Jens Streifling, Patrick Lück und Edin Colic hauen rein. Foto: Ziechaus

Schiltach feiert sein Jubiläum 750 Jahre mit einem sonnigen Stadtfest und dem Jubelchor „Höhner“ aus „Kölle am Rhing“.

„Hi und jetz“, just auf der Lehwiese in Schiltach, sucht Patrick Lück mit dem Rad nach Gisela, mit der er „auf der Wiese lag“. Aber Gisela ist im Traum versunken und unter den vielen „lecker Mädche“ im Publikum vor ihm meldet sie sich nicht.

 

Der Sänger zieht enttäuscht sein Resümee „mit uns zwei, das klappt doch nie“ und träumt selbst an der Theke von „Kölsch un e lecker Mädche“. Die Höhner sind halt auch nur Männer und bleiben in „Kölle, wo der Himmel beginnt“. Sie stehen bis heute zum FC und zu Kölle mit dem gelbe „Hüsje am Rhing“ als „Lefenselexier“.

Die Kultband zog alle Register. Foto: Ziechaus

Zum eingehenden Sprachverständnis von Badener und Schwaben flimmerten Titel und Textzeilen der Lieder in Kölsch über die bunte Leinwand. Die Kultband aus dem fernen Karneval am Rhein war ein Geschenk der Stadt an ihre Bürgerinnen und Bürger, die mit vielen Kindern ihren Festplatz an der Kinzig füllten, um am längsten Tag des Jahres, den Auftakt zum zehnten Stadtfest und ihr Jubiläum zu feiern.

Langer Weg zum Rhein

Die Höhner waren dazu bestens drauf und fühlten „Jlücksmomente“ zwischen dem Fachwerk im Städtle und beim guten Essen vor ihrem Auftritt. Zu fetzigem Rock geht ein „nimm mich so, wie ich bin“ locker ein, aber der Weg von Schiltach zum unteren Rhein war schon für die Flößer lang und ihre Flösse trieben nicht von jetzt auf gleich bis nach Amsterdam.

Großer Andrang herrschte auf der Lehwiese. Foto: Ziechaus

Fast Ur-Höhner Jens Streifling an Saxophon und Mandoline, Frederik Lubitz am Bass, Leadgitarrist Edin Colic, Heiko Braun am Schlagzeug und Michael Schläger am Keyboard mussten schon mächtig aufdrehen, um im wilden Süden anzukommen. Auf der Lehwiese brach erst die Frage, „wenn nicht jetzt, wann dann“ letzte Dämme und mit „da simmer dabei, dat is prima, viva Colonia“ trieb die Party auf den Höhepunkt. Da war der Schwur, ich steh ein „Lewwe lang zu dir“ erste und letzte Wahl, und für „echte Fründe“ der Band blieb Gisela nicht das einzig „lecker Mädche“ in Schiltach.