Im Internet-Café des Christoph-Blumhardt-Hauses waren die jungen Menschen die Lehrer und die Senioren die Schüler. Andere spielten mit den Senioren oder lasen ihnen etwas vor. Foto: privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Jugendliche beenden neues Sozialpraktikum im Christoph-Blumhardt-Haus / Alle Beteiligten ziehen positive Bilanz

Königsfeld. "Es war eine schöne Erfahrung, jemandem helfen zu können", meinte ein Zinzendorfschüler, der im Christoph-Blumhardt-Haus (CBH) ein Sozialpraktikum geleistet hat. Dieses mehrwöchige Praktikum ist seit Beginn des Schuljahres für alle Tages- und Vollzeitinternatsschüler der siebten bis neunten Klassen verpflichtend.

Sie konnten wählen, ob sie den Bewohnern etwas vorlesen und mit ihnen spielen, oder im neu errichteten Internet-Café Hilfestellung im Umgang mit Computern geben wollten. In beiden Gruppen machten sich die Schüler schnell unentbehrlich: "Die Bewohner erwarteten die Nachmittage, an denen die Schüler kamen, immer mit Spannung", sagte Heimleiter Jürgen Lieberum bei einer Feierstunde zum Abschluss des Sozialpraktikums. "Schon kurz nach dem Start erzählte mir eine Seniorin ganz stolz: ›Herr Lieberum, ich weiß jetzt, was eine Maus ist‹."

Mit diesem neuen Projekt steige die Lebensqualität für die Bewohner messbar, meinte der Heimleiter, bevor er seine Ansprache mit den an Rainer Wittmann gerichteten Worten schloss: "Sie haben tolle Schüler!" Der geschäftsführende Schulleiter wiederum freute sich zu beobachten, wie sich Senioren und Schüler strahlend anlächelten und stellte heraus, dass diese Erfahrung nicht nur für die Senioren, sondern auch für die Jugendlichen positiv war. "Damit wurde den jungen Menschen gezeigt, dass ihre Hilfe wertvoll ist." Ein fast 90-jähriger Heimbewohner sagte, dass er sich, als er noch zu Hause wohnte, zu alt gefühlt hatte, um den Umgang mit dem Computer auszuprobieren. "Dank der jungen Leute habe ich doch noch etwas gelernt."

Bevor die 35 Schüler Urkunden für ihr Sozialpraktikum bekamen und bei Kaffee und Kuchen die Zeit mit den Senioren beendeten, meinte eine Bewohnerin des Altenheims: "Es war sehr schön, dass die Jugendlichen uns geholfen haben, aber meine Ausbildung im Internet ist noch nicht beendet. Bitte schicken Sie wieder Schüler." Das versprach der Schulpfarrer der Zinzendorfschulen, Christoph Fischer, der mit dem Leiter des Jungeninternats Haus Früauf, Andreas Sendlbeck, und dem Heimleiter Jürgen Lieberum dieses Projekt zur Begegnung zwischen den Generationen entwickelt hatte.

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