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Königsfeld Mitarbeiter der Balint-Klinik organisieren "Trauerfeier"

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Königsfeld . Die Michael-Balint-Klinik steht vor dem Aus. Die Mitarbeiter nehmen es mit Humor und organisieren eine Begräbnisfeier. Doch die Versorgung der Patienten auf der Warteliste ist jetzt ungewiss.Teilweise mit Galgenhumor lief eine "Trauerfeier zur Beerdigung" der Michael-Balint-Klinik ab, die Mitarbeiter im Clubhaus des FC Königsfelds organisiert hatten.

Kondolenzbuch liegt aus

Rege Gebrauch gemacht wurde von einem ausliegenden Kondolenzbuch. Man wolle nicht einfach sang- und klanglos auseinandergehen, so Chefarzt Wilfried Callenius zum Anlass für die Feier. Seine Begrüßung nannte er "eine Grabrede für einen noch nicht ganz Verstorbenen". Ein Gast frotzelte: "Am dritten Tage wiederauferstanden."

Über die anstehende Schließung habe er seit dem 1. Oktober Bescheid gewusst. Mitarbeiter seien inzwischen freigestellt, einige schon wieder im Bewerbungsgespräch, nicht entlassfähige Patienten verlegt. Problematisch seien aber 160 Patienten auf der Warteliste, da es so spezialisierte Kliniken nicht oft gebe. Das werde allgemein ein Problem für die Versorgung.

Callenius erinnerte an einen "rührigen Menschen" namens Wolhardt Rother. Der Psychiater und Psychoanalytiker "hatte vor 20 bis 30 Jahren die Nase voll davon, tüchtig zu arbeiten und nur ein Gehalt zu beziehen". Stattdessen habe er ein Krankenhaus gründen wollen. Das war zunächst die Klinik am Lindenplatz in Bad Dürrheim, 1993 dann die Michael-Balint-Klinik in Königsfeld.

Auf den Namensgeber gehen laut Callenius die Balint-Runden zurück, in denen Ärzte sich gemeinsam überlegen, was ein Patient mit ihnen macht und wie die Beziehung zu ihnen in die Behandlung einfließt. Das sei etwas sehr wichtiges und präge das, was man heute Beziehungsmedizin nenne.

Damals herrschte laut Callenius noch "Wilder Westen". Man habe damals ohne weiteres Betten von Krankenkassen genehmigen lassen können.

Viel Applaus gab es für den früheren Chefarzt Gunther Haag, den Callenius scherzhaft mit "der, der die Klinik erfolgreich in die Insolvenz geführt hat", vorstellte. Haag begann seinen Dienst 2002 und erinnerte daran, dass die Klinik ehedem bis zu 130 Patienten beherbergte. Die therapeutische Belastung der Ärzte sei damals groß gewesen. Auch plauderte er aus dem Nähkästchen, sprach über "kompetente Kollegen", aber auch über einen, der ihm zufolge "der eigentlich Schuldige an diesem Begräbnis" war.

Aus bestimmten Gründen setzte der Beschriebene per Anwalt die Absetzung des damaligen Chefarztes samt seines kompletten Teams durch. Haag erinnerte schließlich auch an ehemalige Kollegen die zum Teil bis heute in der Klinik tätig waren.

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