Die Bürgerinitiative (BI) „Bürgerinfo Althengstett“ lädt ein, am Sonntag vor Ort über das Ausmaß der Erweiterung des Kasernengeländes zu informieren. Und: Sie fordert Alternativen.
Gegen die aktuellen Pläne zur Erweiterung der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw, dem Standort des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK), hat sich in Althengstett die Bürgerinitiative „Bürgerinfo Althengstett“ formiert.
Mit einer öffentlichen Infoveranstaltung im betroffenen Gebiet will sie deutlich machen, wie nah die geplante Erweiterung an die Althengstetter Wohnbebauung heranrückt, wie viel landwirtschaftliche Fläche dadurch verloren geht und welche Forderungen sie alternativ an die Bundeswehr hat.
Treffpunkt ist am 7. Dezember um 14 Uhr in der Hauptstraße/Ecke Karlstraße in Althengstett.
Das Kasernengelände soll um 23 Hektar nach Norden in Richtung des Ortsendes von Althengstett erweitert werden. Die Hälfte der Fläche, 11,5 Hektar, entfallen auf die Erweiterung mit bebauter Fläche, die anderen 11,5 Hektar sollen als Ausgleichsflächen dienen.
Vielgenutztes Gebiet
Die betroffene Fläche gliedert sich hauptsächlich kleinteilig in landwirtschaftlich genutzte Grundstücke, etwa 80 Eigentümer und Erbengemeinschaften sind hier involviert.
Darüber hinaus ist das Gelände ein vielgenutztes Naherholungsgebiet für die Althengstetter Wohngebiete links und rechts der Hauptstraße beziehungsweise Kreisstraße in Richtung Heumaden.
Im Oktober 2024 wurden dem Althengstetter Gemeinderat die Pläne zur Erweiterung vorgestellt.
Betroffene Grundstückseigentümer wurden im Herbst 2024 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BlmA) angeschrieben, die sich um den Grunderwerb für das Vorhaben kümmert.
Bei der öffentlichen Info-Veranstaltung der Bundeswehr im Januar 2025 zeigte die voll besetzte Festhalle, dass das Thema die Bevölkerung umtreibt.
Im Februar 2025 hat der Gemeinderat die Notwendigkeit der Erweiterung anerkannt.
Mit Beschluss wurde Althengstetts Bürgermeister Rüdiger Klahm allerdings beauftragt, im Dialog mit der Bundeswehr unter anderem auf die Verkleinerung der Erweiterungsflächen und die Verschiebung der Ausgleichsflächen aus dem Plangebiet, auf eine angemessene Entschädigung der Eigentümer und Pächter sowie auf die vollständige Übernahme der Kosten für notwendige Änderungen an der gemeindeeigenen Infrastruktur hinzuwirken.
Auch der Regionalverband hat sich mit dem Thema schon beschäftigt und warnt vor Gefahren für die Natur.
Nicht allein Althengstett
Die Bürgerinitiative stellt sich nicht grundsätzlich gegen die Bundeswehr und das KSK, betonen Vertreter im Gespräch mit unserer Redaktion. Allerdings wehrt sich die BI dagegen, dass die Erweiterung nur zu Lasten und auf Kosten von Althengstett gehen soll.
Bei der Infoveranstaltung am 7. Dezember will die BI ihren Forderungen öffentlich Nachdruck verleihen. Althengstett dürfe nicht der alleinige Flächengeber für die Erweiterung des Kasernengeländes sein, es gebe bessere Lösungen aus Sicht der BI. Die Ausdehnung in Richtung Althengstett müsse am Klammerzengraben enden und sie müsse südlich und westlich auch in Richtung Calw gehen.
Die Initiative kann kontaktiert werden per Mail unter Buergerinfo_Althengstett@t-online.de.