Cyrill Baumann steht im Finale der Kochshow „The Taste“. Am Mittwoch wird sich zeigen, ob er gewonnen hat. Foto: Willi Adam

Als erster Schweizer hat es der 29-jährige Cyrill Baumann in die letzte Runde der populären Kochshow „The Taste“ geschafft.

Es mag – zumindest in Deutschland – eine Krise der Gastronomie geben, manche sprechen schon von einem Wirtshaussterben. Quicklebendig scheint gleichwohl die Koch- und Köche-Szene. Resultat und zu einem Gutteil auch Ausgangspunkt dieser Entwicklung sind die Kochshows, wo sich die Stars hinterm Herd auch vor der Kamera beweisen. Ein junger Basler setzt nun an zum Sprung an in die Doppelkarriere: Cyrill Baumann, mit 29 Jahren bereits Küchenchef im angesagten Lokal „Ufer7“ direkt überm Rhein, hat nun auch im Fernsehen ordentlich Dampf gemacht. Am Mittwoch ist Baumann als einer von sieben Finalisten bei „The Taste“ auf Sat1 zu sehen.

 

Cyrill Baumann hat es als erster Schweizer Kandidat bis in die letzte Runde der Kochshow „The Taste“ geschafft. Zuerst musste er sich in der Qualifikation einem renommierten Küchen-Coach empfehlen, dann galt es, im Team von Starkoch Alexander Hermann gemeinsame Aufgaben zu bewältigen und schließlich war die individuelle Leistung für den Einzug ins Finale gefordert.

Während die Spannung bei den Fans, die Cyrill Baumanns Sprung von Runde zu Runde mitverfolgt haben, vor der letzten Sendung am Mittwoch steigt, muss sich der Kandidat selbst nur noch auf die Lippen beißen. Die Folge ist nämlich längst im Kasten, der Kandidat aus Basel weiß, wie er abgeschnitten hat. Nur sagen darf er es nicht.

Am Ende geht es immer um die handwerkliche Qualität

Auch wenn der Dreh bei Bavaria in München nun schon ein paar Tage zurückliegt und Cyrill Baumann wieder ganz normal seinem Tagwerk im „Ufer7“ nachgeht, ist er immer noch ganz überwältigt. „Mega cool“ war für ihn das Erlebnis, „einfach ein unglaubliches Gefühl“. Cyrill Baumann schließt darin alles ein – die überwältigende Größe der Studios, die Begegnungen mit Szenegrößen wie Herrmann, Raue oder Henssler – und nicht zuletzt der inspirierende Austausch mit Kollegen, beziehungsweise Mitbewerber. Denn die bisherigen Runden waren ja keineswegs nur ein Klassentreffen für Jungköche. Wer das immer enger werdende Rennen überstehen wollte, musste auch die sportlich-fachliche Herausforderung annehmen.

So etwas liegt Cyrill Baumann. Klar, sagt er, am Ende geht es immer um die handwerkliche Qualität des Arrangements und um den Geschmack. Schließlich heiße die Sendung The Taste“. Aber man muss auch den Sinn für die Show entwickeln, aus sich herausgehen und vor allem den Wettkampf annehmen. Auf offener Bühne vor laufender Kamera zu kochen, nie zu wissen, welche Aufgabe die Regie als nächstes stellt und wie die Jury bewertet, all das hat Baumann schon als Nervenkitzel empfunden.

Das Können noch mehr ausreizen

Allerdings haben ihn die Adrenalinschübe nicht etwa aus der Fassung gebracht. Im Gegenteil, wie Baumann erzählt: „Unter Druck habe ich gewusst, dass ich jetzt einen raushauen muss.“

Die Wettkampfatmosphäre hat ihn angestachelt, „noch einen Ticken progressiver“ zu sein. Oder beim Finale, als es darum ging, eine Miniaturkreation auf die Fläche eines Löffels zu zaubern, wollte er das handwerkliche Können noch mehr ausreizen. So hat er feinste Streifen blanchierten Lauchs noch mit Füllung versehen und aufgerollt. „Wie ein Chirurg“, sagt Baumann.

Wohin ihn der Rückenwind von der „The Taste“-Teilnahme treibt, weiß Cyrill Baumann nicht. Im Augenblick genießt er den Erfolg, im Finale dabei zu sein. Fachlich und auch hinsichtlich der Aufmerksamkeit hat ihn seine Fernseherfahrung schon jetzt weitergebracht. „Das Restaurant ist voll“, erzählt er, „die Leute wollen bei dem Essen, den sie im Fernsehen gesehen haben.“

„Mit 29 habe ich noch etwas vor mir“

Dann schweift der Blick aus dem Fenster über den Rhein, wo Peter Knogl im Cheval Blanc seit Jahren drei Sterne hält. Ist das eine Perspektive? Cyrill Baumann zweifelt. Bei allem Respekt vor dem gleichbleibenden, extrem hohen Niveau, verortet er sich selbst anders. „Jung, frech, modern“, so beschreibt Baumann seinen Stil. „Mit 29 habe ich noch etwas vor mir“, sagt er noch. Dann ist wieder Zeit, an den Herd zurückzugehen.