Es gibt hübschere Plätze in Nagold: Der graue Asphalt geht beim unteren Traube-Platz fließend in die Treppenanlage und Umrandung des oberen Traube-Platzes über. Foto: Heiko Hofmann

Die Finanzierung ist unklar, der Baubeschluss noch lange nicht gefasst, doch einen ersten Plan gibt es. Nagolds Stadtentwickler nehmen den Traube-Platz ins Visier.

Manchmal liebt es Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann, Ideen so ganz nebenbei anzusprechen – und damit in der Öffentlichkeit ein neues Thema zu setzen, vielleicht auch die Reaktionen darauf auszuloten.

 

Der Traube-Platz in Nagold ist da ein schönes Beispiel. Schon bei der Einweihung des Kleinspielfelds neben der Stadthalle hatte Nagolds OB die Idee von einem „urbanen Spielplatz“ in der Innenstadt erwähnt – dann aber auch gleich hinterhergeschoben, dieses Thema an anderer Stelle vertiefen zu wollen.

Es folgte das Nagolder Wirtschaftsgespräch auf dem Wolfsberg. Dort war von einem neuen „Erlebnisraum in der Innenstadt“ die Rede. Und dort wurde auch erstmals eine Planung an die Leinwand geworfen, die eine künftige Gestaltung des oberen und des unteren Traube-Platzes zum Inhalt hatte. Schließlich wurde das Thema auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats öffentlich. Stadtplaner Ralf Fuhrländer zeigte den Stadträten unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben“ die Pläne, die als Grundlage dienen, um über ein Förderprogramm des Bundes entsprechende Zuschüsse zu generieren.

Kostenvolumen von 1,5 Millionen Euro

In „Windeseile“ habe man einen Förderantrag auf die Beine gestellt, informierte Fuhrländer. Dabei sei die Stadt Nagold aktiv angesprochen worden. Gefördert werde „soziale Integration im Quartier“. Dabei locken hohe Fördersätze mit bis zu 70 Prozent.

Im Falle des Traube-Platzes gehe es um die Schaffung einer Verbindung, wobei die tatsächliche Bespielung noch nicht Teil des Förderantrags sei. „Wir wollen das gegebenenfalls für Kinder bespielbar machen“, deutete Fuhrländer an. Unter anderem könnte der obere Platz zu einer Spiel- und Erlebnisfläche umgestaltet werden. Die Planungen beschränken sich dabei nicht auf die Plätze allein. Auch ihre Verbindung ist Teil der Überlegungen.

In dem Antrag geht die Stadt von einem Kostenvolumen von 1,5 Millionen Euro aus. Ob man es in das Programm schafft, das ansonsten vor allem von größeren Städten genutzt wird, ist noch ungewiss. Allerdings verdeutlichte OB Großmann: „Wir wurden extra dazu ermuntert.“ Thema sei die „Attraktivierung und Reaktivierung der Innenstadt“.

Blick auf den oberen Traube-Platz Foto: Heiko Hofmann

Dass vor allem der obere Traube-Platz Potenzial hat, zeigte sich bereits zur Landesgartenschau 2012, als eine temporär errichtete Lounge vor allem von jungen Menschen sehr gut angenommen wurde. Auch aktuell sind die Sitzgelegenheiten um die nicht mehr ganz zeitgemäßen Pflanzumrandungen oft belegt. Allerdings wirkt vor allem der unterer Platz nicht wirklich einladend, eine grau gepflasterte Fläche, eine wenig einladende Treppenanlage, die zum oberen Platz führt und immer wieder zu Farb-Schmierereien animiert – viel mehr hat der untere Traube-Platz nicht zu bieten.

Breite Sitzstufen verbinden die Plätze

Konkret sind die Pläne zwar noch nicht. Doch ein Blick auf den Plan, der auch Teil des Förderantrags ist, zeigt unter anderem eine deutlich offener gestaltete Verbindung zwischen den beiden Traube-Plätzen mit breiten Sitzstufen. Ein wenig erinnert das an eine Arena oder ein antikes Theater. Diese breiten Sitzstufen würden schon deutlich vor der heutigen Treppenanlage beginnen und sich komplett bis zum Zugang zur Tiefgarage erstrecken.

Hinzu kommen neue Bäume und weitere Sitzgelegenheiten sowie ein Bereich „Wasser“, was auf einen Brunnen oder ein Wasserspiel auf dem unteren Platz hindeuten könnte. Auch die Pflanzumrandungen auf dem Oberen Platz sind neu gestaltet. Zudem sind entlang der Bahnhofstraße drei Baumstandorte eingezeichnet. Ebenso befindet sich an der Zufahrt zum unteren Platz ein Baumstandort.