Auf den Königsfelder Friedhöfen – hier die Anlage in Buchenberg – stehen einige Veränderungen an. Doch diese könnten teuer werden.  Archivfoto: Hübner Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Ausschuss in Königsfeld debattiert über Pläne

Arg teuer könnte die Umsetzung des Friedhof-Entwicklungskonzepts werden, dessen Details im Ausschuss für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr präsentiert wurden.

Königsfeld. Bürgermeister Fritz Link sprach vom Trend zu anderen Bestattungsformen, vor allem zu Urnen-Baumgräbern. Aus den Beratungen von Ortsvorstehern und Ortschaftsräten kam der Wunsch, sie auf den Friedhöfen Buchenberg, Burgberg-Erdmannsweiler, Neuhausen sowie Weiler anzubieten und die Gräber nicht geordnet, sondern zufällig, jeweils 20 unter einem Baum, zu verteilen. Er selbst sei kein Freund der Chaostheorie, so Link. Auch werde diese Anordnung zu höheren Pflegekosten führen. Ein weiterer Wunsch waren hochstämmige Bäume unterschiedlicher Arten.

"Parkähnliche Anlage, die zum Verweilen einlädt"

Laut Landschaftsarchitekt Marius Weißhaupt ist das Ziel eine "parkähnliche Anlage, die zum Verweilen einlädt und die Aufenthaltsqualität steigert".

Auf dem Friedhof Burgberg-Erdmannsweiler könnten in einem ersten Abschnitt, vom Eingang aus gesehen rechts vorne, drei Bäume gepflanzt werden, wobei die nötigen Löcher zunächst nur unter einem angelegt würden. Der Ablage von Kränzen oder Töpfen dienen Baumscheiben. Geplant sind mehrere Sträucher und Bänke, dazu kommen Erdmodellierungen, das Pflastern eines bisher asphaltierten Wegs, wo auch Stufen entfernt werden sollen.

Im zweiten Bauabschnitt, unterhalb des ersten, soll eine sanierungsbedürftige Betonmauer entfernt und oben am Weg eine Steinmauer ersetzt werden, damit das Gelände nicht zu steil wird. Geplant sind dort Urnen-Reihen- und Urnen-Gemeinschaftsgräber sowie Bänke und Sträucher und das Pflastern eines weiteren Wegstücks. Im dritten Bauabschnitt sollen die restliche Wegfläche und der Zufahrtsbereich gepflastert werden. Die zentrale Wegachse könnten Säuleneiben säumen.

Die Bauabschnitte schlagen mit netto 68 000, 89 000 und 32 000 Euro zu Buche, insgesamt 190 000. "Wir wollen den Friedhof nicht neu bauen", so Link. Man müsse Kosten deutlich reduzieren. Der Bedarf bestehe im Moment nur für Baumbestattungen. Die Leute wollten einen Ort, um ihrer Trauer Ausdruck verleihen zu können.

Matthias Weisser und Sabine Schuh wollten wissen, inwieweit man die Kosten auf Nutzer umlegen kann. Das ist laut Link nur bedingt möglich. Je mehr man investiere, desto schlechter sei der Deckungsgrad. Auch sei die Bepreisung von Urnengräbern deutlich schlechter als die normaler Wahl- oder Familiengräber.

"Ich verstehe die Welt nicht mehr", so Bernd Möller angesichts der Kosten. Man solle "einen Baum hinsetzen, ein paar Löcher machen und das war’s". Das koste ein paar tausend Euro.

In Neuhausen könnten vom Eingang aus gesehen vorne rechts vier Bäume gepflanzt werden. Gewünscht wurde auf der gegenüberliegenden Seite eine Erweiterung der Urnen-Reihengräber. Die Gesamtkosten lägen bei 43 000 Euro.

In Weiler könnten in der Nähe von Aussegnungshalle und anonymem Grabfeld zwei Bäume gepflanzt werden, ebenfalls inklusive Bänken und Sträuchern. Auch Urnen-Reihengräber könnten erweitert werden. Im Südosten wäre noch Platz für klassische Bestattungsformen. Die Kosten lägen bei etwa 41 000 Euro.

In Buchenberg wäre im unteren, rechten Bereich Platz für drei Bäume sowie Wahl- und Reihengräber. Verlegt werden müsse der Müllplatz. Die Kosten lägen bei 58 000 Euro.

Kosteneinsparungen sollen geprüft werden

Weißhaupt erläuterte, wie es zu den hohen Kosten kommt, mit Vorarbeiten, dem Abziehen des Oberbodens, Erd- und Vegetationsarbeiten und anderem. Auch werden ihm zufolge üblicherweise Rohre aus Spezialbeton in den Boden eingelassen, um die Verwesung der Urnen und Doppelbelegung zu ermöglichen. Allerdings plädiert die Verwaltung laut Link nur für Einzelbelegung, auch weil man zwei Namen nicht auf die vorgesehenen, runden Granitscheiben über den Löchern bekomme. Fiehn meinte, dass die Bestattung auch ohne Rohr möglich sei.

Eine Durchgrünung der Friedhöfe sei nicht verkehrt, er sei aber entsetzt über die Kosten. Laut Weißhaupt könnte man auch die Qualität der Bäume verringern. Baumscheiben könnten zwar statt aus Beton auch mit Rindenmulch realisiert werden. Das sieht laut Link aber schnell ungepflegt aus. Noch wesentlich teurer als Granitplatten wären Stelen, so Weißhaupt auf Nachfrage von Berthold Müller. Das nachträgliche Bohren von Löchern mache den Wurzeln nichts aus, so Weißhaupt auf die Frage von Axel Maier.

Letztlich nahm Link als Auftrag für die Verwaltung mit, mögliche Kosteneinsparungen zu prüfen. Alternativ könne man die Umsetzung auch noch einmal schieben, so der Bürgermeister.