Mercedes legt keine Berufung gegen das WM-Finale ein und packt lieber die Regel-Problematik an. Das ist die einzig richtige Strategie, findet Sport-Redakteur Jürgen Kemmner.
Stuttgart - Mercedes stellt den Motor ab. Das Formel-1-Team wird nicht gegen die Wertung des WM-Finales in Berufung gehen, der Rennstall akzeptiert, dass Max Verstappen neuer Formel-1-Champion ist – auch wenn bei jedem einzelnen Mercedes-Mitarbeiter von Teamchef Toto Wolff bis hin zum Kantinenpersonal in der Firma in Brackley ein massiver, unauslöschbarer Ärger in der Bewertung der letzten fünf entscheidenden Runden im Gedächtnis haften bleibt. Man kann den Verantwortlichen zu diesem Entschluss nur gratulieren und ihnen eine ordentliche Portion Respekt dafür zollen, ein gefühltes Unrecht hinunterzuschlucken.
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Keine Berufung einzulegen war aber auch die einzig richtige Entscheidung. Es hat doch niemand ernsthaft mehr daran geglaubt, dass die Sportrichter Max Verstappen die WM-Krone wieder wegnehmen und Lewis Hamilton reichen würden. Die Mercedes-Bosse haben auch deshalb sinngebend gehandelt, weil es in der Natur der Formel 1 liegt, den Blick aufmerksam nach vorn zu richten und nicht zu lange in den Rückspiegel zu starren. Der Blick zurück im Zorn bringt keinen weiter, im Gegensatz zum festen Willen, genau die Problemfelder zu beackern, die beim WM-Finale für so viel Verwirrung und böses Blut gesorgt haben.