Typisierungsaktionen – wie hier im September an den Zinzendorfschulen in Königsfeld – sind ganz wichtig, um passende Stammzellspender zu finden. Foto: Hübner

Passende Stammzellenspende für Leukämie-Patienten gefunden. Überlebenschance steigt. Schon bald Transplantation.

Königsfeld - "Stammzellspender für Nils Zander sind gefunden", lautet die hoffnungsvolle Nachricht. Wer es ist und aus welcher Aktion heraus bleibt dem Patienten für die nächsten zwei Jahre unbekannt. Jetzt besteht wieder große Hoffnung für den an Leukämie Erkrankten.

Nils Zander aus Königsfeld erhielt die Diagnose an Blutkrebs im Juli. Der 58-jährige Vater zweier Kinder erhielt eine starke Chemotherapie. Zur Spende gab es alternativ keinen Plan B. "Der passionierte Taucher und aktive Christ wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Enkel aufwachsen zu sehen und für seine Familie da sein zu können", hieß es in einem Flugblatt. "Er hat Sinn für das Schöne und stand bisher mit beiden Beinen fest im Leben. Er begeistert sich neben dem Wassersport für klassische Musik und Science-Fiction-Literatur und ist im Berufsleben ein leidenschaftlicher Techniker".

Mehrere Aktion zur Finanzierung der Typisierung liefen. Das Villinger Barockensemble, Capella Nova aus Villingen unter der Leitung von Matthias Eschbach, und Orgelspieler Hanspeter Stoll gaben ein Benefizkonzert. Das Motto lautete bewusst "Licht und Schatten – Schatten und Licht". Es gibt kein Leben ohne beide Seiten, ohne Licht und Schatten.

Ergänzt wird der musikalische Genuss durch Textrezitationen von Gerhard Lempp und eine Kunstinstallation mit der Möglichkeit, die Werke zu kaufen. Der bekannte Königsfelder Künstler Jochen Winck­ler steuerte mehrere Arbeiten bei. Detlef Dietz-Burk schuf zudem 44 Bilder mit abstrakten Farbstimmungen und handgeschriebenen Texten, die wie ein Lebensweg angeordnet sind. Dazu kommen künstlerisch bearbeitete Schwarzweiß-Fotografien.

Viel Andrang herrschte bei der Typisierung im Haus Katharina von Gersdorf" der Zinzendorfschulen Ende September. Die Organisatoren zeigten sich am Ende sehr zufrieden. Insgesamt ließen sich 580 Freiwillige als Knochenmarkspender registrieren.

Jetzt zogen die Organisatoren Bilanz. Birgit Maier gab bekannt: "Wir möchten, auch im Namen der Familie Zander, die erfreuliche Nachricht mitteilen, dass ein passender Stammzellspender für Nils Zander gefunden wurde".

Die passende Stammzellspende sei das entscheidende Puzzleteil, das Nils Zander eine Überlebenschance bietet. Wenn alle Vorbereitungen gut laufen, kann die Transplantation in der zweiten Novemberhälfte vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang sei wieder einmal mehr als deutlich geworden, wie sinnvoll es ist, dass möglichst viele Menschen sich zum potenziellen Stammzellspender bereit erklären, indem sie sich registrieren lassen.

Spendenbaromter bei 28.200 Euro

Das Spendenbarometer, das die Registrierungsaktion der 580 potenziellen Stammzellspender finanziert (Gesamtkosten 29.000 Euro) ist auf mittlerweile 28.200 Euro angestiegen.

"Wir wünschen Nils Zander und seiner Familie für die kommende Zeit von Herzen alles Gute, weiterhin viel Kraft, Zuversicht und Gottes Segen", so die Initiativgruppe um Birgit Maier.