Die CO2-Reduktion ist in Königsfeld ein wichtiges Thema.Foto: © acinquantadue – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Bürgermeister Fritz Link spricht über Aktivitäten zur CO2-Reduktion

Königsfeld. Schon seit einiger Zeit sind die Auswirkungen des Klimawandels im Kurort spürbar. Bürgermeister Fritz Link erläuterte beim Sommerinterview Gegenmaßnahmen wie ein Starkregenrisikomanagement und Aktivitäten zur CO2-Reduktion.

Gemeinde veranlasst eine Gefährdungsanalyse mit Handlungskonzept

Link spricht angesichts der Folgen des Klimawandels von "deutlichen Handlungserfordernissen". Infolge zunehmender Starkregenereignisse veranlasste die Gemeinde eine Gefährdungsanalyse sowie ein Handlungskonzept im Rahmen eines Starkregenrisikomanagements. Das kostete 77 000 Euro, erhielt aber eine 70-prozentige Förderung.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden voraussichtlich im Herbst präsentiert. Schon im ersten Halbjahr umgesetzt wurde der Neubau einer Retentionsmulde im Wohnbaugebiet "Auf dem Angel" in Neuhausen, mit einem Investitionsvolumen von 75 700 Euro. Damit soll verhindert werden, dass, wie in der Vergangenheit geschehen, bei Starkregenereignissen Wasser in Keller der Anwohner eintritt.

Dem Thema "Wassermangel" widmet sich die Verwaltung ebenfalls. Wobei Link zunächst einmal Entwarnung gibt. Königsfeld verfüge über ein hohes und qualitativ gutes Wasserangebot. Dank mehrerer Tiefbrunnen im so genannten Königsfelder Graben sei man autark, eine Versorgung mit Fremdwasser nicht nötig. Trotzdem wurde ein Strukturgutachten für die "Wasserversorgung im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels" in Auftrag gegeben.

Technische Ausstattung für Förderung von Wasser wird untersucht

Für einen Betrag von 28 000 Euro, bei einer Förderung mit 12 600 Euro, wurde die gesamte technische Ausstattung für Wasserförderung samt Quellensituation und Tiefbrunnen untersucht und verschiedene Handlungsoptionen für die Zukunft geprüft, um die Wasserversorgung noch zu verbessern. Es gehe um einen Handlungsleitfaden für die nächsten zehn bis 20 Jahre, erklärt Link. Die Ergebnisse des Gutachtens sollen ebenfalls im Herbst vorgestellt werden.

Für Privathaushalte einen Anreiz zur Energieeinsparung, mithin zur CO2-Reduktion, bietet das von der Gemeinde schon seit Jahren immer wieder neu aufgelegte Umweltförderprogramm. Die Mittel zur Neuinstallation von Photovoltaikanlagen, mit jeweils 300 Euro pro Anlage, sind für diese Jahr aber schon ausgeschöpft. Noch verfügbar ist dagegen die 100-Prozent-Förderung von Gebäude-, Heiz- und Solarwärme-Checks. Dafür stellte die Gemeinde insgesamt 4000 Euro zur Verfügung.

Die Checks empfiehlt Link jedem Hauseigentümer, weil dieser so wichtige Hinweise zur Energieeinsparung bekomme. Letztlich sei das Programm auch ein wichtiger Beitrag zur Zertifizierung der Kommune mit dem European Energy Award, die im Februar zum zweiten Mal erfolgte.

14 "Mitfahrbänkle" im Kernort und in Buchenberg aufgestellt

Aus der Bürgerschaft beziehungsweise dem Arbeitskreis "Klimaschutz" kam die Idee für "Mitfahrbänke". Als ein erster Teilschritt werden insgesamt 14 davon im Kernort und in Buchenberg aufgestellt. Die Investition von knapp mehr als 11 000 Euro wird mit etwa 6600 Euro aus Mitteln der Leader-Gebietskulisse gefördert. In den nächsten ein bis zwei Jahren gilt es, die Resonanz auf das Angebot abzuwarten und eine erste Bilanz zu ziehen.