Zwei Wahlkreise, ein einziger Abgeordneter: Der direkte Draht nach Berlin darf für den Zollernalbkreis nicht abreißen, meint unsere Kommentatorin.
Da hat das neue Wahlrecht direkt zugeschlagen: Einen einzigen Abgeordneten darf der Zollernalbkreis künftig in den Bundestag schicken. Dürftig.
Dabei haben in der vergangenen Legislaturperiode sechs Vertreter, davon fünf gleichzeitig, die Interessen der Region im fernen Berlin vertreten.
Wertvoll war es für den Kreis, wenn etwa CDU-Politikerin Annette Widmann-Mauz für den B27-Ausbau warb, der CDU-Abgeordnete Thomas Bareiß für die Ortsumfahrung Lautlingen, FDP-Mann Julian Grünke für die Regionalstadtbahn, SPD-Vertreter Robin Mesarosch für eine gute ärztliche Versorgung, Chris Kühn (Grüne) für mehr Elektro-Mobilität, wenn SPD-Politiker Martin Rosemann mit Bürgermeistern vor Ort in Kontakt war und die Wunschliste in Berlin zumindest im Hinterkopf hatte.
In Berlin Gehör finden
Die Basis wird sich noch mehr mühen müssen, in Berlin Gehör zu finden. Der direkte Draht darf nicht abreißen – in Zeiten von Politikverdrossenheit wäre das ein schlechtes Signal.
Diese Hausaufgabe hat die Zollernalb-Politik direkt auf dem Zettel. Zeit zu verlieren, das wird sie sich nicht leisten können.