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Königsfeld Corona trifft den Tourismus hart

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Tourismusminister Guido Wolf (links) spricht mit Michael Weisser (rechts) über die Auswirkungen von Corona.Foto: Klossek-Lais Foto: Schwarzwälder Bote

Tourismusminister Guido Wolf stattete dem Reisemobilpark und der Sauna Bregnitzhof einen Besuch ab. Die Betreiberfamilie hat seit der Pandemie zu kämpfen.

Königsfeld. Es ist ein trüber Freitagmorgen, Tag eins im nun offiziellen Corona-Risikogebiet. Guido Wolf steht an einer Parzelle des Reisemobilparks Bregnitzhof in Königsfeld. Hinter ihm verschwindet die Landschaft im Nebel. Irgendwie passend, findet der Tourismusminister des Landes. Steht die graue Szenerie für ihn doch symbolisch für das, was die Tourismusbranche durchmachen muss: "Nach vielen positiven Jahren hat es 2020 einen richtigen Rumms gemacht."

Matthias Weisser und sein Sohn Michael können hiervon ein Lied singen. Die Familie betreibt den Reisemobilpark für die Gemeinde, hat direkt daneben ihren eigenen Betrieb: die Bregnitzhof Sauna. Vor 15 Jahren wurde Letztere eröffnet, rund 1,3 Millionen Euro haben die Weissers für den Bau sowie spätere Erweiterungen investiert. Und heute? Man komme "gerade so über die Runden", meint Matthias Weisser.

Mitte März wurde die Sauna coronabedingt geschlossen. Drei Monate stand der Betrieb still, kam danach nur langsam in Fahrt. "Ein Viertel der Stammgäste haben Angst und kommen daher nicht", meint Matthias Weisser. Hinzu komme: Eine Vollbelegung in Corona-Zeiten bedeute nur 40 Prozent der normalen Auslastung. Was all das unterm Strich an Verlust bringe, lasse sich derzeit noch gar nicht beziffern.

Chance in der Krise

Unternehmern wie den Weissers will Wolf nach eigener Aussage Mut machen. "In jeder Krise steckt auch eine Chance", sagt der Minister. Er arbeite derzeit daran, gemeinsam mit der CDU-Fraktion im Nachtragshaushalt ein weiteres Paket für den Tourismus zu schnüren. "Ich glaube, jetzt muss der Tourismus in Baden-Württemberg richtig auf die Pauke hauen, um auch gestärkt aus der Krise hervorgehen zu können", so Wolf.

Dass zumindest der Wohnmobilstellplatz gute Zahlen vorweisen kann, betont in seiner Ansprache Bürgermeister Fritz Link. "Wir haben bereits jetzt die Vorjahresmarke von 3600 Übernachtungen erreicht", unterstreicht er. Und auch Wolf merkt an, dass unter anderem die Wohnmobilhersteller als einer der Sieger aus der Krise hervorgehen. Viele würden sich auf die Natur rückbesinnen.

Für die Weissers würde nun die Hauptsaison im Saunabetrieb beginnen, erzählt das Familienoberhaupt. Die Nutzung der Anlage sei sicher, die Saunen alle auf mindestens 80 Grad aufgeheizt, sodass Viren keine Chancen hätten. Der Wunsch, dass mehr Gäste kommen, ist da. Doch angesichts dessen, dass der Landkreis nun als Risikogebiet gilt, weiß man auch, wie schnell alles wieder stillstehen könnte. "Das Selbstständigsein hat schon seinen Charme, aber man lebt halt mit den Risiken", bilanziert Michael Weisser.

Wolf kann also Mut machen, für den Urlaub vor Ort werben – gleichwohl aber nicht die Zahlen beeinflussen. Ihm gehe es um den Mittelweg, so der Minister. Man müsse umsetzen, was man bisher gelernt habe, die ein oder andere Maßnahme auch hinnehmen. "Die Leute sind schon bereit, mit Einschränkungen mitzugehen", sagt er. "Aber sie müssen sie nachvollziehen können." Klar sei für ihn daher, dass man einen zweiten Lockdown, wie er im Frühjahr umgesetzt wurde, mit allen Mitteln verhindern müsse.

Als der Minister Königsfeld verlässt, bleibt die Symbolkraft zurück. Der Nebel hat sich während seines Besuchs nicht gelichtet. Und auch die grauen Wolken hängen weiter über dem Land.

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