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Königsfeld Die Krise treibt die Digitalisierung voran

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Katharina Hattler vermisst die Schule schon. Auf der Website der Zinzendorfschulen schreibt sie einen Blog über das Lernen von zu Hause.Foto: Zinzendorfschulen Foto: Schwarzwälder Bote

Königsfeld. Seit einer Woche sind die Schulen im ganzen Land geschlossen, aber der Unterricht geht weiter. Die Zinzendorfschulen waren auf die Umstellung gut vorbereitet: Sie arbeiten bereits im zweiten Jahr mit "Office 365", die Schüler haben alle ein eigenes Konto, so dass mehr oder weniger nahtlos auf digitalen Unterricht umgestellt werden konnte.

Über das Office-365-Programm "Teams", das auch viele Unternehmen für das Home-Office nutzen, sind die Schüler mit ihren Lehrkräften und Mitschülern verbunden. "Es ist die einfachste und unkomplizierteste Lösung", meint Philipp Hudek, der an den Zinzendorfschulen für die Digitalisierung verantwortlich ist. "Es klappt gut und wir bekommen viele positive Rückmeldungen – auch von den Eltern."

Bereits am Donnerstag vor der Schulschließung gab es eine Dienstbesprechung, so dass die Lehrer ihren Schülern am Freitag noch einmal erklären konnten, wie sie sich in "Teams" einloggen und ihnen sagten, dass sie vorsichtshalber ihre Bücher mitnehmen sollten. Es wurde pro Fach und Klasse jeweils eine Gruppe gebildet, insgesamt gibt es an den verschiedenen Zinzendorfschulen 465 Zusammenschlüsse dieser Art. Alle Lehrer haben sich schnell eingearbeitet.

Nachbearbeitung ist aufwendiger

"Besonders schön finde ich, dass sich auch die Kollegen, die kurz vor der Pensionierung stehen, richtig reinhängen", so Hudek. Natürlich fehle die soziale Komponente, wegen derer man Lehrer geworden sei. "Ich verbringe gerade viel Zeit am Schreibtisch. Aber nachher werde ich die Klassenlehrerstunde in der siebten Klasse als Video-Konferenz abhalten."

Die Möglichkeit, die Aufgaben im Heft zu lösen und ein Foto zu schicken, wird vor allem in der Unterstufe genutzt. In den höheren Klassen erledigen die Schüler ihre Aufgaben meist direkt in Word. Der Korrekturaufwand ist enorm: "Die Nachbereitung einer Unterrichtsstunde dauert genauso lange wie die Vorbereitung."

Und auch die sei anders als für eine Stunde im Klassenzimmer, denn der Unterricht muss anders geplant werden, und das nicht nur in den Hauptfächern. "Auch Sportlehrer stellen zum Teil Aufgaben oder geben ihrer Klasse Ernährungstipps."

Die Schüler können ihre Fragen entweder der Lehrkraft direkt in einer Chat-Nachricht oder in der Öffentlichkeit ihres "Teams" als Kanal-Nachricht stellen – eine Möglichkeit, die sie rege nutzen.

Philipp Hudek hat festgestellt, dass es offenbar in vielen Familien nur einen PC oder Laptop gibt. "Wenn die Eltern den selbst benötigen, um im Home-Office zu arbeiten, dann erledigen viele Kinder ihre Aufgaben per Handy." Das ist zum Glück auch kein Problem, denn für Android- und IOS-Systeme gibt es das Programm auch als App.

Allerdings erfordert auch das von den Lehrern ein Umdenken: "Weil ich in der Statistik gesehen habe, dass 70 Prozent der Schüler ihre Aufgaben vom Tablet oder dem Smartphone erstellen, muss ich die Arbeitsblätter so gestalten, dass sie auch gut vom Handy aus zu lesen sind."

Auch für die Schüler ist es eine ganz neue Erfahrung, mit der sie aber gut zurechtkommen. Die Zehntklässlerin Katharina Hattler berichtet darüber in einem Blog, der auf der Website der Zinzendorfschulen zu lesen ist. "Die Bearbeitungszeit der einzelnen Aufgaben waren ungefähr so lang wie eine Unterrichtsstunde plus Hausaufgaben", schrieb sie am ersten Tag. "Es war heute eine ganz andere Lernatmosphäre als normalerweise. Es forderte mir sehr viel Disziplin ab, die ganze Zeit konzentriert an den Aufgaben zu bleiben. Ich muss mich halt noch daran gewöhnen." Am zweiten Tag stellte sich bei ihr schon eine gewisse Routine ein und seit Mittwoch vermisse sie die Schule. "Ich bin ja Einzelkind und habe sonst von morgens, wenn ich in den Bus steige, bis abends Gesellschaft. Dafür telefoniere ich zurzeit viel mit meinen Freundinnen und Freunden, außerdem lege ich Puzzles."

Was den Unterricht angeht, so konnte sie sich zu bestimmten Themen, die sie besonders interessierten, auch Hintergrundinformationen suchen. "Das kann man in der Schule aus Zeitgründen häufig nicht." Ihr Fazit: "Die erste Woche ist überstanden. In dieser Woche haben wir viele neue Sachen gelernt und wiederholt. Das Arbeiten mit ›Teams‹ ist mir von Tag zu Tag leichter gefallen."

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Nadine Klossek

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