Fotograf Elmar Lenz beim Aufhängen der Bilder in der Königsfelder Klinik. Foto: Wolfgang Trenkle

Kunstausstellungen in den Mediclin-Kliniken Königsfeld sollen Patienten neue Impulse geben. Den Auftakt macht Fotograf Elmar Lenz mit seinem Projekt „1+1“.

Kunstausstellungen in der Rehaklinik? Eine früher in der Königsfelder Mediclin Albert Schweitzer- und Baar-Klinik gepflegte Tradition will der neue kaufmännische Direktor Ernst Grob laut Pressemitteilung wieder aufleben lassen: „Die Patienten sind über zusätzliche Freizeitangebote in der Reha sehr dankbar.“

 

In Königsfeld sind zwei Mediclin-Kliniken unter einem Dach untergebracht: Anders als die Patienten der psychosomatisch orientierten Baar-Klinik sind jene der Albert Schweitzer-Klinik oft körperlich eingeschränkt. Rehabilitativ behandelt werden dort kardiologische und vaskuläre sowie pneumologische Erkrankungen.

Wer auf einen Rollator oder ein Sauerstoffgerät angewiesen ist, nutzt angesichts des geringen Aktionsradius die externen kulturellen Angebote kaum. Klinikinterne sind daher umso wichtiger.

Optimal für Ausstellungen erweist sich ein langer, lichter Verbindungsgang zwischen zwei Gebäudeteilen. Los geht es nun mit einer Ausstellung des Villinger Fotografen Elmar Lenz. Dieser stellt unter dem Titel „1+1“ einem Porträt jeweils ein zweites Bild zur Seite. „Beide Bilder können für sich stehen. Als Paar erzählen sie aber eine neue Geschichte“, so Lenz.

Die Geschichte hinter dem Fotografen

Der in Villingen-Schwenningen lebende Fotograf, arbeitet seit 20 Jahren als Sozialpädagoge in einer psychiatrischen Einrichtung im Nachbarkreis Rottweil. Künstlerisch widmet er sich vor allem den Genres Porträt, Landschaften, Architektur und Wildlife.

Großes Interesse an der Fotografie entwickelte er erst vor wenigen Jahren. Inzwischen ist sie neben dem Sportklettern ein prägender Bestandteil seines Lebens. „Früher habe ich nicht einmal im Urlaub einen Kleinbildfilm mit 36 Bildern vollgeknipst“, sagt Lenz.

Erst eine digitale Kamera mit der Möglichkeit, Tiefenschärfe als gestaltendes Mittel einzusetzen, löste 2018 sein Interesse sowohl an der Technik wie auch den Motiven aus. Die Kamera ist inzwischen ein enger Begleiter des 50-Jährigen: „Andere haben einen Hund, ich habe eine Kamera“, meint er ironisch.

Ein passiver Beobachter hinter der Kamera

Anders als im Genre der Personenfotografie, in der er hinter der Kamera die aktive Rolle der Regie übernimmt, ist Lenz in der Tierfotografie ein passiver Beobachter. Neben einer Tarnung, um den Tieren näher zu kommen, ohne sie zu stören, ist dort vor allem Stillhalten und Geduld gefragt.

Und trotzdem: Nicht immer kommt der richtige Moment, den Auslöser zu drücken. Dass er dennoch oft genug vorkommt, beweisen laut Mitteilung die ausdrucksstarken Bilder.