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Im Umfeld des friedlichen Protests gegen S 21 wächst die Gewalt, sagt  Wolfgang Molitor.

Neun verletzte Polizisten, darunter ein 42-Jähriger, der mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen noch immer im Krankenhaus liegt. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. Zerstochene Reifen, abgerissene Kabel, zerstörte Wasserrohre - der Sachschaden ist beträchtlich. Das Ergebnis der abendlichen Randale gegen Stuttgart 21 ist am Hauptbahnhof zu besichtigen. Ein schwarzer Montag nach dem schwarzen Donnerstag.

Und was fällt denen, die sich Parkschützer nennen, dazu ein? Bedauern? Selbstkritik? Distanz? Keine Spur! Die Polizei fantasiere, dramatisiere und kriminalisiere, behauptet ihr Häuptling und schwätzt von einer gelösten Feierabendstimmung. Und der grüne Verkehrsminister - bei allem Bekenntnis zur Gewaltfreiheit - weist eilig darauf hin, die Bahn habe mit dem Weiterbau schließlich Ratschläge missachtet, bis zum Stresstest im Juli keine weiteren Fakten zu schaffen.

Die Polizei lügt, die Bahn betrügt - so heißen die plumpen Parolen. Ein Teil der S-21-Gegner wird den demokratischen Stresstest nicht bestehen. Sie haben Wind gesät und ernten Sturm. Naiv die einen, kaltblütig die anderen. Die Gewalt zieht es zum Bahnhof. Auch wenn die Mehrheit der Demonstranten friedlich ist und bleibt - in ihrem Umfeld laufen immer mehr Chaoten mit, die nur ein Ziel haben: zuzuschlagen und zu zerstören.

Stuttgarts neuer Polizeipräsident Thomas Züfle setzt weiterhin auf Besonnenheit und Augenmaß. Und der neue SPD-Innenminister Reinhold Gall hofft, dass ihm Bilder wie zu Mappus-Zeiten erspart bleiben. Der Protest läuft aus dem Ruder.

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