Mit einem Leerstandsmanagement im Ortskern will die Gemeinde Königsfeld dem Verlust an Kaufkraft gegensteuern.
Für Maßnahmen im Rahmen eines Nutzungs- und Leerstandsmanagements für den Einzelhandel im Ortskern stimmte der Gemeinderat. Laut Bürgermeister Fritz Link gab es dazu eine enge Zusammenarbeit mit dem Handels- und Gewerbeverein.
Wie Christian Eckert von der 2025 beauftragten Imakomm Akademie GmbH berichtete, konzentriert sich der Handel in der Friedrichstraße, mit Ausdünnungen an deren westlichem Rand. Vor allem von Dienstleistung geprägt sei die Gartenstraße.
Nebenlagen funktionierten nicht mehr. Königsfeld verliere Kaufkraft ans Umland vor allem bei Blumen, Bekleidung, Sport oder Heimtextilien, so Eckert. Der derzeitige Leerstand sei nicht exorbitant, liege aber vor allem in Eingangsbereichen.
Verschlechterung deutet sich perspektivisch an
Perspektivisch deute sich eine Verschlechterung an, der man entgegensteuern müsse. Zudem gebe es bei mancherorts erheblichen Investitionsstau. Weitere Probleme seien hohe Mietpreisvorstellungen oder Erbengemeinschaften.
Als Lösungsansätze nannte Eckert die punktuelle Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum, die bessere Vernetzung lokaler Akteure oder die stärkere Betonung von Regionalität. Gewünscht seien gehobene Gastronomie, Blumen oder Mode oder eine Markthalle. Zu letzterem gab es laut Link schon mehrfach Versuche. Abraten würde Eckert von Barbershops, Discountern oder Shishabars. Keinen Markt sah er für Uhren und Schmuck.
Er schlug Maßnahmen vor, die anderswo funktionierten, zum Beispiel regelmäßigen Dialog mit Eigentümern, ein Standortexposé oder die gezielte Ansprache von Unternehmen in Nachbarorten. Auf Nachfrage von Beate Meier erklärte Eckert, dass es dabei nicht um Abwerbungen sondern um die Eröffnung von Filialen geht. Er riet zu Gesprächen mit Nachbarkommunen.
Gegen Vergünstigungen für Neuansiedlungen
Link sprach sich aus Gründen der Steuergleichheit gegen von Meier angesprochene Steuervergünstigungen für Neuansiedlungen aus. Dafür gebe es Existenzgründerprogramme.
Alle Maßnahmen sind mit etwa 65 000 Euro an Kosten veranschlagt, bei Förderung mit bis zu 40 000 Euro. Vorgesehen sind bisher 20 Gespräche mit Eigentümern. Weitere Gespräche bedürften einer Aufwandsentschädigung, so Eckert auf Nachfrage von Sigrid Fiehn.
Verändertes Kaufverhalten
Jens Hagen sah trotz der Notwendigkeit, gemeindeseitig Impulse zu geben, die Ausgaben als sehr kritisch an, verwies auf verändertes Kaufverhalten und frühere, ähnliche Aktionen.
Letztlich stimmte der Gemeinderat bei vier Enthaltungen für verschiedene Maßnahmen, ebenso wie für die Einstellung der Bruttokosten von 25 000 Euro bis 34 000 Euro für die Begleitung durch die Imakomm.