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Kommentar Rückzug aus der Politik: Null Koch

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Stuttgart - So gesagt hat er es nicht, aber abgesehen von ein paar pflichtschuldig vergossenen Abschiedstränchen, lautet die Botschaft von Roland Koch: Ich gehe, weil mir die Politik keinen Spaß mehr macht. Oder präziser, zugespitzter formuliert: Der hessische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende tritt erhobenen Hauptes ab, weil ihm diese Politik keinen Spaß mehr gemacht hat. Sein Entschluss ist konsequent: null Bock, null Koch.

Die Niederungen der hessischen Landespolitik haben den 52-Jährigen zum Schluss nicht mehr begeistern können, haben ihn nicht mehr ausgelastet. Die schwarz-gelbe Koalition in Wiesbaden gilt als stabil, mit Volker Bouffier scheint ein aussichtsreicher Nachfolger aufgebaut, und die nächste Landtagswahl droht erst 2013. Nein, Hessen hat Koch seit langem abgehakt. Und die Bundespolitik? Dort war er in dem Maße höher bei Freund und Feind geachtet, als sein unbequem-raubauziger Rat zwar noch ge-, aber nicht mehr erhört wurde. Erst recht nicht von der Kanzlerin.

Als ob es sich die CDU erlauben könnte, auf selbstbewusste Gestalter wie Koch zu verzichten. Die Union verliert seit langem Köpfe dort, wo sie der Verlust zurzeit am empfindlichsten trifft - auf dem konservativen Flügel und auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Man muss Koch am Ende seiner parteipolitischen Karriere nicht besser machen, als er ist und war - sein Handeln war selten von Polarisierungen frei, war öfter auf Krawall gebürstet als auf sensiblen Kompromiss aus. Aber Koch stand stets für eine berechenbare Union, gerade weil sein Kampf gegen die Beliebigkeit Ecken und Kanten hatte. Gewiss: Der 52-Jährige lässt keine Lücke zurück, die die Partei nicht füllen könnte. Die Frage ist nämlich eine andere: Was ist, wenn Angela Merkel diese Lücke gar nicht mehr füllen will?

Das könnte die Rolle von Stefan Mappus sein. Nicht als vereinsamter Rechtsausleger, der ja auch Koch nie war. Nicht als konservativer Lautsprecher, der schon aufgrund der Tonlage ein abgestempelter Außenseiter bliebe. Nein, die CDU braucht einen Kopf, der ihr C gesellschaftlich modern, sozial zukunftstauglich und wirtschaftlich attraktiv zu formulieren versteht.Einen erkennbaren Kopf mit Perspektive. Streitbar und kompetent. Einen, hinter dem ein großer, erfolgreicher Landesverband steht. Einer, der sich vor einer wichtigen Landtagswahl - in der nicht zuletzt über die Zukunft schwarz-gelber Bündnisse entschieden wird - nicht scheut, auch bundespolitisch seinen Hut in den Ring zu werfen. Als ein Merkel-Stellvertreter. Für den geringen Preis, dass Annette Schavan dann wohl ihren Vize-Posten räumen müsste.

Koch verlässt Koch die Bühne. Schade, wenn sein Platz von Proporzlern ausgewürfelt würde.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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