Die Gemeinde Schömberg richtete im Haus Grüntal ein Flüchtlingsheim ein. Es gibt Kapazitäten. Schömberg will Ostelsheim beim Unterbringen Geflüchteter helfen – unter Bedingungen.
Die Gemeinde Schömberg hat das Haus Grüntal in Schömberg gekauft.
In dem Gebäude war einst ein Alten- und Pflegeheim. Die Gemeinde Schömberg richtete nach dem Kauf eine Unterkunft für Flüchtlinge ein.
Im Haus Grüntal gibt es noch Kapazitäten. Umgekehrt haben andere Kommunen Probleme, Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört Ostelsheim.
Die Gäugemeinde fragte deshalb in Schömberg an, ob es noch Möglichkeiten gibt, Flüchtlinge aufzunehmen.
Das Schömberger Ordnungsamt setzte einen Vertragsentwurf auf. Er orientiert sich an der Vereinbarung mit der Gemeinde Höfen. Auch diese hatte in Schömberg angefragt, ob die Glücksgemeinde zusätzliche Flüchtlinge unterbringen kann.
Gemäß dem Vertragsentwurf der Schömberger Verwaltung nimmt die Gemeinde Schömberg im Auftrag der Gemeinde Ostelsheim bis zu 15 Flüchtlinge auf. Die entsprechenden Aufwendungen für das Unterbringen der Flüchtlinge überweist das Landratsamt nicht nach Ostelsheim, sondern direkt nach Schömberg, ist in dem Entwurf zu lesen.
Außerdem kam in den Entwurf mit Ostelsheim eine weitere Bestimmung hinein, die in der Vereinbarung mit Höfen noch nicht enthalten ist. Demnach stellt Schömberg der Gemeinde Ostelsheim die Kosten in Rechnung, die nachweislich durch die aufgenommenen Personen entstanden. Dabei geht es nach Auskunft der Verwaltung um Sachschäden.
„Sehr intensive Betreuung“
Tino Bayer (MUZ) gab im Schömberger Gemeinderat zu bedenken, dass der Platz zwar da sei, aber nicht die personelle Kapazität. Bayer ist im Arbeitskreis Asyl aktiv. Er sagte, dass Flüchtlinge eine „sehr intensive Betreuung“ benötigten. Das sei mit einer 70-Prozent-Stelle für einen Integrationsmanager nicht zu schaffen. Schömberg hat eine solche 70-Prozent-Stelle eingerichtet.
Lösungen angemahnt
Die Menschen in Ausbildung zu bringen sei ein enormer Aufwand, gab Bayer zu bedenken. Hier müssten Lösungen gefunden werden. Er brachte einen Unterkunftsleiter ins Spiel.
Die Gemeinde Schömberg hat Markus Becker als Integrationsmanager angestellt. Er bekam viel Lob im Gemeinderat. Gemeinderätin Rosario Moser (CDU) sprach von einer „wirklich tollen Arbeit“.
Der stellvertretende Bürgermeister Udo Bertsch bezeichnete sie als vorbildlich. Die Arbeit sei für das Miteinander wichtig.
An den Kosten für den zusätzlichen Personalaufwand sollte sich auch Ostelsheim beteiligen, sagte Bertsch. „Ostelsheim wird sich beteiligen müssen“, so Bayers Auffassung.
Dieser Meinung war auch Christoph Eck (CDU). Dies gelte nicht nicht nur für den Integrationsmanager, sondern auch für weitere Hausmeisterkosten.
Letztlich beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme, Flüchtlinge aufzunehmen, für die Ostelsheim zuständig ist. Allerdings muss die Gäugemeinde für Sachschäden aufkommen, welche die zugewiesenen Flüchtlinge verursachen.
Außerdem entschied das Gremium, pro Geflüchteten und Monat zusätzlich 100 Euro zu verlangen. Diesen Betrag hatte Kämmerer Ralf Busse vorgeschlagen.