Nach dem Sommerferien sollen die Grünbeeteinfassungen der Bäume vergrößert werden. Foto: Schneider

In Sanierungsgebieten können sich Anwohner energetische Umbauten oder auch barrierefreie Umgestaltungen mit tausenden Euro bezuschussen lassen. Ein Bürger bekräftigt den Stadträten im Technikausschuss, dass das der richtige Weg sei.

Diesmal beginnt der Ausschuss Technik und Umwelt mit einem bemerkenswerten „Werbeblock“.

 

„Die Anwohner bekommen praktisch Geld geschenkt“, verkündet Reiner Wössner, Leiter des Stadtbauamtes. Und will damit auf die Sanierungsgebiete der Kommune aufmerksam machen.

30 Prozent Förderung möglich

Denn neben Bergfelden und Fischingen befindet sich solch ein Gebiet unter der Bezeichnung „Kernstadt II“ auch in Sulz.

Was ist der Hintergrund? „Privatpersonen erhalten für eine energetische Sanierung einen Zuschuss von 30 Prozent oder maximal 30 000 Euro“, erklärt Wössner.

Kostenlose Expertise

Dabei seien die Kriterien extra niedrigschwellig gehalten, um vielen Bewohnern in den Sanierungsgebieten solch einen Schritt zu ermöglichen. So müsse man sich nur mit dem Bauamt in Verbindung setzen, um eine kostenlose Modernisierungsberatung zu erhalten.

„Ein Fachmann stellt fest, was am Gebäude saniert werden muss und gibt eine Kostenschätzung ab“, beschreibt der Leiter den Vorgang. Dann werde ein Vertrag aufgesetzt, in dem die Maßnahme entsprechend den geltenden Förderrichtlinien bezuschusst werde.

Gefördertes Kinderhaus

Handelt es sich beispielsweise um ein denkmalgeschütztes Haus, beträgt die Förderung 40 Prozent oder maximal 40 000 Euro, Wer sein Zuhause barrierefrei gestalten wolle, könne ebenfalls eine Förderung beantragen.

Eines der Gebäude, die von dem Sanierungsgebiet „Stadtkern II“ profitieren konnten, war etwa das Kinderhaus. „Der Neubau ist dadurch bezuschusst worden“, ruft Wössner in Erinnerung.

Sanierungsgebiet ausweiten

Zukünftig wolle man auch den Stadtpark Wöhrd in das Sanierungsgebiet miteinbeziehen. Im ursprünglichen Vorhaben sei dieser nicht enthalten gewesen. Aber: „Im Kontext der Bürgerbeteiligung und des Hochwasserschutzes wollen wir ihn umgestalten“, erklärt er.

So solle beispielsweise die Uferlinie verändert werden und der Hochwasserschutz in den rückwärtigen Bereich des Wöhrd gebaut werden.

Stolperfallen vermeiden

Von der Uferlinie ist der eigentliche Tagesordnungspunkt – die Sanierung der Bahnhofstraße – allerdings weit entfernt. „Hier gibt es fünf große Lindenbäume, um die wegen des wachsenden Wurzelwerks Pflaster statt Asphalt verlegt ist“, skizziert Alexander Beller vom Straßen- und Wegemanagement die Situation.

Damit es künftig zu keinen Stolperfallen komme, wenn die Baumwurzeln den Boden anheben, wolle man die Grünbeeteinfassungen um die Bäume herum erweitern. „Es wird weiterhin noch genügend Platz für die Fußgänger auf dem Gehweg sein“, versichert er.

Vergabe der Ingenieurleistungen

Allerdings müssten deswegen auch die Stellplätze für Autos umstrukturiert werden, so dass einige wegfielen. Zusätzlich installiere man jedoch noch zwei Straßenlaternen und stelle die Beleuchtung auf energiesparende LED-Lichter um.

Die Baukosten betrügen rund 130 000 Euro, die Beleuchtung etwa 8000 Euro, so dass man bei Brutto-Kosten von ungefähr 193 000 Euro sei, erläutert Beller. Der nächste Schritt sei jedoch die Vergabe der Ingenieurleistungen an das Sulzer Büro Ohnmacht in Höhe von 22 982,57 Euro.

„Wir profitieren davon!“

„Wenn alles gut läuft, werden wir nach den Sommerferien beginnen, so dass es wohl eine Herbstbaustelle wird“, weist er auf den Zeitplan hin. Der Ausschuss stimmt der Vergabe einstimmig zu.

Am Ende der Sitzung meldet sich noch ein Zuhörer zu Wort. Er sei nur gekommen, um das von Stadtbauamt-Leiter Wössner Gesagte zu bestätigen, betont er. Als Anwohner der Bahnhofstraße gehöre er nämlich zu denen, die für ihre private Sanierungsmaßnahmen Geld durch die Förderung erhielten. „Das sind genau die richtigen Maßnahmen – wir profitieren davon!“, verleiht er seiner Begeisterung Ausdruck.