Gut besucht ist ein Vortrag von Christiane Potschaske zum Thema "Wirksame Schritte bei Fußschmerzen – Die neue Wissenschaft gesunder Füße". Fotos: Hübner Foto: Schwarzwälder-Bote

Gesundheit: Wirksame Schritte bei Schmerzen / Fundament für das gesamte Körperwohlbefinden

Zum Thema "Wirksame Schritte bei Fußschmerzen – Die neue Wissenschaft gesunder Füße" sprach Freizeit-Sporttherapeutin Christiane Potschaske im Haus des Gastes.

Königsfeld. In ihren Kursen gehe es um ganztägige Bewegung, so Potschaske. Bei ihren Ausführungen beziehe sie sich unter anderem auf die amerikanische Biomechanikerin Kathy Bowman.

Potschaske berichtete von eigenen Verletzungen. Alles was sie wiedergebe, habe sie an sich selbst ausprobiert. Vor sieben Jahren habe sie im Winter mit Barfußlaufen begonnen. Das alleine behebe aber nicht alle Beschwerden. Trotzdem könne man die meisten davon umkehren. Das bedürfe nicht immer teurer Behandlungen. Potschaske riet, mit Operationen vorsichtig zu sein. Trotzdem sei eine Diagnose einzuholen, mit der man dann arbeiten könne. Sie riet aber, sich vor Arztbesuchen zu informieren. "Hinterfragen sie die Dinge, auch was ich sage."

Potschaske klärte kurz über die Fußanatomie auf. Der Fuß sei ein Meisterwerk der Evolution, mit 52 Knochen und 33 Gelenken. Entscheidend sei die Kraft des Fußgewölbes, aber nicht, ob es flach oder gewölbt sei.

Große Missstände im Sportunterricht

Fußgesundheit beginne sehr früh. Im Sportunterricht gebe es große Missstände. Kinder trügen zum Teil schon mit acht Jahren orthopädische Einlagen. Deren Fußgewölbe bilde sich aber erst mit acht bis neun Jahren richtig aus.

Der Fuß sei Fundament für das gesamte Körperwohlbefinden. Ohne ihn funktioniere nichts. Alles was man bisher getan oder nicht getan habe, zeige sich an den Füßen. "Wie wir uns bewegen, ob wir uns unter- oder überbeanspruchen." Das gelte für den gesamten Körper. Das dynamische, den Körper umspannende Fasziengewebe müsse bearbeitet und trainiert werden. Sonst verklebe es, dann entstünden Verletzungen. "Eigentlich bräuchten wir unsere Füße nur auf die Erde zu stellen." Wissenschaftlich sei belegt, dass man täglich aufgenommene Giftstoffe über die Fußsohlen entladen könne.

Schuhe nähmen dem Fuß Arbeit ab, die Muskeln verkümmerten, was das Fasziengewebe überlaste. Auch brauche der Fuß komplexe Bewegungen. Schuhe seien ursprünglich nur als Schutz gedacht gewesen und nicht wie heute als Gipsteil. Moderne Laufschuhe hätten eigentlich erst in Laufverletzungen hineingeführt. Als ein durch Schuhe verursachtes Problem nannte Potschaske auch Zehenschiefstände. An denen litten in der westlichen Welt etwa 70 Prozent der Frauen, bei barfußlaufenden Völkern nur drei Prozent. Bei Hammerzehen riet sie von Flip-Flops ab. Besser seien Sandalen mit Schnürung hinten. Bei Fersensporn sei es wichtig, mit dem Vorderfuß aufzutreten. Trotzdem solle man versuchen, auch barfuß zu laufen oder zumindest zu stehen. Weitere durch Schuhe verursachte Probleme könnten Überbein oder Hühneraugen sein. Durch zu enge Schuhe überlappten sich Zehen.

Haltung vor einem Spiegel kontrollieren

Potschaske riet von jeglichen Absätzen ab, besonders bei Kindern. Absätze brächten den Körper aus dem Gleichgewicht. Das Becken trage den Körperschwerpunkt. Wo es über dem Fuß liege, müsse der das meiste Gewicht tragen. Auch Knochendichte werde über die Ausrichtung des Körpers bestimmt. Wenn das Becken über Jahre nach vorne kippe, komme vom Körper kein Signal, Knochenmasse zu entwickeln. Kontrollieren könne man seine Haltung vor einem Spiegel.

Fußstellung und Gangart beeinflussten ebenfalls ganz entscheidend den Körper. Die Symmetrie der Füße beim Gang sei wichtig. Füße seien möglichst gerade nach vorne auszurichten. Sie lud zu Übungen ein, beispielsweise die Zehen unabhängig voneinander zu bewegen oder die Fußsohle in sich zu verwringen. Sie zeigte auch Übungen mittels Faszienbällen.

Zur Linderung von Beschwerden gebe es ganz einfache, aber nicht immer leicht durchzuführende Möglichkeiten. Es gehe um Körperhaltung, korrigierende Übungen und Faszientraining. Eine entscheidende Verbesserung bringe, Schuhe auszuziehen. Manches erledige sich danach von alleine. Beim Barfußlaufen werde die natürliche Sohle dicker und sei so der beste Schutz. Durch Schuhe werde die Fußsohle dünner.

Potschaske ging auch auf Barfuß- oder Minimalschuhe ein. Sie riet, vor deren Kauf erst Barfußlaufen zu lernen. Wichtig seien eine weite Zehenbox und sehr dünne Sohlen. Es gebe leider keinen Schuh, der die Zehen nicht nach oben drücke.

Am Mittwoch, 16. August bietet die Referentin von 18 bis 19.15 Uhr Übungen und Faszientraining an. Treffpunkt ist der Tennisplatz Königsfeld. Die Teilnahmegebühr beträgt zehn Euro. Eine Gymnastikmatte sollte mitgebracht werden. Anmeldungen sind unter 07725/91 98 46 beziehungsweise 0173/6 67 97 24 oder chripot@t-online.de möglich.

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