Unter anderem Fine-Line-Blumen, wie diese aus dem „SideAlleyInk“ in Baiersbronn, lagen 2025 stark im Trend. Foto: Pascal Göcks

Welche Tattoos waren 2025 am beliebtesten? Welche Motive blieben in Erinnerung? Und welche Trends warten in 2026? Wir haben bei Tätowierern im Kreis Freudenstadt nachgefragt.

Tattoos gelten als äußerst individuelle Kunstform, geprägt von persönlichen Geschichten und Vorlieben. Umso überraschender ist die Einigkeit unter den Tätowierern im Kreis Freudenstadt: Kein anderer Stil war in den Studios so gefragt und prägte das vergangene Jahr so stark wie die Fine-Line-Tattoos.

 

Die minimalistischen Tattoos, bestehend aus feinen, präzisen Linien, erfreuten sich dabei vor allem bei Frauen großer Beliebtheit. Männer tendierten hingegen eher in Richtung Realistik, erklärt Darius Lison, Inhaber von „Diamond Tattoo“ in Freudenstadt.

Vor allem Schriftzüge in dem Stil seien sehr gefragt gewesen. „Häufig sind das die Namen der eigenen Kinder oder bedeutende Daten“, erklärt Manuel Wurster, Inhaber von Murphys Tattoo Studio in Horb. Laut Benjamin Drzyzga, dem Inhaber von „TheInkStop“ in Loßburg, lagen aber auch florale Motive, insbesondere die Pfingstrose, im Trend.

One-Line, Dotwork und Neo-Tribals

Anknüpfend an den Fine-Line-Trend, erfreuten sich auch One-Line-Tattoos, die wie der Name schon sagt, aus einer einzigen, durchgehenden Linie bestehen, großer Beliebtheit.

Zwei Kolibris im One-Line-Stil, gestochen im „SideAlleyInk“ in Baiersbronn Foto: Pascal Göcks

„Ein weiterer Trend ist Dotwork – also Motive, die komplett aus feinen Punkten bestehen und dadurch eine besondere Struktur und Tiefe bekommen“, erklärt Wurster. Dabei waren laut Drzyzga vor allem Mandalas im Dotwork-Stil gefragt. „Außerdem sehe ich, dass farbige Tattoos wieder mehr nachgefragt werden“, ergänzt Wurster.

Auch Neo-Tribals, eine moderne Interpretation der traditionellen Stammesmuster (Tribals), würden immer beliebter, gerade in der Technoszene, erklärt Drzyzga. Er habe auch schon wieder erste Anfragen für ein „Arschgeweih“ bekommen – nun allerdings in dem modernen Neo-Tribal-Stil.

Schwarzwald, Natur und Heimat

Ein besonders beliebtes Motiv sei auch der Schwarzwald gewesen, meint Isabella Memovic, Inhaberin von „Old&Art Tattoo“ in Alpirsbach. „Alles mit Wald, mit Natur, mit Heimat“, bestätigt Lison.

Auch im „Tannen Nadel Tattoo“ in Freudenstadt machte sich das Verbundenheitsgefühl mit den Schwarzwald bemerkbar. Das Nummer-Eins-Motiv in Martin Kühnemuths Studio: Tannenbäume in jedweder Form.

Die kuriosesten Tattoo-Motive 2025

Manche Kunden wurden bei ihren Tattoo-Wünschen aber auch sehr kreativ. In Horb stach Wurster im vergangenen Jahr ein Tattoo mit der Aufschrift: „Bitte keine Wiederbelebung“. Inspiriert durch einen Tik-Tok-Trend bekam Pascal Göcks, Inhaber von „SideAlleyInk“ in Baiersbronn, die Anfrage, einen menschlichen Bissabdruck zu tätowieren.

In Freudenstadt brachte Kühnemuth indessen ein Auge mit drei Pupillen, ein Pferd mit drei Köpfen, zwei Skelette auf einem Roller sowie die Venusstatue vom Marktplatz unter die Haut seiner Kunden. Das absolute Highlight in seinem Studio seien aber natürlich die „Tal X“-Tattoos anlässlich der Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn gewesen, erzählt Kühnemuth.

Diese Trends sagen die Tätowierer für 2026 voraus

„Ich schätze, dass Fine-Line-Tattoos auch in 2026 ein großer Trend sein werden, weil sie einfach schlicht und dezent sind, nicht dick auftragen, aber trotzdem einfach schön aussehen, geschweige denn ein guter Einstieg sind, um die Welt der Tattoos besser kennenzulernen“, so Göcks Vorhersage.

Wurster sieht indessen weiterhin einen starken Trend zu Cover-Ups: „Viele möchten alte Tattoos überarbeiten oder überdecken lassen.“ Stilistisch lägen dabei Mandalas, Fine-Line-Blumen, Namen und Tierporträts nach wie vor ganz vorne. Kühnemuth hingegen ist sich sicher: Generell kommen die Trends aus der Großstadt, wie etwa die Neo-Tribal-Tattoos, früher oder später auch bei uns auf.