Neuer Zündstoff im Atomstreit der USA mit dem Iran: Der US-Kongress droht damit, die Atom-Verhandlungen gleisen zu lassen. Foto: dpa

Die Sanktionen gegen den Iran sollen schrittweise aufgehoben werden. Hardliner in den USA versuchen, ein dauerhaftes Abkommen abzuwenden. Der Atom-Deal steht in Gefahr, sagt Politik-Redakteur Winfried Weithofer.

Die Sanktionen gegen den Iran sollen schrittweise aufgehoben werden. Hardliner in den USA versuchen, ein dauerhaftes Abkommen abzuwenden. Der Atom-Deal steht in Gefahr, sagt Politik-Redakteur Winfried Weithofer.

Das Verhältnis zum Iran verfolgt die Amerikaner wie ein Trauma. Es datiert aus dem Jahr 1979, dem Jahr der islamischen Revolution, als die amerikanische Botschaft in Teheran von jungen Eiferern gestürmt wurde, 52 US-Diplomaten 444 Tage lang in Geiselhaft saßen und ein Befreiungsversuch später kläglich scheiterte.

Dies ist der Hintergrund für das Misstrauen, das amerikanische Senatoren gegenüber dem Mullah-Staat nach wie vor hegen. Ein Abkommen mit einem Regime, das Ayatollah Khomeini etabliert hat, ist für sie undenkbar. Mehr als die Hälfte der 100 Senatoren sind für neue Sanktionen gegen den Iran. Präsident Barack Obama wird einmal mehr alle seine Überzeugungskünste aufbringen müssen, um sie für den Vertrag, der das iranische Atomprogramm begrenzen soll, zu gewinnen.

Fürs erste jedenfalls ist es gelungen, Druck aus dem Kessel zu lassen. Die Voraussetzungen­ sind geschaffen, um ein endgültiges Abkommen zu erreichen. Das ist nach all den Jahren, in denen ein Militärschlag immer näher zu rücken schien, Grund genug, um aufzuatmen.

Entscheidend ist jetzt, dass der Iran Anreize hat, ein verlässlicher und konstruktiver Mitspieler auf der internationalen Bühne zu werden. Sollte Teheran tatsächlich bereit sein, diese Rolle ehrlich auszufüllen und dabei beispielsweise seine Unterstützung für nahöstliche Extremisten aufzugeben, würde davon am Ende auch Israel profitieren. Und selbst die Sorgen der amerikanischen Abgeordneten würden kleiner.

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