Der Referent des Abends war Johann Thum von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Er machte den Bauern bei der BLHV-Kreisversammlung in Neuhausen klar, dass Ladungssicherung alle angeht. Es werde vermehrt kontrolliert, die Polizei verhänge Bußgelder. Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Landwirtschaftlicher Hauptverband informiert über Sicherung der Ladung / Vermehrte Kontrollen zu erwarten

Von Hans-Jürgen Kommert

Königsfeld-Neuhausen. Der Kreisvorsitzende des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) Bernhard Bolkart sprach bei einer Kreisversammlung vor rund 40 Landwirten alle wichtigen Grundsätze der Ladungssicherung an. Thema war auch der Dioxin-Skandal.

Das Jahr habe für die Landwirtschaft mit einem Paukenschlag begonnen, dem Dioxin-Skandal. "Das hat nichts mit Groß oder Klein zu tun. Es ging nur um Bereicherung auf Kosten anderer, um kriminelle Machenschaften", machte Bernhard Bolkart deutlich. Vielleicht sollten Hühnerhalter wieder vermehrt auf Eigenmischung zurückgreifen, nannte er Alternativen.

Fahrzeuge immer größer und schneller

"Unsere Fahrzeuge werden immer größer und schneller", wechselte er zum eigentlichen Thema des Abends. "Die im vergangenen Jahr zugelassenen Fahrzeuge hatten im Schnitt 145 PS Leistung. Praktisch alle sind mit Frontlader ausgestattet", legte er Zahlen offen. Die Schnellläufer seien schneller als 60 Stundenkilometer. Zwei landwirtschaftliche Anhänger seien gestattet. Da sei die Sicherung der Ladung sehr wichtig, weil diese immer wieder verloren gehe, aber nicht nur bei Lastwagen.

Der Referent des Abends war Johann Thum von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Er machte den Bauern klar, dass Ladungssicherung alle angehe. Es werde derzeit vermehrt kontrolliert. Die Polizei verhänge Bußgelder.

Er machte die Landwirte mit den Maximalmaßen für Fahrzeuge und Züge vertraut. Dann zeigte er an Hand eines Tests auf, was mit der Ladung eines Personenwagens geschieht, wenn es zum Crash kommt. "Für eine solche Situation ist die Sicherung nicht berechnet. Die gilt ausschließlich für normale Kurvenkräfte und eine Vollbremsung. Die beim Crash auftretenden Kräfte sind nicht beherrschbar", stellte er fest.

Verantwortlich für die Ladung seien der Halter, der Belader und der Fahrer. "Der Fahrer ist die zentrale Figur", machte er klar. Die Ladung könne formschlüssig gesichert sein, indem Ballen beispielsweise auf speziellen Ballenwagen transportiert werden. Nach allen Seiten seien sie dann abgesichert, weil sie überall unverrückbar anstünden und auch oben nicht herausragten. Alternativ sei die kraftschlüssige Sicherung mittels geeigneter Hilfsmittel – in erster Linie Zurrgurte.

Polizei kennt sichbei Berechnung aus

Zu dieser Sicherung unternahm er mit den Anwesenden Berechnungsbeispiele. Er machte darauf aufmerksam, dass auch Polizisten wüssten, wie was zu berechnen sei. Ladung, die nicht durch Gurte gesichert werden könne wie Kartoffeln, Rüben oder Häckselgut, dürfe nicht über die Bordwand hinausragen und müsse durch geeignete Maßnahmen gesichert werden, beispielsweise Planen oder Netze. "Sollte doch etwas verloren gehen, ist die Gefahrenstelle unverzüglich (durch Reinigung) zu beseitigen."

Nach dem sehr informativen und kurzweiligen Vortrag konnte Bernhard Bolkart noch den Nachfolger des bisherigen Bezirks-Geschäftsführers Hermann Keller vorstellen: Christoph Moritz wird ab sofort dessen Aufgaben übernehmen.

Weitere Informationen: Der nächste Vortrag beschäftigt sich am Dienstag, 15. Februar, in Brigach mit "Aus Holz wird Gas".