Eine glückliche Finalistin: Franca Sauer erreichte bei der ersten Runde des Finales den ersten Platz, am Ende kam sie unter die besten Fünf. Foto: SAT.1/Benedikt Müller

Tolle Leistung von unserer Lokalmatadorin: Franca Sauer aus Alpirsbach ist unter die Top fünf bei „The Taste“ gekommen. Für den Sieg reichte es nicht, obwohl sie in der ersten Aufgabe des Finales meisterhaft ablieferte.

Was für ein Finale bei „The Taste“: Die verbliebenen acht Kandidaten müssen richtig abliefern. Statt einem Löffel für einen Juror müssen sie in jeder Runde zwölf Löffel für zwölf Juroren zubereiten. Denn die Jury besteht an diesem Finaltag aus den zwölf vorherigen Gewinnern von „The Taste“.

 

Auch Franca Sauer aus Alpirsbach kommt ordentlich ins Rotieren. „Man muss die Menge anpassen und die Geschwindigkeit erhöhen.“ Statt 60 Minuten gibt es gerade mal 15 Minuten mehr Kochzeit. Doch unsere 23-jährige Lokalmatadorin wirkt sehr fokussiert.

Franca bleibt bei der ersten Aufgabe cool Ihre erste Aufgabe: ein Gericht, in dem Thymian eine Rolle spielt. Sie entscheidet sich für Lamm mit einer Farce im Tramezzini-Mantel mit einer Jus und einem Tomaten-Chutney. Franca wirkt beinahe entspannt, trällert sogar noch „Don’t stop me now“ von Queen. „Haltet mich nicht auf“, das klingt nach einem passenden Motto.

Doch ist das Fett für die Tramezzini-Rollen heiß genug? Als Franca die angebratenen Rollen anschneidet, ist das Lamm im Kern noch roh. Sie will es gleich in den Backofen stecken, ihr Koch-Coach Alexander Kumptner schlägt dagegen vor, die Rollen vorher noch mal in die Pfanne zu packen.

Franca ruft ihren Coach zur Raison

Wohl ein Fehler, wie sich danach herausstellt. Das Lamm ist durchgezogen. Coach Alex schlägt mit beiden Händen auf die Wand. Franca: „Wir hätten es gleich in den Backofen stecken sollen.“ Sie lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen und ruft ihren Coach zur Raison: „Wir malen jetzt mal nicht den Teufel an die Wand.“ Kumptner ist verblüfft und lobt Franca für ihre Coolness und schließlich auch für das Endergebnis: „Du bist ein Wahnsinn, Du bist eine Maschine. Egal, was jetzt passiert, das war eine Profi-Megaleistung, wirklich.“

Das erste Urteil der zwölf Juroren Und wie urteilen die zwölf Juroren? Überaus positiv. „Das ist geil, das ist schmackig“, heißt es zum Beispiel. „Davon könnte ich jetzt drei essen.“ Oder: „Das war eine richtige Bombe, so muss ein The Taste-Löffel aussehen und schmecken.“ Da kann doch nichts schief gehen, oder?

Franca Sauer in Aktion: Ihr Koch-Coach Alex Kumptner schaut genau hin, was sein Schützling macht. Foto: SAT.1/Benedikt Müller

Von acht Kandidaten müssen drei gehen. Das Ranking wird bekannt gegeben. Auf dem ersten Platz? Franca! Dagegen müssen die drei Kandidaten gehen, die in den Folgen zuvor die meisten Sterne erkocht haben. Was für eine Überraschung. Koch-Coach Frank Rosin verliert mit Craig seinen letzten Kandidaten.

Und Tim Raue hinterfragt die Jury später etwas kritisch: „Für mich sind die zwölf als Juroren völlig unberechenbar. Das, was sie in der Finalrunde an Löffeln rausgeschmissen haben, zeigt, dass sie anders schmecken, denken und Kulinarik anders verstehen als ich.“

Franca nimmt sich viel vor – zu viel? Wie kann Franca auch in der zweiten Runde die „unberechenbare“ Jury begeistern? Sie will noch eins drauf setzen. Ihre Aufgabe: Kräuterseitling und Kirsche einbinden. Sie entscheidet sich für Wachtel, Pommes dauphine und eine Pilzcreme. Alex Kumptner macht sich Sorgen: „Franca, Ich habe jetzt Bedenken. Aber wenn Du keine Bedenken hast, dann habe ich auch keine Bedenken.“ Kumptner befürchtet, dass es eng werden könnte.

So urteilt die Jury von „The Taste“ in der zweiten Runde

Und tatsächlich hat sich die Alpirsbacherin wohl etwas zu viel vorgenommen. Die Pommes dauphine sind aufwendig. Die Soße gerinnt und muss gerettet werden. Sie entscheidet, die Pilzcreme doch nicht zu machen. Alex fragt Franca: „Wie geht es Dir?“ Franca: „ Mir geht es gerade nicht gut.“ Alex: „Mir auch nicht. Aber unter Druck entstehen Diamanten.“ Franca: „Dann muss es ein ganz schön großer Diamant werden.“

Doch was sagt schließlich die Jury? „Schön harmonisch.“ Oder: „Besonders gut gelungen ist die Dimension des Fleisches.“

Aber es gibt auch kritische Töne: „Eigentlich hätte der Pilz der Star auf dem Löffel sein müssen.“ Schafft es Franca unter die ersten Drei? Sie muss bis zum Schluss zittern und scheidet tatsächlich aus.

Großes Lob von ihrem Koch-Coach und eine positive Gesamtbilanz Doch es fließen keine Tränen. Die 23-Jährige sagt: „Bisschen enttäuscht bin ich natürlich schon. Ich wäre natürlich gerne in die letzte Finalrunde gekommen.“ Aber: „Ich wollte hier extrem wachsen, kulinarisch und persönlich, und das genau habe ich getan. Ich habe alle meine Ziele erreicht.“

Koch-Coaches und Moderatorin waren im Finale noch einmal im Einsatz (von links): Tim Raue, Alexander Kumptner, Angelina Kirsch, Alexander Herrmann und Frank Rosin. Foto: SAT.1/Benedikt Müller

Von ihrem Coach gibt es dann noch zum Abschied ein großes Lob: „Mach’ einfach weiter. Jemand wie Du ist die Zukunft der Gastronomie.“ Franca kommentiert: „Das war natürlich sehr berührend, deshalb könnte ich jetzt weinen.“

Und wie blickt Franca Sauer auf das Abenteuer „The Taste“ insgesamt zurück?

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt sie: „Für mich war es eine sehr schöne und aufregende Zeit! Wenn ich noch mal teilnehmen dürfte, würde ich es auf jeden Fall wieder tun.“

Am Ende setzte sich übrigens Katja aus dem Team von Alexander Herrmann durch. Zu sehen ist das Finale auch noch auf Joyn.