Auf dem aktuellen Luftbild sind die Verläufe der Golfbahnen im Angelmoos gut zu erkennen. Foto: Landesarchiv/StAL/EL68IX-15325

Heute ist der Königsfelder Golfplatz überregional bekannt, lockt Sportbegeisterte aus nah und fern an und ist aus dem Freizeitangebot des Kurorts kaum mehr wegzudenken. Doch es ist nicht einmal so lange her, da gab es den Golfplatz noch gar nicht.

Königsfeld - Es waren gänzlich andere Zeiten, als Baden-Württemberg 1968 erstmals systematisch aus der Luft aufgenommen wurde. 54 Jahre sind mittlerweile vergangen – und auch eine kleine Zeitreise ins Königsfelder Angelmoos lohnt sich.

 

Ende der 1960er-Jahre war dort noch die Landwirtschaft dominant. Ging es damals eher beschaulich zu, herrscht heute wesentlich mehr Betrieb: Seit 1990 legen die Mitglieder des Golfclubs Königsfeld emsige Betriebsamkeit an den Tag. Wo einst eine geflegte Ackerfläche an die andere gereiht war, befinden sich heute grüne Wiesen, auf denen ein kleiner weißer Ball ins entsprechende Loch rollen soll.

Mehrere Biotope sind integriert

18 Bahnen locken Freunde des Golfsports aus nah und fern heute nach Königsfeld. Etwa 80 Hektar – größtenteils auf Gemarkung Buchenberg – ist die Anlage, die auch eine Driving-Range, ein Putting-Green und einen Übungsbunker sowie mehrere Biotope umfasst, heute groß. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass sich an jenem Ort, der auch heute noch ein idyllisches Fleckchen Erde ist, ein beliebter Golfplatz etablieren konnte?

Eine turbulente Anfangszeit

Die Geschichte des Königsfelder Golfplatzes beginnt im Jahr 1986. Damals finden sich eine Gruppe von Schweizer Golfspielern und ein Münchner Unternehmer zusammen, um entsprechende Pläne zu machen. Im Mai 1989 wird der Golfclub gegründet, im Juni desselben Jahres der Bebauungsplan für das Gebiet beschlossen. Die Beteiligten rechnen mit Kosten von etwa 5,5 Millionen Mark.

Doch dann wird die Geschichte der Sportanlage turbulent. Im September 1989 wird publik, dass es bei der Finanzierung des Vorhabens Ungereimtheiten gibt. Der Generalbevollmächtigte des Vereins, Clemens Ernst Queitsch, muss seinen Posten nach undurchsichtigen Machenschaften räumen. Um den Bau des Golfplatzes weiter voranzutreiben, gründet man Golf- und Freizeitanlagen GmbH und den Golf Country Club.

1991 wird die Eröffnung gefeiert

Der Ausbau des Platzes wird weiter vorangetrieben, die Villa Hüngerle – wie schon von Anfang an geplant – gekauft und zum Clubhaus umgewidmet. Am 17. und 18. August 1991 wird die Eröffnung des Golfplatzes schließlich groß gefeiert. Für den Kurort gehe damit ein "ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung", schreibt der damalige Bürgermeister Horst Ziegler in einem Grußwort zu diesem Anlass.

Seitdem weiten die Königsfelder Golfer ihre Aktivitäten stetig aus. Unter anderem gibt es eine rege Jugendarbeit, ausgegliedert in einen eigenen Club. In Zusammenarbeit mit den Zinzendorfschulen bietet man eine Golf-AG an. 2013 wird das Clubhaus umfangreich ausgebaut; 2015 feiert der Verein seinen 25. Geburtstag.

Ganzjähriges Training ist großer Wunsch

Wie es auf dem Gelände des Golf- und Countryclubs weitergehen soll, ist übrigens auch schon in Aussicht: Im Juli 2021 hatte der Königsfelder Gemeinderat den Weg für ein Indoor-Golfcenter frei gemacht. In diesem soll ganzjährig trainiert werden, ohne vom Wetter abhängig zu sein.

Info: Luftbild-Serie

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