmt das Thema sehr ernst und das Interesse der Bürgerschaft ist sehr groß.“ Viele fragten sich: Was mache ich, wenn die Heizung kaputt ist, womit könne der Verbraucher in der Versorgung rechnen. Wirtschaftliche und sichere Lösungen seien gefragt.

Klassisch beginne die Badenova jetzt mit der Auftragserteilung mit einer Bestandsanalyse. Angeschaut werden die Strukturen in der Energieversorgung der Gemeinde. Gefolgt wird dieser Prozess über die Aufzeichnung von Möglichkeiten, um bis ins Jahr 2040 klimaneutral in der Wärmeversorgung zu sein. Ende 2026 dürfte die Bestandsanalyse für Friesenheim vorliegen.

Daten der Schornsteinfeger helfen bei der Erhebung

Welche Formen der Energiequellen genutzt werden, darüber führen die hiesigen Schornsteinfeger Daten. Im Rahmen des Klimaschutzgesetzes dürften diese Daten herausgeben werden. Weiß betonte: „Alles selbstverständlich unter gesichertem Datenschutz.“ Außerdem verfüge die Badenova über ein geografisches Infosystem über vorhandene mit Gas versorgte Gebiete. Auch Gebäudedaten über das Alter eines Hauses lägen vor, was auf einen hohen Verbrauch schließen ließe. Dargestellt werden in der Bedarfsanalyse auch Gewerbegebiete, um anzufragen, ob diese über Abwärme verfügten, die sich für ein Wärmenetz nutzen ließen. Auf eine Bestandsanalyse folge eine Potenzialanalyse, darüber was machbar sei. Unterschiedliche Szenarien würden durchdacht und am Ende stehe ein Maßnahmenkatalog.

Kosten

Noch in diesem Jahr wird in Friesenheim mit der Bestandsanalyse für eine kommunale Wärmeplanung begonnen. Ende 2026 sollen erste Daten vorliegen. Die Öffentlichkeit wird über die weiteren Schritte informiert. Die Gesamtkosten liegen bei 70 000 Euro. 56 000 Euro (80 Prozent) trägt das Land. Friesenheim übernimmt 14 000 Euro zur Finanzierung.